Bachelor of Science
Absolventinnen und Absolventen eines naturwissenschaftlich-technischen Bachelorstudiums, etwa in Maschinenbau, Elektrotechnik, Informatik oder Verfahrenstechnik, arbeiten als Ingenieure in Entwicklung, Konstruktion, Produktion, Prüfung oder technischem Vertrieb. Der Bachelor of Science ist ein Studienabschluss und kein eigener Beruf. Erst die Fachrichtung bestimmt, welche Stellen offenstehen.
Das Berufsbild
Was macht ein Bachelor of Science?
Der Bachelor of Science ist ein akademischer Grad. Wer ihn in einem technischen Fach erworben hat, arbeitet meist als Ingenieurin oder Ingenieur, häufig mit einer Bezeichnung wie Entwicklungsingenieur, Konstrukteurin, Projektingenieur oder Prozessingenieurin. Die tägliche Arbeit hängt stark vom Fach und vom Betrieb ab.
In der Entwicklung werden Bauteile am Rechner konstruiert, Berechnungen zu Festigkeit, Wärme oder Strömung angestellt und Prototypen getestet. In der Produktion geht es darum, Abläufe zu planen, Maschinen einzurichten, Fehlerursachen zu suchen und Kennzahlen auszuwerten. In der Qualitätssicherung werden Messungen und Prüfpläne erstellt, Reklamationen bearbeitet und Normen eingehalten. Ein großer Teil der Zeit entfällt auf Abstimmung mit anderen Abteilungen, Lieferanten und Kunden, auf Dokumentation, Präsentationen und Besprechungen. Reine Rechenarbeit am Schreibtisch ist seltener, als viele Studierende erwarten.
Wie wird man Bachelor of Science?
Der Abschluss wird an einer Universität oder Hochschule für angewandte Wissenschaften erworben, in der Regel nach sechs bis sieben Semestern. Voraussetzung ist meist das Abitur oder die Fachhochschulreife. Beruflich Qualifizierte, etwa Meister oder Technikerinnen, können je nach Bundesland ebenfalls zugelassen werden. Duale Studiengänge verbinden das Studium mit Praxisphasen in einem Unternehmen und werden dort oft bezahlt. Die ersten Semester sind von Mathematik, Physik und technischer Mechanik geprägt, und hier brechen viele ab. Nach dem Bachelor ist ein Master möglich, für Forschung und manche Leitungsstellen wird er erwartet, für den Berufseinstieg in der Industrie meist nicht. Für den Titel Ingenieur regeln die Ingenieurgesetze der Länder, welche Studiengänge dazu berechtigen.
Was der Beruf verlangt
Gefragt sind solides mathematisches Verständnis, Sorgfalt und die Fähigkeit, sich in neue Technik einzuarbeiten. Ebenso wichtig sind Kommunikation und Englisch, weil viele Projekte international laufen. Die Arbeitszeiten sind überwiegend regulär, vor Projektterminen, Anläufen neuer Produkte oder bei Störungen in der Produktion fallen aber Überstunden an. Wer in der Inbetriebnahme oder im Service arbeitet, ist oft wochenlang auf Reisen. Schwer fällt vielen der Druck durch Termine und Kosten, die Verantwortung für Fehler, die teuer werden können, und der hohe Anteil an Verwaltung und Abstimmung. Der Einstieg kann holprig sein, weil das Studium Grundlagen vermittelt, die betriebliche Praxis aber erst im Job gelernt wird.
Aussichten
Ingenieure werden in vielen Fachrichtungen gesucht, besonders in Elektrotechnik, Energie- und Versorgungstechnik, Bauingenieurwesen und Informatik. Im Maschinenbau und in der Automobilzulieferung ist die Lage wechselhafter und hängt stark von der Konjunktur und dem Umbau der Branche ab. Mit Erfahrung führen typische Wege in die Projektleitung, in Teamleitungen, in Fachexpertenrollen oder in den technischen Vertrieb. Ein berufsbegleitender Master, eine Spezialisierung etwa in Funktionaler Sicherheit oder Projektmanagement sowie der Wechsel in Behörden, Prüforganisationen oder die Selbstständigkeit als Sachverständiger sind weitere Möglichkeiten.
Aufgaben
- Bauteile und Anlagen mit CAD-Programmen konstruieren
- Technische Berechnungen und Simulationen durchführen
- Prototypen und Serienteile prüfen und Messergebnisse auswerten
- Fertigungsabläufe planen und Fehlerursachen in der Produktion suchen
- Lastenhefte, Prüfpläne und technische Dokumentationen erstellen
- Projekte mit Kunden, Lieferanten und anderen Abteilungen abstimmen
- Normen, Sicherheitsvorschriften und Kostenvorgaben einhalten
Voraussetzungen
- Abgeschlossenes Bachelorstudium in einem technischen oder naturwissenschaftlichen Fach
- Sicherer Umgang mit Mathematik, Physik und fachspezifischer Software
- Gute Englischkenntnisse in Wort und Schrift
- Fähigkeit zu strukturiertem und sorgfältigem Arbeiten
- Kommunikations- und Teamfähigkeit für die Abstimmung in Projekten
- Je nach Stelle Reisebereitschaft und Führerschein
Der Weg in den Beruf
Üblich ist ein Bachelorstudium an einer Universität oder Hochschule für angewandte Wissenschaften mit einer Regelstudienzeit von sechs bis sieben Semestern, Abschluss Bachelor of Science. Alternativ führt ein duales Studium in Kooperation mit einem Betrieb zum selben Abschluss. Ein anschließender Master dauert weitere drei bis vier Semester.
Wo man arbeitet
- Industrieunternehmen im Maschinen- und Anlagenbau
- Elektro- und Automobilindustrie
- Ingenieur- und Planungsbüros
- Energieversorger und Stadtwerke
- Behörden und Prüforganisationen
- Forschungseinrichtungen und Hochschulen
Was du als Bachelor of Science verdienst
Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.
- Berufseinstieg
- 4.200 € 3.500 – 5.000 €
- Mit Berufserfahrung
- 5.200 € 4.300 – 6.300 €
- Mit langjähriger Erfahrung
- 6.500 € 5.300 – 8.500 €
Am stärksten hängt das Gehalt von Branche, Betriebsgröße und Tarifbindung ab: Große Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie mit Tarifvertrag der IG Metall (ERA) zahlen deutlich mehr als kleine Ingenieurbüros ohne Tarif, im öffentlichen Dienst gelten TVöD oder TV-L mit meist niedrigeren, aber planbaren Gehältern. Auch die Fachrichtung und eine spätere Führungsrolle verschieben die Werte spürbar.
Gehalt als Bachelor of Science nach Bundesland → Was dir in der Ausbildung zusteht →
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