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Handwerk & Produktion

Anlagenmechaniker SHK

Anlagenmechaniker SHK installieren, warten und reparieren Heizungen, Sanitäranlagen, Lüftungs- und Klimatechnik in Wohnhäusern und Gewerbebauten. Zunehmend gehören Wärmepumpen, Solarthermie und Gebäudesteuerung zum Alltag.

Das Berufsbild

Was macht ein Anlagenmechaniker SHK?

Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik bauen die Technik ein, die ein Gebäude bewohnbar macht: Wasserleitungen, Abflüsse, Heizkessel, Wärmepumpen, Heizkörper, Fußbodenheizungen, Lüftungsanlagen. Auf Neubaustellen verlegen sie Rohre aus Kupfer, Stahl oder Kunststoff, pressen, löten und schweißen Verbindungen und prüfen die Leitungen auf Dichtheit. Bei Sanierungen reißen sie alte Bäder heraus, montieren Waschtische, Duschen und WCs und schließen sie an. Ein großer Teil der Arbeit ist Kundendienst: Heizungen warten, Brenner einstellen, Störungen suchen, defekte Pumpen oder Ventile tauschen. Dazu kommt die Inbetriebnahme und Einstellung von Regelungstechnik, oft mit Laptop oder Smartphone-App. Mit der Energiewende verschiebt sich die Arbeit deutlich in Richtung Wärmepumpen, Hybridsysteme, Solarthermie und hydraulischen Abgleich. Der Kontakt mit Kundschaft gehört dazu, etwa wenn erklärt werden muss, warum eine Reparatur länger dauert oder teurer wird.

Wie wird man Anlagenmechaniker SHK?

Der übliche Weg ist eine duale Ausbildung von dreieinhalb Jahren im Handwerksbetrieb und an der Berufsschule. Sie endet mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer. Ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben, die meisten Betriebe nehmen Bewerber mit Hauptschul- oder mittlerem Abschluss. Wichtig sind solide Kenntnisse in Mathematik und Physik. Quereinsteiger aus verwandten Metall- oder Elektroberufen finden oft als Helfer Zugang und können über eine Externenprüfung den Gesellenbrief nachholen. Umschulungen werden von der Arbeitsagentur gefördert und dauern meist rund 28 Monate.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich anstrengend. Heizkessel, Speicher und Badewannen werden getragen, oft über Treppen ohne Aufzug. Montiert wird kniend, liegend, über Kopf, in engen Kellern, Schächten und auf Rohbaustellen bei Kälte und Staub. Rücken und Knie leiden über die Jahre. Viele Betriebe haben einen Notdienst, der Bereitschaft am Abend, am Wochenende und an Feiertagen bedeutet, besonders im Winter, wenn Heizungen ausfallen. Die Tage beginnen früh, und Fahrzeiten zu Baustellen kommen hinzu. Der Termindruck ist hoch, weil Kundschaft lange wartet und Betriebe knapp besetzt sind. Die Technik wird komplexer, wer mithalten will, muss sich regelmäßig zu neuen Geräten, Kältemitteln und Vorschriften weiterbilden. Im Gegenzug sieht man am Ende des Tages, was man gebaut hat.

Aussichten

Die Nachfrage ist sehr hoch. Der Beruf gehört seit Jahren zu den Engpassberufen, viele Betriebe finden weder Auszubildende noch Gesellen. Gebäudesanierung, Heizungstausch und der Ausbau von Wärmepumpen sorgen auf absehbare Zeit für volle Auftragsbücher. Nach einigen Jahren Berufserfahrung ist eine Spezialisierung auf Kundendienst, Kälte- oder Lüftungstechnik möglich. Die Meisterprüfung erlaubt die Gründung eines eigenen Betriebs und die Ausbildung von Lehrlingen. Alternativ führt eine Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker für Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik in Planung und Bauleitung. Mit Abitur oder Fachhochschulreife steht ein Studium der Versorgungs- oder Gebäudetechnik offen. Auch Hersteller und Großhandel suchen erfahrene Kräfte für Werkskundendienst und technische Beratung.

Aufgaben

  • Rohrleitungen für Wasser, Heizung und Gas verlegen und verbinden
  • Heizkessel, Wärmepumpen und Solaranlagen montieren und in Betrieb nehmen
  • Bäder sanieren und Sanitärobjekte installieren
  • Heizungsanlagen warten, reinigen und einstellen
  • Störungen suchen und defekte Bauteile austauschen
  • Leitungen auf Dichtheit prüfen und Messprotokolle erstellen
  • Regelungstechnik programmieren und hydraulischen Abgleich durchführen
  • Kundschaft zur Bedienung der Anlagen einweisen

Voraussetzungen

  • Hauptschulabschluss oder mittlerer Schulabschluss, in der Praxis meist erwartet
  • Grundkenntnisse in Mathematik, Physik und technischem Zeichnen
  • Handwerkliches Geschick und räumliches Vorstellungsvermögen
  • Körperliche Belastbarkeit, auch für Arbeit in engen Räumen und über Kopf
  • Führerschein Klasse B, für Baustellen- und Kundendiensteinsätze fast immer nötig
  • Bereitschaft zu Notdienst und regelmäßiger Weiterbildung

Der Weg in den Beruf

Die duale Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre und findet im Handwerksbetrieb und an der Berufsschule statt. Sie endet mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer; mit guten Leistungen kann sie verkürzt werden. Umschulungen für Erwachsene dauern in der Regel etwa 28 Monate.

Wo man arbeitet

  • Handwerksbetriebe für Sanitär, Heizung und Klima
  • Neubau- und Sanierungsbaustellen
  • Privathaushalte im Kundendienst
  • Werkskundendienst von Heizungsherstellern
  • Haustechnik in Kliniken, Hotels und Industriebetrieben
  • Wohnungsbaugesellschaften und Facility-Management-Firmen

Was du als Anlagenmechaniker SHK verdienst

Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.

Berufseinstieg
2.800 € 2.500 – 3.100 €
Mit Berufserfahrung
3.300 € 2.900 – 3.700 €
Mit langjähriger Erfahrung
3.900 € 3.400 – 4.600 €

Im Handwerk gelten regionale Tarifverträge der SHK-Landesinnungsverbände mit der IG Metall, an die längst nicht jeder Betrieb gebunden ist; die Löhne liegen im Süden und in Ballungsräumen spürbar höher als im Osten und auf dem Land. Mehr verdienen meist Fachkräfte im Kundendienst mit Notdienstzulagen, bei Herstellern oder in der Industrie sowie Meister in Führungsposition.

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