Ausbilder für Elektriker
Ausbilder für Elektriker vermitteln Auszubildenden in Betrieben, Lehrwerkstätten und überbetrieblichen Bildungszentren die praktischen und fachlichen Grundlagen der Elektrotechnik. Sie planen die Ausbildung, leiten Übungen an, prüfen Arbeitsergebnisse und bereiten auf die Gesellen- oder Abschlussprüfung vor.
Das Berufsbild
Was macht ein Ausbilder für Elektriker?
Ausbilder für Elektriker begleiten junge Menschen durch drei bis dreieinhalb Jahre Ausbildung, etwa zur Elektronikerin für Energie- und Gebäudetechnik oder zum Elektroniker für Betriebstechnik. In der Lehrwerkstatt zeigen sie, wie man Leitungen abisoliert und verlegt, Unterverteilungen verdrahtet, Schützschaltungen aufbaut, Steuerungen programmiert und Anlagen nach VDE-Vorschriften prüft. Sie erklären Messverfahren, kontrollieren Schutzmaßnahmen und achten darauf, dass niemand unter Spannung arbeitet. Ein großer Teil der Arbeit ist Planung: Ausbildungspläne nach der Ausbildungsordnung erstellen, Übungsaufgaben entwickeln, Material bestellen, Berichtshefte abzeichnen, Beurteilungen schreiben. Dazu kommen Gespräche mit Auszubildenden, Eltern, Berufsschule und Fachabteilungen. In überbetrieblichen Bildungszentren der Handwerkskammern betreuen Ausbilder wechselnde Gruppen aus vielen kleinen Betrieben in mehrwöchigen Lehrgängen. Viele wirken zusätzlich in Prüfungsausschüssen mit.
Wie wird man Ausbilder für Elektriker?
Ein eigener Ausbildungsberuf ist es nicht. Der übliche Weg führt über eine abgeschlossene Ausbildung in einem Elektroberuf, mehrere Jahre Praxis und eine Weiterbildung zum Elektrotechnikermeister oder staatlich geprüften Techniker. Pflicht ist die Ausbilder-Eignungsprüfung nach AEVO, die viele bereits im Teil IV der Meisterprüfung ablegen. Sie lässt sich auch separat in einem Lehrgang von einigen Wochen erwerben. Ingenieurinnen und Ingenieure der Elektrotechnik mit Praxiserfahrung steigen ebenfalls ein, besonders in der Industrie. Wer aus dem Betrieb kommt, übernimmt oft zunächst nebenher Ausbildungsaufgaben, bevor eine hauptamtliche Stelle in der Ausbildungswerkstatt folgt.
Was der Beruf verlangt
Fachlich muss ein Ausbilder auf dem aktuellen Stand bleiben: Photovoltaik, Wallboxen, Gebäudeautomation, neue Normen und digitale Messtechnik kommen laufend in die Lehrpläne. Mindestens so anspruchsvoll ist die pädagogische Seite. Die Gruppen sind heterogen, manche Auszubildende bringen schwache Mathematikkenntnisse, Sprachprobleme oder wenig Motivation mit, Abbrüche gehören zum Alltag. Geduld, Konsequenz und Durchsetzungsvermögen sind gefragt, ebenso die Bereitschaft, Konflikte auszuhalten. Die Verantwortung für die Sicherheit ist hoch, denn Fehler beim Umgang mit Strom können schwere Unfälle verursachen. Die Arbeitszeiten sind meist geregelt und tagsüber, Schichtdienst ist selten. Körperlich ist die Arbeit leichter als auf der Baustelle, viel Stehen in der Werkstatt bleibt aber. Bei Bildungsträgern sind Stellen gelegentlich an befristete Maßnahmen gebunden.
Aussichten
Die Nachfrage ist gut. Die Energiewende erhöht den Bedarf an Elektrofachkräften, gleichzeitig gehen viele erfahrene Ausbilder in Rente. Industriebetriebe, Energieversorger und Bildungszentren suchen Nachwuchs für ihre Ausbildungswerkstätten, kleine Handwerksbetriebe finden oft kaum Zeit für Ausbildung und sind auf überbetriebliche Lehrgänge angewiesen. Entwicklungswege führen zur Leitung einer Ausbildungswerkstatt oder eines Bildungszentrums, in die Erwachsenenbildung und Meistervorbereitung, in Prüfungsausschüsse oder mit einem Studium der Berufspädagogik in den Lehrdienst an Berufsschulen.
Aufgaben
- Praktische Übungen zu Installation, Steuerungstechnik und Messtechnik anleiten
- Ausbildungspläne nach der Ausbildungsordnung erstellen und anpassen
- Arbeitsergebnisse prüfen und Auszubildende beurteilen
- Auf Zwischen- und Gesellenprüfungen vorbereiten
- Sicherheitsregeln und VDE-Vorschriften vermitteln und deren Einhaltung überwachen
- Berichtshefte kontrollieren und Gespräche mit Auszubildenden führen
- Werkstatt, Werkzeuge und Übungsmaterial organisieren
- Mit Berufsschule, Betrieben und Kammer zusammenarbeiten
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung in einem Elektroberuf und mehrjährige Berufserfahrung
- Meisterprüfung im Elektrotechniker-Handwerk, Abschluss als staatlich geprüfter Techniker oder Ingenieurstudium
- Ausbilder-Eignungsprüfung nach AEVO
- Qualifikation als Elektrofachkraft und sichere Kenntnis der VDE-Normen
- Geduld, Konfliktfähigkeit und Freude am Erklären
- Bereitschaft zur regelmäßigen fachlichen Weiterbildung
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine drei- bis dreieinhalbjährige Ausbildung in einem Elektroberuf, danach Berufspraxis und die Meisterprüfung oder eine zweijährige Technikerweiterbildung in Vollzeit, berufsbegleitend entsprechend länger. Die Ausbilder-Eignungsprüfung nach AEVO ist Voraussetzung und ist in der Meisterprüfung enthalten oder wird separat nach einem mehrwöchigen Lehrgang abgelegt.
Wo man arbeitet
- Ausbildungswerkstätten von Industriebetrieben
- Überbetriebliche Bildungszentren der Handwerkskammern und Innungen
- Energieversorger und Stadtwerke
- Elektrohandwerksbetriebe
- Bildungsträger und Berufsförderungswerke
Was du als Ausbilder für Elektriker verdienst
Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.
- Berufseinstieg
- 3.700 € 3.200 – 4.300 €
- Mit Berufserfahrung
- 4.200 € 3.600 – 4.900 €
- Mit langjähriger Erfahrung
- 4.900 € 4.200 – 5.800 €
Am meisten hängt das Gehalt vom Arbeitgeber ab: In der Metall- und Elektroindustrie nach den Tarifverträgen der IG Metall und bei Energieversorgern wird deutlich besser gezahlt als in Handwerksbetrieben, Bildungszentren der Kammern zahlen oft in Anlehnung an den TVöD oder nach Haustarif. Bei Bildungsträgern für Maßnahmen der Arbeitsagentur gilt als Untergrenze der Mindestlohn-Tarifvertrag für die Aus- und Weiterbildungsbranche, die Bezahlung liegt dort häufig am unteren Rand.
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