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Bau & Immobilien

Bauleitung

Bauleiterinnen und Bauleiter steuern Bauprojekte auf der Baustelle: Sie planen Abläufe, koordinieren Gewerke, überwachen Qualität, Termine und Kosten und tragen die Verantwortung für die Sicherheit vor Ort.

Das Berufsbild

Was macht ein Bauleiter oder eine Bauleiterin?

Die Bauleitung sorgt dafür, dass ein Bauwerk so entsteht, wie es geplant und vertraglich vereinbart ist. Auf Seiten der Baufirma heißt das: Personal und Nachunternehmer einteilen, Material und Geräte bestellen, Bauzeitenpläne aufstellen und fortschreiben, Aufmaße prüfen, Nachträge kalkulieren und Abschlagsrechnungen vorbereiten. Auf Seiten des Bauherrn oder Architekturbüros überwacht die Bauleitung die ausführenden Firmen, nimmt Leistungen ab, dokumentiert Mängel und prüft Rechnungen. In beiden Fällen gehören Baubesprechungen, Bautagebuch, Abstimmungen mit Behörden, Prüfstatikern und Fachplanern sowie die Kontrolle des Arbeitsschutzes zum Alltag. Ein großer Teil der Arbeit findet am Schreibtisch im Baucontainer oder Büro statt, ein anderer bei Rundgängen über die Baustelle, oft bei Regen, Kälte oder Hitze. Viele Bauleitungen betreuen mehrere Baustellen gleichzeitig.

Wie wird man Bauleiter oder Bauleiterin?

Der übliche Weg führt über ein Studium des Bauingenieurwesens, der Architektur oder des Wirtschaftsingenieurwesens Bau, meist als Bachelor an einer Hochschule mit sechs bis sieben Semestern. Danach folgt häufig ein Einstieg als Junior- oder Assistenzbauleitung, in größeren Unternehmen auch ein Traineeprogramm. Ein zweiter Weg steht Praktikern offen: Wer eine Ausbildung im Bauhandwerk abgeschlossen und sich zum staatlich geprüften Bautechniker, Meister oder geprüften Polier weitergebildet hat, übernimmt nach einigen Jahren Berufserfahrung oft die Bauleitung kleinerer und mittlerer Projekte. Für die Rolle des verantwortlichen Bauleiters nach Landesbauordnung verlangen die Bundesländer Sachkunde und Erfahrung, die Anforderungen unterscheiden sich je nach Land.

Was der Beruf verlangt

Die Bauleitung steht zwischen allen Beteiligten: Bauherr, Planer, Geschäftsleitung, Nachunternehmer und eigene Kolonnen haben unterschiedliche Interessen, und Konflikte über Termine, Mängel und Geld sind die Regel. Dafür braucht es Durchsetzungsvermögen, Verhandlungsgeschick und ein belastbares Nervenkostüm. Die Verantwortung ist hoch, auch rechtlich, etwa bei Unfällen oder Bauschäden. Arbeitstage beginnen früh, Überstunden in heißen Phasen vor Fertigstellungsterminen sind üblich, und Anfahrten zu wechselnden Baustellen kosten Zeit. Bei überregional tätigen Firmen kommen Montagewochen fern vom Wohnort dazu. Der Dokumentations- und Verwaltungsaufwand ist erheblich und wird von vielen als zermürbend empfunden. Wer gerne selbst baut, sollte wissen, dass in diesem Beruf vor allem organisiert, kontrolliert und verhandelt wird.

Aussichten

Bauleitungen werden seit Jahren dringend gesucht, im Hochbau ebenso wie im Tief-, Straßen- und Ingenieurbau. Der Bedarf an Sanierung von Brücken, Schienen, Leitungsnetzen und Bestandsgebäuden sowie die energetische Modernisierung sichern die Nachfrage auch dann, wenn der Wohnungsneubau schwächelt. Viele erfahrene Fachkräfte gehen in den kommenden Jahren in Rente. Entwicklungswege führen zur Oberbauleitung, Projektleitung oder Niederlassungsleitung, in die Kalkulation, das Projektmanagement auf Bauherrenseite oder in den öffentlichen Dienst, etwa in Bauämter und Straßenbauverwaltungen. Auch die Selbstständigkeit als Bauleitung oder Projektsteuerung ist möglich.

Aufgaben

  • Bauabläufe planen und Bauzeitenpläne fortschreiben
  • Nachunternehmer und eigene Kolonnen koordinieren
  • Material, Geräte und Lieferungen disponieren
  • Baubesprechungen leiten und Bautagebuch führen
  • Qualität und Arbeitssicherheit auf der Baustelle kontrollieren
  • Aufmaße erstellen, Nachträge kalkulieren und Rechnungen prüfen
  • Abnahmen durchführen und Mängel verfolgen
  • Mit Bauherren, Planern und Behörden verhandeln

Voraussetzungen

  • Studium im Bauingenieurwesen, in der Architektur oder vergleichbar, alternativ Bautechniker, Meister oder Polier mit Berufserfahrung
  • Kenntnisse in VOB, Baurecht und Arbeitsschutz
  • Organisationstalent und Durchsetzungsvermögen
  • Belastbarkeit bei Termindruck und Konflikten
  • Bereitschaft zur Arbeit im Freien bei jedem Wetter
  • Führerschein Klasse B, oft Reisebereitschaft

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Bachelorstudium im Bauingenieurwesen oder in der Architektur mit sechs bis sieben Semestern, danach ein Einstieg als Junior- oder Assistenzbauleitung. Alternativ führt eine Ausbildung im Bauhandwerk mit anschließender zwei- bis vierjähriger Weiterbildung zum Bautechniker, Meister oder Polier und mehreren Jahren Praxis in die Bauleitung.

Wo man arbeitet

  • Bauunternehmen im Hoch- und Tiefbau
  • Straßen- und Ingenieurbaufirmen
  • Architektur- und Ingenieurbüros
  • Projektentwickler und Wohnungsbaugesellschaften
  • Öffentliche Bauverwaltungen
  • Ausbau- und Handwerksbetriebe

Was du als Bauleitung verdienst

Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.

Berufseinstieg
4.200 € 3.700 – 4.800 €
Mit Berufserfahrung
5.300 € 4.600 – 6.200 €
Mit langjähriger Erfahrung
6.800 € 5.800 – 8.500 €

In tarifgebundenen Baufirmen gilt der Gehaltstarifvertrag für Angestellte und Poliere im Baugewerbe, im öffentlichen Dienst der TVöD oder TV-L, meist ab Entgeltgruppe E10 bis E12; viele Bauleitungen werden jedoch außertariflich frei verhandelt. Am stärksten wirken Unternehmensgröße, Projektvolumen und Sparte: Große Baukonzerne und der Ingenieur- und Tiefbau zahlen deutlich mehr als kleine Handwerksbetriebe, und ein Dienstwagen gehört häufig dazu.

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