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IT & Software

Angewandte Informatik

Fachleute der Angewandten Informatik entwickeln Software und IT-Systeme für konkrete Einsatzfelder wie Industrie, Verwaltung, Medizin oder Handel. Sie verbinden Programmierkenntnisse mit dem Verständnis für die fachlichen Abläufe ihrer Auftraggeber.

Das Berufsbild

Was macht man in der Angewandten Informatik?

Im Mittelpunkt steht nicht die Theorie der Informatik, sondern ihre Anwendung auf reale Probleme. Ein typisches Projekt beginnt mit Gesprächen: Eine Fachabteilung, ein Krankenhaus oder ein Maschinenbauer schildert, was eine Software leisten soll. Daraus werden Anforderungen, ein technisches Konzept und schließlich Code. Informatikerinnen und Informatiker dieser Richtung programmieren Webanwendungen, Schnittstellen zwischen Systemen, Datenbankabfragen, Steuerungssoftware oder Auswertungen großer Datenmengen. Dazu gehören Tests, Fehlersuche, Code-Reviews im Team, Dokumentation und die Pflege bestehender Programme, die oft einen größeren Teil der Arbeit ausmacht als Neuentwicklung. Je nach Stelle kommen Beratung, Projektleitung oder der Betrieb von Servern und Cloud-Diensten hinzu.

Wie wird man Informatikerin oder Informatiker der Angewandten Informatik?

Der übliche Weg ist ein Bachelorstudium in Angewandter Informatik, meist an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften, in der Regel sechs bis sieben Semester mit Praxissemester. Voraussetzung ist die Fachhochschulreife oder das Abitur, in einigen Bundesländern auch eine berufliche Qualifikation mit Berufserfahrung. Das Studium umfasst Mathematik, Programmierung, Datenbanken, Softwaretechnik, Netzwerke und ein Anwendungsfach. Ein Master ist für Forschung, den höheren öffentlichen Dienst und manche Führungslaufbahnen hilfreich. Duale Studiengänge verbinden Hochschule und Betrieb. Alternativ führen die Ausbildung zur Fachinformatikerin oder eine Weiterbildung zum staatlich geprüften Informatiker in ähnliche Tätigkeiten. Quereinstieg aus Mathematik, Physik oder Ingenieurwesen ist verbreitet, setzt aber nachweisbare Programmiererfahrung voraus.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit findet überwiegend am Bildschirm statt, über viele Stunden konzentriert. Körperlich ist sie leicht, geistig fordernd. Rücken, Augen und Bewegungsmangel werden auf Dauer ein Thema. Wer mit Mathematik und abstraktem Denken grundsätzlich hadert, wird das Studium als zäh empfinden; die Abbruchquoten in Informatikstudiengängen sind hoch. Im Beruf ist Lernbereitschaft Pflicht, weil Programmiersprachen, Werkzeuge und Methoden sich laufend ändern und Weiterbildung oft in der eigenen Zeit geschieht. Projekte laufen unter Termindruck, kurz vor Releases sind Überstunden üblich. In Betrieb und Support gibt es Rufbereitschaft. Unterschätzt wird oft der Anteil an Kommunikation: Anforderungen sind unklar, Kunden ändern ihre Wünsche, und Fehler im eigenen Code müssen offen besprochen werden. Positiv sind flexible Arbeitszeiten und verbreitetes Homeoffice.

Aussichten

Die Nachfrage nach Fachkräften in Softwareentwicklung, IT-Sicherheit, Datenanalyse und Cloud-Technik ist seit Jahren hoch, auch wenn der Einstieg für Berufsanfänger ohne Praxiserfahrung zuletzt schwieriger geworden ist und Konjunkturschwächen in der IT-Branche spürbar sind. Praktika, Werkstudententätigkeit und eigene Projekte verbessern die Chancen deutlich. Mit Erfahrung öffnen sich Wege in die Softwarearchitektur, zur technischen Teamleitung, ins Projektmanagement, in die IT-Beratung oder in die Spezialisierung auf Gebiete wie Sicherheit, maschinelles Lernen oder Embedded Systems. Auch Selbstständigkeit als Freelancer ist verbreitet.

Aufgaben

  • Anforderungen mit Fachabteilungen oder Kunden klären und in technische Konzepte übersetzen
  • Programme, Webanwendungen und Schnittstellen entwickeln
  • Datenbanken entwerfen und Abfragen schreiben
  • Software testen, Fehler analysieren und beheben
  • Bestehende Systeme warten, anpassen und modernisieren
  • Code im Team prüfen und Dokumentation erstellen
  • Anwendungen auf Servern oder in der Cloud bereitstellen und betreuen

Voraussetzungen

  • Bachelorabschluss in Angewandter Informatik oder vergleichbare Qualifikation
  • Fachhochschulreife oder Abitur für das Studium
  • Sicherer Umgang mit mindestens einer Programmiersprache wie Java, Python oder C#
  • Mathematisches und logisches Verständnis
  • Gute Englischkenntnisse zum Lesen von Dokumentation
  • Ausdauer bei konzentrierter Bildschirmarbeit und Fehlersuche
  • Bereitschaft zur ständigen Weiterbildung

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Bachelorstudium der Angewandten Informatik an einer Hochschule, das sechs bis sieben Semester dauert und mit dem Bachelor of Science abschließt. Ein anschließender Master dauert drei bis vier Semester; alternativ führen ein duales Studium oder die dreijährige Ausbildung zur Fachinformatikerin in verwandte Tätigkeiten.

Wo man arbeitet

  • Softwarehäuser und IT-Dienstleister
  • IT-Abteilungen von Industrie- und Handelsunternehmen
  • Banken und Versicherungen
  • Öffentliche Verwaltung und Hochschulen
  • Unternehmensberatungen
  • Krankenhäuser und Gesundheitswirtschaft

Was du als Angewandte Informatik verdienst

Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.

Berufseinstieg
4.300 € 3.700 – 5.200 €
Mit Berufserfahrung
5.500 € 4.700 – 6.600 €
Mit langjähriger Erfahrung
7.000 € 5.900 – 8.800 €

Das Gehalt hängt stark von Branche, Unternehmensgröße und Region ab: Großunternehmen in der Metall- und Elektroindustrie zahlen nach den ERA-Tarifverträgen der IG Metall deutlich mehr als kleine Softwarehäuser ohne Tarifbindung, und München oder Frankfurt liegen über ostdeutschen Standorten. Im öffentlichen Dienst gelten TVöD oder TV-L, wo Bachelorabsolventen meist in E 10 bis E 12 und Masterabsolventen in E 13 eingruppiert werden.

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