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Bau & Immobilien

Bauingenieur Tiefbau

Bauingenieurinnen und Bauingenieure im Tiefbau planen, berechnen und überwachen Bauwerke im und unter dem Erdboden: Straßen, Kanäle, Leitungsnetze, Baugruben, Brückenfundamente und Tunnel.

Das Berufsbild

Was macht ein Bauingenieur im Tiefbau?

Im Tiefbau geht es um alles, was unter oder auf der Erdoberfläche gebaut wird: Straßen und Wege, Abwasserkanäle, Wasser- und Gasleitungen, Gleisanlagen, Baugruben, Dämme und Tunnel. Wer im Ingenieurbüro arbeitet, erstellt Entwürfe und Ausführungspläne, berechnet Rohrquerschnitte, Gefälle oder Böschungen, wertet Baugrundgutachten aus, ermittelt Mengen und Kosten und schreibt Leistungsverzeichnisse für die Ausschreibung. Bei Baufirmen liegt der Schwerpunkt auf der Bauleitung: Bauabläufe planen, Kolonnen und Nachunternehmer koordinieren, Material und Geräte disponieren, Aufmaße erstellen, Nachträge kalkulieren und Abnahmen begleiten. In Behörden, etwa im Tiefbauamt oder bei einer Autobahngesellschaft, prüfen Ingenieure Planungen, vergeben Aufträge, überwachen Baustellen als Bauherrenvertreter und kümmern sich um den Unterhalt bestehender Netze. Ein großer Teil der Arbeit findet am Rechner statt, mit CAD-Programmen, Ausschreibungssoftware und zunehmend mit BIM-Modellen. Dazu kommen Baubesprechungen, Abstimmungen mit Versorgern, Verkehrsbehörden und Anwohnern sowie viel Schriftverkehr.

Wie wird man Bauingenieur im Tiefbau?

Der übliche Weg ist ein Studium des Bauingenieurwesens an einer Hochschule oder Universität, mit Bachelor nach sechs bis sieben Semestern. Viele wählen einen Schwerpunkt in Verkehrswegebau, Siedlungswasserwirtschaft oder Geotechnik. Ein Master ist für die meisten Stellen nicht nötig, öffnet aber den höheren Dienst in Behörden und spezialisierte Aufgaben in Statik oder Grundbau. Duale Studiengänge verbinden das Studium mit einer Ausbildung, etwa zum Straßenbauer oder Tiefbaufacharbeiter, und sind bei Baufirmen verbreitet. Wer bereits als Bautechniker oder Polier Erfahrung hat, kann über ein berufsbegleitendes Studium aufsteigen. Für bestimmte Tätigkeiten, etwa als Prüfingenieur oder bauvorlageberechtigte Person, verlangen die Ingenieurkammern zusätzliche Berufserfahrung und Eintragungen.

Was der Beruf verlangt

Auf der Baustelle zählt Durchsetzungsvermögen: Termine drängen, das Wetter stört, Leitungen liegen nicht dort, wo sie im Plan stehen, und der Bauherr will Kosten sparen. Bauleiter arbeiten oft mehr als vierzig Stunden, beginnen früh und sind bei Störungen auch abends erreichbar. Projekte liegen nicht immer am Wohnort, wechselnde Einsatzorte und Fahrzeiten sind bei größeren Firmen normal. Die Verantwortung ist hoch, Fehler bei Baugruben oder Verbau können Menschen gefährden. Im Büro und in der Verwaltung sind die Arbeitszeiten geregelter, dafür prägen Formulare, Vergaberecht und lange Abstimmungsrunden den Alltag. Wer gern rechnet und plant, aber ungern mit Konflikten umgeht, fühlt sich im Büro meist wohler als in der Bauleitung.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und dürfte es bleiben. Viele Brücken, Straßen und Kanalnetze sind sanierungsbedürftig, dazu kommen Glasfaserausbau, Fernwärme, Stromtrassen und Hochwasserschutz. Kommunen und Bauämter finden oft keine Bewerber, weil ältere Beschäftigte in Rente gehen. Berufseinsteiger haben deshalb gute Chancen, auch ohne Master. Entwicklungswege führen zur Oberbauleitung, Projektleitung oder Niederlassungsleitung, zur Spezialisierung als Sachverständiger für Geotechnik oder Kanalsanierung, in die Leitung eines Tiefbauamts oder in die Selbstständigkeit mit einem eigenen Ingenieurbüro.

Aufgaben

  • Straßen, Kanäle und Leitungstrassen planen und berechnen
  • Ausführungspläne mit CAD- oder BIM-Software erstellen
  • Mengen und Kosten ermitteln und Leistungsverzeichnisse schreiben
  • Angebote prüfen und Aufträge vergeben
  • Baustellen leiten, Kolonnen und Nachunternehmer koordinieren
  • Aufmaße erstellen, Nachträge kalkulieren und abrechnen
  • Baubesprechungen führen und mit Behörden und Versorgern abstimmen
  • Bauabnahmen durchführen und Mängel dokumentieren

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Studium des Bauingenieurwesens, mindestens Bachelor
  • Sicherheit in Statik, Hydraulik, Bodenmechanik und Vermessung
  • Kenntnisse in VOB, HOAI und Vergaberecht
  • Umgang mit CAD-, AVA- und zunehmend BIM-Software
  • Führerschein Klasse B für Baustellenfahrten
  • Durchsetzungsvermögen und Belastbarkeit bei Termindruck
  • Bereitschaft, bei jedem Wetter draußen auf der Baustelle zu sein

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Bachelorstudium Bauingenieurwesen von sechs bis sieben Semestern, oft mit Schwerpunkt Verkehrswesen, Wasserwirtschaft oder Geotechnik; ein anschließender Master dauert drei bis vier Semester. Alternativ führt ein duales Studium in etwa viereinhalb Jahren zu Gesellenbrief und Bachelorabschluss.

Wo man arbeitet

  • Bauunternehmen des Tief- und Straßenbaus
  • Ingenieur- und Planungsbüros
  • Tiefbauämter und Bauverwaltungen von Kommunen und Ländern
  • Autobahn GmbH und Deutsche Bahn
  • Stadtwerke, Wasser- und Abwasserverbände
  • Energieversorger und Netzbetreiber

Was du als Bauingenieur Tiefbau verdienst

Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.

Berufseinstieg
4.300 € 3.700 – 5.000 €
Mit Berufserfahrung
5.300 € 4.500 – 6.200 €
Mit langjähriger Erfahrung
6.800 € 5.800 – 8.500 €

In Baufirmen gilt häufig der Gehaltstarifvertrag für Angestellte im Bauhauptgewerbe, im öffentlichen Dienst der TVöD oder TV-L meist in den Entgeltgruppen 10 bis 12, wobei Behörden etwas weniger zahlen als große Bauunternehmen. Am stärksten hängt das Gehalt davon ab, ob man in der Bauleitung eines großen Konzerns, in einem kleinen Ingenieurbüro oder in der Verwaltung arbeitet.

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