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Handwerk & Produktion

Elektroniker für Betriebstechnik im Streckennetz

Elektroniker für Betriebstechnik im Streckennetz installieren, warten und reparieren die elektrischen Anlagen entlang von Bahnstrecken, etwa Weichenheizungen, Bahnsteigbeleuchtung, Energieversorgung und Oberleitungen. Die Arbeit findet überwiegend draußen am Gleis statt, oft nachts und mit Rufbereitschaft.

Das Berufsbild

Was macht ein Elektroniker für Betriebstechnik im Streckennetz?

Im Streckennetz einer Eisenbahn hängt vieles an elektrischer Technik, die nicht zum Zug selbst gehört. Elektroniker für Betriebstechnik halten diese Anlagen in Betrieb: Weichenheizungen, die im Winter das Einfrieren verhindern, Beleuchtung von Bahnsteigen und Abstellanlagen, Niederspannungs- und Mittelspannungsanlagen, Schaltposten, Notstromaggregate, Rolltreppen- und Aufzugsversorgung an Stationen sowie je nach Einsatzbereich die Oberleitung mit ihren 15.000 Volt Bahnstrom. Der Alltag besteht aus geplanten Inspektionen nach festen Fristen, Messungen, Fehlersuche und Reparaturen. Kabel werden verlegt und angeschlossen, Schaltschränke geprüft, Isolationswerte gemessen, defekte Bauteile getauscht. Vor jeder Arbeit am Gleis muss der Arbeitsplatz gesichert werden: Anlagen werden freigeschaltet, geerdet und in Absprache mit dem Fahrdienstleiter für den Zugverkehr gesperrt. Jede Tätigkeit wird dokumentiert, meist digital auf dem Tablet. Gearbeitet wird im Trupp, mit dem Dienstwagen geht es zu Einsatzstellen in einem oft großen Bezirk.

Wie wird man Elektroniker für Betriebstechnik im Streckennetz?

Der übliche Weg ist die dreieinhalbjährige duale Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik mit Abschluss vor der IHK. Die Deutsche Bahn und andere Infrastrukturbetreiber bilden selbst aus und vermitteln dabei auch die bahnspezifischen Inhalte. Ein Realschulabschluss ist üblich, gute Leistungen in Mathematik und Physik helfen. Quereinsteiger mit einer abgeschlossenen Elektroausbildung, etwa aus der Energie- und Gebäudetechnik oder der Industrie, werden häufig eingestellt und über interne Schulungen weitergebildet. Dazu gehören Eisenbahnbetriebsrecht, Sicherheit im Gleisbereich, Schalt- und Erdungsberechtigungen für Bahnstromanlagen. Vor dem Einsatz steht eine arbeitsmedizinische Tauglichkeitsuntersuchung, die unter anderem Sehvermögen, Farbsehen und Gehör prüft.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich fordernd und findet bei jedem Wetter statt: Hitze im Sommer, Regen, Eis und Dunkelheit im Winter, wenn Weichenheizungen ausfallen und schnell repariert werden müssen. Viele Arbeiten lassen sich nur in Sperrpausen erledigen, wenn keine Züge fahren, also nachts und am Wochenende. Rufbereitschaft gehört fast immer dazu. Am Gleis und an Hochspannungsanlagen bestehen ernste Gefahren, Sicherheitsregeln müssen ohne Ausnahme eingehalten werden. Wer an der Oberleitung arbeitet, braucht Schwindelfreiheit und muss auf Hubarbeitsbühnen und Masten arbeiten können. Lange Fahrten im Bezirk und wechselnde Einsatzorte sind üblich. Der Papier- und Dokumentationsaufwand ist hoch, und durch Personalmangel kann sich die Arbeit in einzelnen Teams verdichten.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und dürfte es bleiben. Viele erfahrene Fachkräfte gehen in den nächsten Jahren in Rente, gleichzeitig wird massiv in die Sanierung und den Ausbau des Schienennetzes investiert. Die Arbeitsplätze gelten als sicher. Nach einigen Jahren ist der Aufstieg zum Truppführer oder Fachkoordinator möglich. Mit einer Weiterbildung zum Industriemeister Elektrotechnik oder staatlich geprüften Techniker öffnen sich Stellen in Planung, Bauüberwachung und Teamleitung. Ein berufsbegleitendes Studium der Elektrotechnik oder des Bahningenieurwesens wird von größeren Arbeitgebern teils gefördert.

Aufgaben

  • Weichenheizungen, Beleuchtungs- und Energieanlagen an der Strecke inspizieren und warten
  • Störungen an elektrischen Anlagen suchen und beheben, auch im Bereitschaftsdienst
  • Anlagen freischalten, erden und Arbeitsstellen am Gleis sichern
  • Isolations-, Schutz- und Erdungsmessungen durchführen und auswerten
  • Kabel verlegen, Schaltschränke anschließen und Bauteile austauschen
  • Arbeiten mit Fahrdienstleitung und Schaltstellen abstimmen
  • Prüfergebnisse und Reparaturen digital dokumentieren

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung als Elektroniker für Betriebstechnik oder vergleichbare Elektroausbildung
  • Bestandene arbeitsmedizinische Tauglichkeitsuntersuchung, unter anderem mit Prüfung von Seh-, Farbseh- und Hörvermögen
  • Bereitschaft zu Nacht-, Wochenend- und Rufbereitschaftsdiensten
  • Körperliche Belastbarkeit für Arbeit im Freien bei jedem Wetter, Schwindelfreiheit bei Oberleitungsarbeiten
  • Führerschein Klasse B
  • Zuverlässigkeit im Umgang mit Sicherheitsvorschriften

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreieinhalbjährige duale Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik mit IHK-Abschluss, oft direkt bei einem Bahnunternehmen. Elektrofachkräfte aus anderen Bereichen steigen über interne Schulungen zu Bahnbetrieb, Sicherheit und Schaltberechtigungen ein, die je nach Umfang einige Wochen bis Monate dauern.

Wo man arbeitet

  • Eisenbahninfrastrukturunternehmen wie DB InfraGO
  • Regionale und private Eisenbahnen
  • Verkehrsbetriebe mit S-, U- und Straßenbahnnetzen
  • Bahnbau- und Elektrotechnikfirmen im Auftrag der Netzbetreiber
  • Instandhaltungsstützpunkte und Bahnhöfe

Was du als Elektroniker für Betriebstechnik im Streckennetz verdienst

Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.

Berufseinstieg
3.350 € 3.100 – 3.600 €
Mit Berufserfahrung
3.800 € 3.500 – 4.100 €
Mit langjähriger Erfahrung
4.400 € 4.000 – 5.000 €

Bei der Deutschen Bahn gelten die mit der EVG abgeschlossenen Entgelt- und Funktionsgruppentarifverträge, bei kommunalen Verkehrsbetrieben meist der TV-N, die Spanne ist dort eng. Zuschläge für Nachtarbeit, Wochenenden und Rufbereitschaft sind nicht enthalten, machen in diesem Beruf aber oft einen spürbaren Teil des tatsächlichen Einkommens aus; bei nicht tarifgebundenen Baufirmen liegen die Grundgehälter teils niedriger.

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