Digital Business Management
Digital Business Manager arbeiten an der Schnittstelle von Betriebswirtschaft und IT. Sie planen, wie Unternehmen Geschäftsprozesse, Vertrieb und Produkte digital umsetzen, und begleiten diese Vorhaben bis zur Einführung.
Das Berufsbild
Was macht ein Digital Business Manager?
Digital Business Manager sorgen dafür, dass digitale Technik in einem Unternehmen einen wirtschaftlichen Nutzen bringt. Sie analysieren bestehende Abläufe, etwa die Auftragsabwicklung, den Einkauf oder den Kundenservice, und prüfen, welche Software oder Plattform sie vereinfachen kann. Daraus entstehen Konzepte, Lastenhefte und Kostenrechnungen, die sie der Geschäftsführung vorlegen. Im Projekt stimmen sie sich mit Entwicklern, externen Dienstleistern und Fachabteilungen ab, planen Termine und Budgets, testen neue Systeme mit und schulen die künftigen Nutzer. Ein Teil arbeitet im E-Commerce, betreut Onlineshops, wertet Verkaufs- und Nutzungsdaten aus und plant Kampagnen. Andere entwickeln digitale Geschäftsmodelle wie Abodienste oder Plattformen. Programmiert wird selten selbst, verstanden werden muss die Technik aber. Ein großer Teil des Tages besteht aus Besprechungen, Präsentationen, E-Mails und Arbeit mit Tabellen und Projektwerkzeugen.
Wie wird man Digital Business Manager?
Der übliche Weg ist ein Bachelorstudium in Digital Business Management, Digitale Betriebswirtschaft oder Wirtschaftsinformatik, das sechs bis sieben Semester dauert. Viele Hochschulen bieten es auch dual oder berufsbegleitend an, was sich für Menschen mit Berufserfahrung oder nach einer Elternzeit eignet. Ein Masterstudium vertieft Themen wie Datenanalyse oder Innovationsmanagement und erleichtert den Weg in Führungsrollen. Ohne Studium führt die dreijährige Ausbildung zum Kaufmann oder zur Kauffrau für Digitalisierungsmanagement oder für E-Commerce in verwandte Aufgaben. Quereinsteiger aus Vertrieb, Marketing, Controlling oder IT kommen über Weiterbildungen, etwa im Projektmanagement, häufig in den Beruf, wenn sie bereits Digitalisierungsprojekte begleitet haben.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit findet fast vollständig am Bildschirm statt, oft mit vielen Terminen hintereinander. Projekte haben feste Fristen, und gegen Ende einer Einführung sind Überstunden verbreitet. Belastend ist weniger die Technik als der Umgang mit Menschen: Fachabteilungen wehren sich gegen neue Abläufe, Dienstleister liefern verspätet, die Geschäftsführung erwartet schnelle Ergebnisse. Wer vermittelt, steht häufig zwischen den Interessen. Hinzu kommt, dass sich Werkzeuge und Methoden schnell ändern und ständiges Weiterlernen nötig ist. Die Berufsbezeichnung ist unscharf, Stellen heißen auch Digitalisierungsmanager, Produktmanager oder Business Analyst, was die Stellensuche erschwert. Homeoffice ist in vielen Unternehmen gut möglich, Dienstreisen zu Standorten oder Kunden kommen je nach Arbeitgeber hinzu.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil, weil Mittelstand, Handel, Industrie und Verwaltung ihre Prozesse weiter digitalisieren. Gleichzeitig konkurrieren Absolventen mit Wirtschaftsinformatikern und Betriebswirten, sodass Praxiserfahrung aus Praktika oder einem dualen Studium beim Einstieg viel zählt. Nach einigen Jahren führen Wege in die Projektleitung, ins Produktmanagement, in die Unternehmensberatung oder in Rollen wie Head of Digital. Spezialisierungen etwa auf Datenanalyse, ERP-Systeme oder E-Commerce erhöhen die Chancen deutlich.
Aufgaben
- Geschäftsprozesse analysieren und Verbesserungen durch Software vorschlagen
- Digitalisierungsprojekte planen, budgetieren und steuern
- Anforderungen der Fachabteilungen in Lastenhefte übersetzen
- Mit Entwicklern und externen Dienstleistern abstimmen
- Neue Systeme testen und Mitarbeitende schulen
- Onlineshops und digitale Vertriebskanäle betreuen
- Verkaufs- und Nutzungsdaten auswerten und berichten
- Digitale Geschäftsmodelle entwerfen und wirtschaftlich bewerten
Voraussetzungen
- Bachelorabschluss in Digital Business Management, Wirtschaftsinformatik oder BWL mit Digitalschwerpunkt, alternativ einschlägige Ausbildung mit Berufserfahrung
- Betriebswirtschaftliches Grundwissen und Verständnis für IT-Systeme
- Sicherer Umgang mit Tabellenkalkulation, Projektwerkzeugen und Datenanalyse
- Kommunikationsstärke und Fähigkeit, zwischen Technik und Fachabteilungen zu vermitteln
- Gute Englischkenntnisse
- Bereitschaft zu ständiger Weiterbildung
Der Weg in den Beruf
Üblich ist ein Bachelorstudium in Digital Business Management oder Wirtschaftsinformatik mit sechs bis sieben Semestern, auch dual oder berufsbegleitend. Alternativ führt die dreijährige duale Ausbildung zum Kaufmann für Digitalisierungsmanagement in verwandte Aufgaben, ein Master kann später folgen.
Wo man arbeitet
- Mittelständische und große Industrieunternehmen
- Handels- und E-Commerce-Unternehmen
- Unternehmensberatungen und IT-Dienstleister
- Digitalagenturen
- Banken und Versicherungen
- Öffentliche Verwaltung
Was du als Digital Business Management verdienst
Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.
- Berufseinstieg
- 3.900 € 3.300 – 4.600 €
- Mit Berufserfahrung
- 5.000 € 4.200 – 6.200 €
- Mit langjähriger Erfahrung
- 6.600 € 5.500 – 8.500 €
Das Gehalt wird meist frei verhandelt und hängt stark von Branche und Unternehmensgröße ab: Industriekonzerne, Banken und Beratungen zahlen deutlich mehr als Agenturen oder kleine Händler. Tarifgebunden sind Stellen etwa in der Metall- und Elektroindustrie nach dem Tarifvertrag der IG Metall oder im öffentlichen Dienst nach TVöD beziehungsweise TV-L, dort liegen die Werte enger beieinander.
Gehalt als Digital Business Management nach Bundesland → Was dir in der Ausbildung zusteht →
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