Zum Inhalt springen

Bau & Immobilien

Architektur

Architektinnen und Architekten entwerfen Gebäude, planen sie technisch bis ins Detail und überwachen ihre Errichtung auf der Baustelle. Die Berufsbezeichnung ist gesetzlich geschützt und setzt die Eintragung in eine Architektenkammer voraus.

Das Berufsbild

Was macht ein Architekt?

Architektinnen und Architekten begleiten ein Bauvorhaben von der ersten Idee bis zur Übergabe. Am Anfang stehen Gespräche mit der Bauherrschaft über Raumbedarf, Budget und Grundstück. Daraus entstehen Skizzen, Entwürfe und Modelle, die schrittweise zu genehmigungsfähigen Plänen ausgearbeitet werden. Ein großer Teil der Arbeit findet am Rechner statt: Grundrisse, Schnitte und Ansichten in CAD- oder BIM-Software zeichnen, Flächen und Kosten berechnen, Baubeschreibungen verfassen. Dazu kommt die Abstimmung mit Tragwerksplanern, Haustechnik und Brandschutz sowie mit Bauämtern. Später schreiben Architekten Bauleistungen aus, prüfen Angebote, vergeben Aufträge an Handwerksbetriebe und kontrollieren auf der Baustelle, ob Qualität, Termine und Kosten eingehalten werden. Abgerechnet wird meist nach den Leistungsphasen der HOAI. Viele arbeiten heute vor allem im Bestand: Sanierung, Umbau, energetische Modernisierung und Denkmalpflege.

Wie wird man Architekt?

Der Weg führt über ein Hochschulstudium der Architektur, üblich sind ein Bachelor mit sechs bis acht Semestern und ein anschließender Master. Um sich Architektin oder Architekt nennen zu dürfen, ist die Eintragung in die Architektenkammer eines Bundeslandes nötig. Dafür verlangen die Kammern ein mindestens vierjähriges, je nach Land auch fünfjähriges Studium und meist zwei Jahre praktische Berufserfahrung, oft mit nachgewiesenen Fortbildungen. Erst mit der Eintragung erhält man in der Regel die Bauvorlageberechtigung. Ein Quereinstieg ohne Studium ist nicht möglich. Wer als Bauzeichnerin oder Bautechniker arbeitet, kann das Studium aber berufsbegleitend oder mit Anrechnung von Vorkenntnissen aufnehmen.

Was der Beruf verlangt

Der Beruf verbindet Gestaltung mit viel Technik, Recht und Verwaltung. Baurecht, Normen, Energievorgaben und Vergaberegeln nehmen einen erheblichen Teil der Arbeitszeit ein, der eigentliche Entwurf oft einen kleineren als erwartet. Abgabetermine bei Wettbewerben und Bauanträgen führen regelmäßig zu Überstunden, besonders in kleineren Büros. Auf der Baustelle sind Durchsetzungsvermögen und Verhandlungsgeschick gefragt, wenn Firmen Termine reißen oder Kosten steigen. Architekten haften für Planungs- und Überwachungsfehler, was eine Berufshaftpflichtversicherung nötig macht und Druck erzeugt. Gemessen an der langen Ausbildung gilt die Bezahlung gerade in den ersten Berufsjahren als niedrig, und Wettbewerbsarbeit wird häufig nicht vergütet.

Aussichten

Die Nachfrage hängt stark von der Baukonjunktur ab. Der Neubau, vor allem im Wohnungsbau, ist in den letzten Jahren durch hohe Zinsen und Baukosten deutlich eingebrochen, was viele Büros spüren. Stabiler sind Aufgaben im Bestand, in der energetischen Sanierung, im öffentlichen Bau und in der Bauverwaltung. Wer sich mit BIM, nachhaltigem Bauen oder Denkmalpflege auskennt, hat bessere Chancen. Entwicklungswege führen zur Projektleitung, zur Partnerschaft oder Gründung eines eigenen Büros, in die Bauherrenvertretung bei Unternehmen, in Bauämter oder als Sachverständige in die Gutachtertätigkeit.

Aufgaben

  • Entwürfe, Skizzen und Modelle für Neubauten und Umbauten erstellen
  • Genehmigungs- und Ausführungspläne in CAD- oder BIM-Software zeichnen
  • Baukosten schätzen, berechnen und fortschreiben
  • Bauanträge vorbereiten und mit Bauämtern abstimmen
  • Planung mit Statik, Haustechnik und Brandschutz koordinieren
  • Bauleistungen ausschreiben und Angebote von Handwerksbetrieben prüfen
  • Baustellen überwachen, Mängel dokumentieren und Abnahmen durchführen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Architekturstudium, in der Regel Bachelor und Master
  • Eintragung in die Architektenkammer für das Führen der Berufsbezeichnung
  • Sicherer Umgang mit CAD- und BIM-Programmen
  • Räumliches Vorstellungsvermögen und gestalterisches Urteilsvermögen
  • Kenntnisse in Baurecht, Bautechnik und Normen
  • Verhandlungsgeschick und Belastbarkeit bei Terminen und Konflikten auf der Baustelle

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Architekturstudium an einer Hochschule oder Universität mit Bachelor (sechs bis acht Semester) und Master (zwei bis vier Semester). Danach folgen meist zwei Jahre Berufspraxis, bevor die Eintragung in die Architektenkammer möglich ist, mit der man die geschützte Berufsbezeichnung führen darf.

Wo man arbeitet

  • Architekturbüros
  • Generalplaner- und Ingenieurbüros
  • Bauunternehmen und Projektentwickler
  • Bauämter und Hochbauverwaltungen
  • Wohnungsbaugesellschaften
  • Eigenes Büro als Selbstständige

Was du als Architektur verdienst

Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.

Berufseinstieg
3.500 € 3.000 – 4.100 €
Mit Berufserfahrung
4.300 € 3.700 – 5.200 €
Mit langjähriger Erfahrung
5.800 € 4.800 – 7.500 €

Einen flächendeckenden Tarifvertrag für Architekturbüros gibt es nicht, Gehälter werden frei verhandelt und sind in kleinen Büros oft deutlich niedriger als bei großen Planungsgesellschaften, Bauunternehmen oder Projektentwicklern. Im öffentlichen Dienst gilt der TVöD beziehungsweise der TV-L, meist in den Entgeltgruppen E10 bis E13, was planbare und vergleichsweise solide Gehälter bringt.

Gehalt als Architektur nach Bundesland → Was dir in der Ausbildung zusteht →

Offene Stellen als Architektur

Alle Anzeigen zu diesem Beruf →

Alle Stellen in Bau & Immobilien

Verwandte Berufe