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Handwerk & Produktion

Elektrotechniker

Elektrotechniker planen, prüfen und betreuen elektrische Anlagen, Maschinensteuerungen und Energiesysteme. Sie arbeiten zwischen Werkstatt und Ingenieurbüro, meist als staatlich geprüfte Techniker nach einer Elektroausbildung und einer Weiterbildung.

Das Berufsbild

Was macht ein Elektrotechniker?

Elektrotechniker sind das Bindeglied zwischen Fachkräften auf der Baustelle oder in der Fertigung und den Ingenieuren in der Entwicklung. Sie erstellen Schaltpläne mit CAD-Programmen wie EPLAN, legen Kabelquerschnitte und Absicherungen aus, programmieren Steuerungen, nehmen Anlagen in Betrieb und suchen Fehler, wenn eine Maschine stillsteht. In der Industrie betreuen sie Produktionsanlagen, Antriebe und Automatisierungstechnik. In der Gebäudetechnik planen sie Energieverteilungen, Beleuchtung, Photovoltaik oder Ladeinfrastruktur und überwachen die Ausführung. Ein großer Teil der Arbeit findet am Rechner statt: Dokumentation, Prüfprotokolle nach DIN VDE, Angebote, Materiallisten. Dazu kommen Termine vor Ort, Abstimmungen mit Kunden und die Anleitung von Elektronikern und Monteuren. Viele tragen Verantwortung als Elektrofachkraft oder verantwortliche Elektrofachkraft im Betrieb.

Wie wird man Elektrotechniker?

Der übliche Weg führt über eine abgeschlossene Berufsausbildung, etwa als Elektroniker für Betriebstechnik, für Energie- und Gebäudetechnik oder als Mechatroniker, und mindestens ein Jahr Berufserfahrung. Danach folgt die Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker der Fachrichtung Elektrotechnik an einer Fachschule. Sie dauert in Vollzeit zwei Jahre, berufsbegleitend in Abend- oder Wochenendform rund vier Jahre. Schwerpunkte sind zum Beispiel Automatisierungstechnik, Energietechnik oder Informations- und Kommunikationstechnik. Der Abschluss ist dem Bachelor im Deutschen Qualifikationsrahmen gleichgestellt, ersetzt aber kein Studium. Wer in Vollzeit lernt, kann Aufstiegs-BAföG beantragen. Ein Quereinstieg ohne elektrotechnische Vorbildung ist kaum möglich, weil Zulassung und Haftung an die Fachkunde gebunden sind.

Was der Beruf verlangt

Die Weiterbildung selbst ist die erste Hürde: Vier Jahre Unterricht neben einer Vollzeitstelle bedeuten Abende und Samstage im Klassenraum und viel Mathematik, Physik und Regelungstechnik. Im Beruf ist sorgfältiges Arbeiten Pflicht, denn Fehler in Planung oder Prüfung können Brände, Stromunfälle oder teure Produktionsausfälle verursachen. Wer Anlagen betreut, muss mit Rufbereitschaft und Einsätzen nachts oder am Wochenende rechnen, wenn eine Linie steht. Inbetriebnahmen bringen oft Reisetätigkeit und lange Tage unter Zeitdruck mit sich, teilweise im Ausland. Auf Baustellen und in Werkshallen ist es laut, staubig oder zugig. Gleichzeitig wächst der Anteil an Büroarbeit und Dokumentation, was nicht allen liegt, die aus dem Handwerk kommen. Normen und Technik ändern sich laufend, regelmäßige Schulungen gehören dazu.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch. Energiewende, Wärmepumpen, Photovoltaik, Ladesäulen und die Automatisierung in der Industrie sorgen für viele offene Stellen, während zahlreiche erfahrene Fachkräfte in Rente gehen. Elektrotechniker übernehmen häufig Positionen als Projektleiter, Bauleiter, Konstrukteur oder Leiter der Instandhaltung. Mit dem Technikerabschluss ist zudem die Eintragung in die Handwerksrolle und damit die Selbstständigkeit möglich. Wer weiter aufsteigen will, kann ein Studium der Elektrotechnik anschließen, teils mit Anrechnung von Leistungen, oder sich als Fachwirt oder Betriebswirt weiterbilden.

Aufgaben

  • Schaltpläne und Stromlaufpläne mit CAD-Software erstellen
  • Speicherprogrammierbare Steuerungen programmieren und testen
  • Elektrische Anlagen in Betrieb nehmen und nach DIN VDE prüfen
  • Störungen an Maschinen und Anlagen eingrenzen und beheben
  • Energieverteilungen, Photovoltaik- oder Ladeanlagen auslegen
  • Angebote, Materiallisten und Prüfprotokolle erstellen
  • Elektroniker und Monteure auf der Baustelle anleiten
  • Projekte mit Kunden, Planern und anderen Gewerken abstimmen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung in einem Elektroberuf und Berufserfahrung
  • Abschluss als staatlich geprüfter Techniker Elektrotechnik
  • Sicherer Umgang mit Mathematik, Physik und technischen Normen
  • Kenntnisse in CAD und Steuerungsprogrammierung
  • Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit Strom
  • Bereitschaft zu Rufbereitschaft und Dienstreisen
  • Führerschein Klasse B, in vielen Stellen verlangt

Der Weg in den Beruf

Nach einer dreieinhalbjährigen Ausbildung in einem Elektroberuf und mindestens einem Jahr Berufspraxis folgt die Weiterbildung an einer Fachschule für Technik. Sie dauert in Vollzeit zwei Jahre, berufsbegleitend etwa vier Jahre, und endet mit dem Abschluss staatlich geprüfter Techniker Fachrichtung Elektrotechnik.

Wo man arbeitet

  • Industriebetriebe im Maschinen- und Anlagenbau
  • Elektrohandwerksbetriebe
  • Ingenieur- und Planungsbüros für Gebäudetechnik
  • Energieversorger und Netzbetreiber
  • Öffentlicher Dienst und kommunale Betriebe
  • Hersteller von Automatisierungs- und Antriebstechnik

Was du als Elektrotechniker verdienst

Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.

Berufseinstieg
3.800 € 3.300 – 4.300 €
Mit Berufserfahrung
4.500 € 3.900 – 5.200 €
Mit langjähriger Erfahrung
5.300 € 4.600 – 6.300 €

Am meisten hängt das Gehalt von der Branche ab: In der tarifgebundenen Metall- und Elektroindustrie nach den Entgeltrahmenabkommen (ERA) der IG Metall liegen die Werte deutlich über denen im Elektrohandwerk, im öffentlichen Dienst gilt der TVöD. Große Industriebetriebe zahlen mehr als kleine Handwerksbetriebe, Rufbereitschaft, Schichtarbeit und Montagetätigkeit bringen zusätzliche Zulagen.

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