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Vertrieb & Kundenservice

Bachelor of Arts BWL

Absolventinnen und Absolventen eines betriebswirtschaftlichen Bachelorstudiums (B.A.) arbeiten im Vertrieb und Kundenservice an der Schnittstelle zwischen Unternehmen und Kunden: Sie akquirieren und betreuen Geschäftskunden, kalkulieren Angebote und werten Verkaufszahlen aus.

Das Berufsbild

Was macht ein Bachelor of Arts BWL im Vertrieb?

Wer mit einem BWL-Bachelor in den Vertrieb geht, arbeitet meist zunächst im Innendienst, als Junior Sales Manager, im Key Account Management oder im Customer Success. Der Alltag besteht aus Telefonaten, Videocalls und E-Mails mit Bestands- und Neukunden. Dazu kommen Angebote kalkulieren, Preise und Konditionen verhandeln, Verträge vorbereiten und Reklamationen klären. Ein großer Teil der Arbeit findet im CRM-System statt: Kontakte pflegen, Verkaufschancen dokumentieren, Prognosen für das Quartal abgeben. Wer stärker analytisch arbeitet, wertet Umsatzzahlen nach Regionen oder Produktgruppen aus, bereitet Präsentationen für Kundentermine vor oder unterstützt die Vertriebsleitung bei der Planung. Im Außendienst kommen Reisen zu Kunden und Messeauftritte hinzu.

Wie wird man Bachelor of Arts BWL?

Der Abschluss wird an Universitäten, Fachhochschulen oder Dualen Hochschulen erworben und dauert in der Regel sechs bis sieben Semester. Voraussetzung ist das Abitur oder die Fachhochschulreife, an manchen Hochschulen auch eine abgeschlossene Berufsausbildung mit Berufserfahrung. Viele Hochschulen bieten Schwerpunkte wie Marketing, Vertriebsmanagement oder Handel an. Ein duales Studium in einem Unternehmen verbindet Theorie mit Praxisphasen und erleichtert den Einstieg deutlich. Wer bereits eine kaufmännische Ausbildung hat, etwa als Industriekaufmann oder Kauffrau im Groß- und Außenhandel, kann berufsbegleitend studieren. Im Vertrieb ist ein Quereinstieg ohne Studium grundsätzlich möglich, der Bachelor öffnet aber schneller den Weg in Key-Account- und Führungspositionen.

Was der Beruf verlangt

Vertrieb wird an Zahlen gemessen. Monats- und Quartalsziele, Pipeline-Reviews und Ranglisten gehören in vielen Unternehmen dazu, und ein Teil des Einkommens hängt oft vom Erreichen dieser Ziele ab. Das erzeugt Druck, besonders in schwachen Marktphasen, wenn Abschlüsse ausbleiben, obwohl die Arbeit gemacht wurde. Absagen sind alltäglich, wer sie persönlich nimmt, hat es schwer. Im Außendienst bedeutet der Beruf viele Stunden im Auto oder Zug und Übernachtungen außer Haus. Die Arbeitszeiten sind formal geregelt, richten sich praktisch aber nach Kunden, Messen und Abschlussterminen. Im Kundenservice wiederum kann der Kontakt mit verärgerten Kunden belasten. Das Studium selbst vermittelt viel Theorie, aber wenig Verkaufspraxis; Gesprächsführung und Verhandeln lernt man im Job.

Aussichten

Vertriebsstellen gehören zu den am häufigsten ausgeschriebenen Positionen für Wirtschaftsabsolventen, die Nachfrage ist branchenübergreifend stabil. Gleichzeitig ist BWL eines der meiststudierten Fächer, der Abschluss allein hebt niemanden hervor. Praktika, Werkstudentenjobs und Fremdsprachen machen den Unterschied. Technisches Verständnis wird in Industrie, IT und Medizintechnik stark nachgefragt. Entwicklungswege führen vom Innendienst in den Außendienst, ins Key Account Management, in die Vertriebsleitung oder in angrenzende Bereiche wie Produktmanagement, Business Development und Marketing. Ein Master oder MBA ist für Führungsrollen hilfreich, aber nicht zwingend. Die Digitalisierung verändert den Beruf: Routineanfragen übernehmen zunehmend automatisierte Systeme, während Beratung komplexer Produkte und die Pflege langfristiger Kundenbeziehungen wichtiger werden.

Aufgaben

  • Neukunden recherchieren, ansprechen und für Termine gewinnen
  • Bestandskunden betreuen und Folgeaufträge vorbereiten
  • Angebote kalkulieren und Konditionen verhandeln
  • Verkaufschancen und Kundenkontakte im CRM-System dokumentieren
  • Umsatzzahlen auswerten und Absatzprognosen erstellen
  • Präsentationen für Kundentermine und Messen vorbereiten
  • Reklamationen und Rückfragen mit Fachabteilungen klären

Voraussetzungen

  • Abitur oder Fachhochschulreife für das Studium
  • Abgeschlossenes Bachelorstudium der Betriebswirtschaftslehre
  • Sicherer Umgang mit Excel und CRM-Software
  • Gute Englischkenntnisse, bei internationalen Kunden weitere Sprachen
  • Kommunikationsstärke und Belastbarkeit bei Zieldruck und Absagen
  • Führerschein Klasse B für Tätigkeiten im Außendienst

Der Weg in den Beruf

Der übliche Weg ist ein Bachelorstudium der Betriebswirtschaftslehre an einer Hochschule, das sechs bis sieben Semester dauert und mit dem Bachelor of Arts abschließt. Alternativ führt ein dreijähriges duales Studium mit Praxisphasen im Unternehmen zum selben Abschluss. Den Einstieg in den Vertrieb erleichtern Praktika oder Werkstudententätigkeiten während des Studiums.

Wo man arbeitet

  • Industrieunternehmen
  • Groß- und Außenhandel
  • IT- und Softwareunternehmen
  • Banken und Versicherungen
  • Pharma- und Medizintechnikunternehmen
  • Konsumgüterhersteller

Was du als Bachelor of Arts BWL verdienst

Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.

Berufseinstieg
3.800 € 3.200 – 4.600 €
Mit Berufserfahrung
5.000 € 4.200 – 6.200 €
Mit langjähriger Erfahrung
6.800 € 5.500 – 8.500 €

Am stärksten hängt das Gehalt von der Branche und dem variablen Anteil ab: Pharma, Medizintechnik, IT und Industrie zahlen deutlich mehr als Handel oder Dienstleistung, und Provisionen oder Boni können das hier genannte Fixgehalt erheblich erhöhen. In tarifgebundenen Betrieben gelten etwa die Tarifverträge der Metall- und Elektroindustrie (IG Metall), der Chemischen Industrie oder des Groß- und Außenhandels, vielfach wird im Vertrieb aber außertariflich verhandelt.

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