Brandschutzmonteur / Monteur baulicher Brandschutz
Brandschutzmonteure verschließen Durchbrüche in Wänden und Decken, bekleiden Bauteile mit Brandschutzplatten und bauen Brandschutzsysteme ein, damit sich Feuer und Rauch im Brandfall nicht im Gebäude ausbreiten.
Das Berufsbild
Was macht ein Brandschutzmonteur?
Brandschutzmonteure sorgen dafür, dass Brandabschnitte in Gebäuden dicht bleiben. Überall dort, wo Kabel, Rohre oder Lüftungskanäle durch feuerbeständige Wände und Decken geführt werden, entstehen Öffnungen, die im Brandfall Feuer und Rauch durchlassen würden. Diese Durchführungen verschließen sie mit zugelassenen Systemen: Mineralwolle und Brandschutzmörtel, Brandschutzkissen, Manschetten für Kunststoffrohre, Brandschutzschaum oder Beschichtungen. Dazu kommen das Bekleiden von Stahlträgern und Lüftungskanälen mit Brandschutzplatten, das Abdichten von Fugen, das Auftragen dämmschichtbildender Anstriche und je nach Betrieb der Einbau von Feuerschutztüren oder Brandschutzklappen. Jede Abschottung muss exakt nach der Zulassung des Herstellers ausgeführt, gekennzeichnet und fotografisch dokumentiert werden, denn sie wird später von Sachverständigen abgenommen. Ein großer Teil der Arbeit findet in bestehenden Gebäuden statt, etwa in Krankenhäusern, Schulen oder Bürohäusern, in denen Mängel nachträglich beseitigt werden.
Wie wird man Brandschutzmonteur?
Eine eigene staatlich anerkannte Ausbildung gibt es nicht. Viele kommen aus verwandten Handwerken, vor allem Trockenbau, Isolierung, Malerhandwerk oder Elektroinstallation. Am nächsten liegt die Ausbildung zum Isolierfacharbeiter beziehungsweise Industrie-Isolierer oder zum Ausbaufacharbeiter mit Schwerpunkt Trockenbau. Quereinstieg ist verbreitet: Betriebe lernen handwerklich geschickte Leute ein und schicken sie zu Herstellerschulungen, nach denen sie bestimmte Systeme verarbeiten dürfen. Für Arbeiten auf Hubarbeitsbühnen oder Gerüsten werden passende Unterweisungen verlangt, häufig auch ein Führerschein der Klasse B für die Fahrten zu den Baustellen.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich anstrengend. Vieles geschieht über Kopf, auf Leitern und Bühnen, in engen Schächten und Zwischendecken. Staub, Mineralfasern und Bauchemie gehören dazu, Schutzausrüstung ist Pflicht. Viele Firmen arbeiten bundesweit, sodass Montagewochen mit Übernachtung im Hotel üblich sind. In laufenden Betrieben wie Kliniken wird teils nachts oder am Wochenende gearbeitet. Auf Neubaustellen herrscht oft Zeitdruck, weil der Brandschutz am Ende vieler Gewerke kommt und Verzögerungen auffangen muss. Die Arbeit erfordert Genauigkeit und Geduld: Eine nicht zulassungskonform ausgeführte Abschottung muss wieder geöffnet werden, und die Dokumentation ist ebenso wichtig wie die Montage selbst.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und stabil. Strengere Prüfungen, zahlreiche Mängel in älteren Gebäuden und die Sanierung öffentlicher Bauten sorgen für volle Auftragsbücher, während Fachkräfte knapp sind. Wer Erfahrung sammelt, kann Obermonteur oder Vorarbeiter werden und Kolonnen führen. Mit einer Meister- oder Technikerweiterbildung, etwa im Ausbau- oder Isolierhandwerk, oder einer Fortbildung zum Fachbauleiter Brandschutz öffnen sich Wege in Bauleitung, Kalkulation und Qualitätssicherung. Einige machen sich mit einem eigenen Betrieb selbstständig.
Aufgaben
- Kabel- und Rohrdurchführungen in Wänden und Decken mit zugelassenen Systemen abschotten
- Stahlträger und Lüftungskanäle mit Brandschutzplatten bekleiden
- Brandschutzfugen abdichten und dämmschichtbildende Beschichtungen auftragen
- Feuerschutztüren oder Brandschutzklappen einbauen
- Abschottungen kennzeichnen, fotografieren und dokumentieren
- Bestehende Abschottungen prüfen und Mängel beseitigen
- Material und Werkzeug für die Baustelle vorbereiten
Voraussetzungen
- Handwerkliches Geschick, idealerweise eine Ausbildung im Trockenbau, Isolier-, Maler- oder Elektrohandwerk
- Herstellerschulungen für die verarbeiteten Brandschutzsysteme
- Schwindelfreiheit und Belastbarkeit bei Arbeiten über Kopf und auf Bühnen
- Sorgfalt beim Einhalten von Zulassungen und beim Dokumentieren
- Bereitschaft zu bundesweiter Montage mit Übernachtung
- Führerschein Klasse B
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreijährige Ausbildung in einem verwandten Handwerk, etwa als Trockenbaumonteur, Industrie-Isolierer oder Maler, mit anschließender Einarbeitung und Herstellerschulungen. Quereinsteiger werden in vielen Betrieben innerhalb einiger Monate angelernt und erhalten Schulungsnachweise statt eines formalen Abschlusses.
Wo man arbeitet
- Fachbetriebe für baulichen Brandschutz
- Trockenbau- und Ausbaubetriebe
- Isolierbetriebe
- Technische Gebäudeausrüster
- Baustellen in Neubau und Bestand, etwa Krankenhäuser, Schulen und Industrieanlagen
Was du als Brandschutzmonteur / Monteur baulicher Brandschutz verdienst
Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.
- Berufseinstieg
- 2.800 € 2.500 – 3.100 €
- Mit Berufserfahrung
- 3.300 € 2.900 – 3.700 €
- Mit langjähriger Erfahrung
- 3.900 € 3.400 – 4.500 €
Entscheidend ist, ob der Betrieb tarifgebunden ist, etwa an die Tarifverträge des Baugewerbes oder des Wärme-, Kälte-, Schall- und Brandschutzgewerbes, und ob eine abgeschlossene Fachausbildung vorliegt. Auslöse und Zulagen für Montage, Nacht- und Wochenendarbeit erhöhen das tatsächliche Einkommen oft deutlich, sind hier aber nicht eingerechnet.
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