Controlling
Controllerinnen und Controller planen, steuern und überwachen die Finanzen eines Unternehmens. Sie werten Zahlen aus, vergleichen Plan und Ist und liefern der Geschäftsführung Grundlagen für Entscheidungen.
Das Berufsbild
Was macht man im Controlling?
Im Controlling laufen die Zahlen eines Unternehmens zusammen. Controllerinnen und Controller erstellen Budgets und Forecasts, vergleichen monatlich die geplanten mit den tatsächlichen Werten und suchen nach den Ursachen von Abweichungen. Wenn die Materialkosten in einem Werk steigen oder ein Produkt weniger Deckungsbeitrag bringt als erwartet, rechnen sie nach, sprechen mit den Fachabteilungen und bereiten das Ergebnis für die Geschäftsführung auf. Dazu gehören Kostenstellenrechnung, Kalkulationen, Investitionsrechnungen und das Berichtswesen mit Kennzahlen und Dashboards. Ein großer Teil der Arbeit findet in Excel, im ERP-System wie SAP und in Business-Intelligence-Werkzeugen wie Power BI statt. Je nach Ausrichtung spezialisiert man sich auf Vertriebs-, Produktions-, Projekt-, Personal- oder Konzerncontrolling. Controlling ist dabei mehr als Buchhaltung: Es geht weniger um das korrekte Erfassen von Belegen als um die Frage, was die Zahlen für die Zukunft bedeuten.
Wie wird man Controllerin oder Controller?
Der übliche Weg ist ein Studium der Betriebswirtschaftslehre, des Wirtschaftsingenieurwesens oder der Wirtschaftsinformatik mit Schwerpunkt Controlling, Rechnungswesen oder Finanzen. Ein Bachelor reicht für den Einstieg meist aus, ein Master ist in Konzernen verbreitet. Häufig beginnt die Laufbahn als Junior Controller oder über ein Traineeprogramm. Daneben gibt es einen Weg ohne Studium: Nach einer kaufmännischen Ausbildung, etwa als Industriekauffrau oder Industriekaufmann, und einigen Jahren im Rechnungswesen führt eine Weiterbildung zum Geprüften Bilanzbuchhalter oder zum Geprüften Controller bei der IHK ins Controlling. Quereinsteiger aus Ingenieur- oder Naturwissenschaften finden vor allem im Produktions- und Projektcontrolling Stellen, wenn sie sich das kaufmännische Wissen aneignen.
Was der Beruf verlangt
Der Beruf verlangt sicheren Umgang mit Zahlen, Sorgfalt und die Fähigkeit, große Datenmengen zu strukturieren. Ebenso wichtig ist Kommunikation: Controller müssen Abteilungsleitern erklären, warum ihr Budget überschritten ist, und Ergebnisse so darstellen, dass Fachfremde sie verstehen. Das führt nicht selten zu Konflikten, denn wer Abweichungen aufzeigt, ist nicht immer willkommen. Die Arbeit ist überwiegend Bildschirmarbeit im Büro, Homeoffice ist verbreitet. Die Arbeitszeiten sind meist regelmäßig, aber zum Monats- und Jahresabschluss sowie in der Budgetplanung im Herbst entstehen Termindruck und Überstunden. Wer ungern lange am Rechner sitzt oder sich mit wiederkehrenden Berichtszyklen schwertut, wird mit dem Beruf wenig Freude haben.
Aussichten
Die Nachfrage nach Fachkräften im Controlling ist stabil, weil jedes mittlere und große Unternehmen eine Steuerung seiner Finanzen braucht. Gleichzeitig verändert die Automatisierung das Berufsbild: Standardberichte entstehen zunehmend automatisch, dafür gewinnen Datenanalyse, Systemkenntnisse und die Beratung des Managements an Gewicht. Wer Kenntnisse in SAP, Datenbanken oder Programmiersprachen wie SQL oder Python mitbringt, hat bessere Chancen. Mit Erfahrung führt der Weg zum Senior Controller, zur Teamleitung oder zur Leitung des Controllings, später auch in Positionen als kaufmännische Leitung oder Finanzvorstand. Eine weitere Richtung ist die Beratung in Wirtschaftsprüfungs- und Unternehmensberatungsgesellschaften.
Aufgaben
- Budgets, Forecasts und Mehrjahrespläne erstellen
- Plan-Ist-Vergleiche durchführen und Abweichungen analysieren
- Monats- und Quartalsberichte für die Geschäftsführung aufbereiten
- Kosten und Deckungsbeiträge von Produkten und Projekten kalkulieren
- Investitionsvorhaben auf ihre Wirtschaftlichkeit prüfen
- Kennzahlensysteme und Dashboards in BI-Werkzeugen aufbauen und pflegen
- Fachabteilungen bei Kostenfragen und Planungen beraten
- an Monats- und Jahresabschlüssen mitwirken
Voraussetzungen
- abgeschlossenes Studium der BWL, Wirtschaftsingenieurwesen oder Wirtschaftsinformatik, alternativ kaufmännische Ausbildung mit Weiterbildung zum Geprüften Controller oder Bilanzbuchhalter
- fundierte Kenntnisse in Kostenrechnung und Rechnungswesen
- sehr sicherer Umgang mit Excel, Kenntnisse in SAP oder anderen ERP-Systemen
- analytisches Denken und Sorgfalt im Umgang mit Zahlen
- Fähigkeit, Ergebnisse verständlich zu präsentieren und Kritik sachlich zu vertreten
- in international tätigen Unternehmen gute Englischkenntnisse
Der Weg in den Beruf
Meist führt ein Bachelorstudium in BWL oder einem verwandten Fach mit Schwerpunkt Controlling (drei bis dreieinhalb Jahre) in den Beruf, oft gefolgt von einem Master oder einem Traineeprogramm. Alternativ qualifizieren eine dreijährige kaufmännische Ausbildung, mehrere Jahre Berufspraxis und eine berufsbegleitende IHK-Weiterbildung zum Geprüften Controller, die etwa ein bis zwei Jahre dauert.
Wo man arbeitet
- Industrieunternehmen
- Handelsunternehmen
- Banken und Versicherungen
- Unternehmensberatungen und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften
- Krankenhäuser und Einrichtungen der Sozialwirtschaft
- öffentliche Verwaltung und kommunale Unternehmen
Was du als Controlling verdienst
Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.
- Berufseinstieg
- 4.100 € 3.500 – 4.800 €
- Mit Berufserfahrung
- 5.400 € 4.500 – 6.500 €
- Mit langjähriger Erfahrung
- 7.300 € 6.000 – 9.500 €
Das Gehalt hängt vor allem von Unternehmensgröße und Branche ab: Konzerne der Industrie, Pharma und Banken zahlen deutlich mehr als kleine Mittelständler oder soziale Einrichtungen. Meist wird frei verhandelt, in tarifgebundenen Industriebetrieben gelten die Tarifverträge der IG Metall oder IG BCE, im öffentlichen Dienst der TVöD oder TV-L, meist in den Entgeltgruppen E 10 bis E 13.
Gehalt als Controlling nach Bundesland → Was dir in der Ausbildung zusteht →
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