Elektroniker Betriebstechnik am
Elektronikerinnen und Elektroniker für Betriebstechnik installieren, warten und reparieren die elektrischen Anlagen in Industriebetrieben, von der Energieversorgung bis zur Steuerung von Produktionsmaschinen. Sie sorgen dafür, dass Strom, Antriebe und Automatisierung im Betrieb zuverlässig laufen.
Das Berufsbild
Was macht ein Elektroniker für Betriebstechnik?
Elektroniker für Betriebstechnik arbeiten dort, wo Strom in großen Mengen gebraucht wird: in Fabrikhallen, Kraftwerken, Chemieparks, Klärwerken oder großen Gebäudekomplexen. Sie verlegen Kabel und Leitungen, bauen Schaltschränke auf, schließen Motoren und Antriebe an und nehmen Anlagen in Betrieb. Ein großer Teil der Arbeit ist Instandhaltung. Sie prüfen Schutzeinrichtungen, messen Isolationswiderstände, tauschen verschlissene Schütze oder Sensoren und halten Wartungspläne ein. Fällt eine Maschine aus, suchen sie mit Messgerät, Schaltplan und Laptop nach der Ursache, oft unter Zeitdruck, weil jede Stunde Stillstand Geld kostet. Zunehmend gehört auch die Arbeit an speicherprogrammierbaren Steuerungen dazu: Programme auslesen, Parameter anpassen, Fehlermeldungen auswerten. Jede Arbeit wird dokumentiert, Prüfprotokolle sind Pflicht.
Wie wird man Elektroniker für Betriebstechnik?
Der übliche Weg ist eine duale Ausbildung von dreieinhalb Jahren in einem Industriebetrieb oder bei einem Elektrodienstleister, verbunden mit der Berufsschule. Die Abschlussprüfung wird in zwei Teilen vor der Industrie- und Handelskammer abgelegt. Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben, die meisten Betriebe stellen aber bevorzugt Bewerber mit mittlerem Abschluss oder Abitur und soliden Noten in Mathematik und Physik ein. Bei Abitur oder guten Leistungen lässt sich die Ausbildung verkürzen. Ein Quereinstieg ist über eine Umschulung möglich, die meist rund 28 Monate dauert und von der Arbeitsagentur gefördert werden kann. Menschen mit Vorerfahrung in einem verwandten Handwerk haben dabei Vorteile.
Was der Beruf verlangt
Der Beruf ist körperlich fordernder, als der Name vermuten lässt. Gearbeitet wird oft in engen Kabelkanälen, auf Leitern und Hubbühnen, in lauten, warmen oder staubigen Hallen. In vielen Betrieben läuft die Produktion rund um die Uhr, deshalb sind Schichtdienst und Rufbereitschaft an Wochenenden und nachts verbreitet. Wartungen und Umbauten werden häufig in Betriebsferien oder an Feiertagen erledigt, wenn die Anlagen stillstehen. Der Umgang mit Hochspannung und laufenden Maschinen verlangt Konzentration und ein striktes Einhalten der Sicherheitsregeln, Fehler können lebensgefährlich sein. Farbsehschwächen sind ein Hindernis, weil Adern farbig gekennzeichnet sind. Wer ungern Fehler sucht, deren Ursache zunächst unklar ist, wird mit dem Beruf wenig Freude haben.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und dürfte es bleiben. Elektrofachkräfte zählen seit Jahren zu den Engpassberufen, und Automatisierung, Energiewende und der Umbau von Produktionsanlagen erhöhen den Bedarf weiter. Ausgelernte Fachkräfte finden in den meisten Regionen ohne lange Suche eine Stelle. Wer sich weiterentwickeln will, kann sich zum Industriemeister Elektrotechnik oder zum staatlich geprüften Techniker weiterbilden und dann Teams leiten oder in Planung und Projektierung wechseln. Spezialisierungen etwa in Steuerungstechnik, Mittelspannung oder Gebäudeautomation sind gefragt. Mit Fachhochschulreife steht auch ein Studium der Elektrotechnik offen.
Aufgaben
- Kabel, Leitungen und Schaltanlagen installieren und anschließen
- Schaltschränke nach Plan aufbauen und verdrahten
- Elektrische Anlagen nach DGUV-Vorschriften prüfen und Messprotokolle erstellen
- Störungen an Maschinen und Antrieben suchen und beheben
- Steuerungsprogramme auslesen, anpassen und Parameter einstellen
- Wartungsarbeiten nach Plan durchführen und Verschleißteile tauschen
- Anlagen in Betrieb nehmen und Bedienpersonal einweisen
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung als Elektroniker für Betriebstechnik oder vergleichbare Qualifikation als Elektrofachkraft
- Gute Kenntnisse in Mathematik und Physik
- Sorgfalt und Sicherheitsbewusstsein im Umgang mit Strom
- Normales Farbsehvermögen
- Körperliche Belastbarkeit und Schwindelfreiheit
- Bereitschaft zu Schichtarbeit und Rufbereitschaft
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine duale Ausbildung von dreieinhalb Jahren mit Abschlussprüfung vor der IHK, bei guten Leistungen oder Abitur auch verkürzt. Für Erwachsene gibt es Umschulungen von etwa 28 Monaten mit demselben Abschluss. Danach sind Weiterbildungen zum Industriemeister oder Techniker möglich.
Wo man arbeitet
- Industriebetriebe der Metall-, Chemie- und Lebensmittelbranche
- Energieversorger und Kraftwerke
- Elektrodienstleister und Anlagenbauer
- Stadtwerke, Wasser- und Klärwerke
- Facility-Management großer Gebäude und Kliniken
Was du als Elektroniker Betriebstechnik am verdienst
Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.
- Berufseinstieg
- 3.300 € 2.800 – 3.900 €
- Mit Berufserfahrung
- 3.800 € 3.300 – 4.500 €
- Mit langjähriger Erfahrung
- 4.500 € 3.900 – 5.500 €
Am stärksten hängt das Gehalt von der Tarifbindung und der Branche ab: In der Industrie gelten meist die Tarifverträge der Metall- und Elektroindustrie (IG Metall) oder der Chemischen Industrie (IG BCE), bei Stadtwerken der TVöD oder TV-V, während kleinere Dienstleister ohne Tarif oft deutlich weniger zahlen. Schicht-, Nacht- und Bereitschaftszulagen kommen in vielen Betrieben spürbar obendrauf.
Gehalt als Elektroniker Betriebstechnik am nach Bundesland → Was dir in der Ausbildung zusteht →
Gerade keine Anzeige zu diesem Beruf.
Das heißt nicht, dass niemand sucht – nur, dass heute nichts davon bei uns steht. Der Katalog bleibt trotzdem stehen, denn ein Beruf lebt länger als eine Anzeige.