Fachkraft für Schutz und Sicherheit
Fachkräfte für Schutz und Sicherheit bewachen Gebäude, Gelände, Veranstaltungen und Personen, kontrollieren Zugänge und greifen bei Gefahren, Bränden oder Störungen ein. Sie planen außerdem Sicherheitsmaßnahmen und führen Teams im Wach- und Sicherheitsdienst.
Das Berufsbild
Was macht eine Fachkraft für Schutz und Sicherheit?
Fachkräfte für Schutz und Sicherheit sorgen dafür, dass Menschen, Gebäude und Sachwerte geschützt sind. Im Objektschutz kontrollieren sie am Empfang oder an der Pforte Ausweise, vergeben Besucherausweise und überwachen Kameras und Alarmanlagen in der Sicherheitszentrale. Auf Streifengängen prüfen sie Türen, Fenster und Brandschutzeinrichtungen. Bei Konzerten, Messen oder Fußballspielen kontrollieren sie Taschen, lenken Besucherströme und gehen bei Streit oder medizinischen Notfällen dazwischen. An Flughäfen, in Bahnhöfen oder im Werkschutz großer Industriebetriebe kommen spezielle Aufgaben hinzu. Im Unterschied zur Hilfskraft im Wachdienst erstellen Fachkräfte auch Sicherheitskonzepte, schätzen Risiken ein, schreiben Dienstanweisungen und koordinieren Einsätze. Ein großer Teil der Arbeit ist Dokumentation: Wachbücher, Vorfallberichte und Protokolle für Auftraggeber und Polizei.
Wie wird man Fachkraft für Schutz und Sicherheit?
Der übliche Weg ist eine dreijährige duale Ausbildung in einem Sicherheitsunternehmen oder im Werkschutz eines größeren Betriebs, abgeschlossen mit einer Prüfung vor der IHK. Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben, die meisten Betriebe stellen jedoch Bewerberinnen und Bewerber mit mittlerem Abschluss ein. Inhalte sind unter anderem Rechtsgrundlagen wie Notwehr und Jedermann-Festnahmerecht, Gefahrenabwehr, Brandschutz, Erste Hilfe, Sicherheitstechnik und Deeskalation. Wer bereits als Sicherheitsmitarbeiter mit Sachkundeprüfung nach § 34a Gewerbeordnung arbeitet, kann den Abschluss nach einigen Jahren Berufspraxis auch als Externe Prüfung nachholen. Eine zweijährige Variante ist die Servicekraft für Schutz und Sicherheit, auf die sich die Fachkraftausbildung aufbauen lässt. Für die Tätigkeit sind ein einwandfreies Führungszeugnis und die Eintragung ins Bewacherregister Voraussetzung.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit läuft fast immer im Schichtdienst, rund um die Uhr, auch an Wochenenden und Feiertagen. Zwölf-Stunden-Schichten sind in der Branche verbreitet. Lange Phasen, in denen nichts passiert, wechseln mit Momenten, in denen schnell und besonnen gehandelt werden muss. Wer im Veranstaltungs- oder Bahnhofsdienst arbeitet, erlebt Beleidigungen, Betrunkene und gelegentlich körperliche Angriffe. Gefragt sind deshalb Ruhe, sicheres Auftreten und die Fähigkeit, Konflikte mit Worten zu entschärfen. Streifendienst bei Kälte, Regen und Nacht sowie stundenlanges Stehen belasten körperlich. Die Bezahlung ist im Vergleich zu anderen dreijährigen Ausbildungsberufen niedrig, und viele Stellen hängen an befristeten Bewachungsaufträgen, die bei einem Wechsel des Dienstleisters neu vergeben werden.
Aussichten
Die Nachfrage nach Sicherheitspersonal ist hoch und wächst, etwa durch Schutzbedarf von Unterkünften, kritischer Infrastruktur, Rechenzentren und Großveranstaltungen. Gut ausgebildete Fachkräfte sind knapp, weil viele Beschäftigte in der Branche nur die Sachkundeprüfung haben. Mit dem Abschluss stehen Positionen als Schichtführer, Objektleiter oder Einsatzleiter offen. Die Weiterbildung zum Geprüften Meister für Schutz und Sicherheit qualifiziert für Führungs- und Planungsaufgaben, ein Studium im Sicherheitsmanagement für Stellen in Konzernsicherheit und Beratung. Spezialisierungen gibt es im Personenschutz, in der Luftsicherheit und in der Sicherheitstechnik.
Aufgaben
- Zugänge kontrollieren und Ausweise prüfen
- Streifengänge durch Gebäude und Gelände machen
- Alarm- und Videoanlagen in der Sicherheitszentrale überwachen
- Bei Bränden, Einbrüchen und Notfällen Erstmaßnahmen einleiten
- Konflikte schlichten und Hausrecht durchsetzen
- Sicherheitskonzepte und Dienstanweisungen erstellen
- Vorfälle dokumentieren und Berichte schreiben
- Einsätze planen und Mitarbeitende einteilen
Voraussetzungen
- Einwandfreies Führungszeugnis und Eintragung im Bewacherregister
- Meist mittlerer Schulabschluss
- Bereitschaft zu Schicht-, Nacht- und Wochenenddienst
- Körperliche Belastbarkeit und gesundheitliche Eignung
- Ruhiges, sicheres Auftreten und Kommunikationsfähigkeit in Konflikten
- Gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift für Berichte
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreijährige duale Ausbildung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit mit IHK-Abschluss. Berufserfahrene mit Sachkundeprüfung nach § 34a GewO können den Abschluss über die Externenprüfung erwerben, nach der zweijährigen Ausbildung zur Servicekraft für Schutz und Sicherheit ist eine Fortsetzung möglich.
Wo man arbeitet
- Private Sicherheitsunternehmen
- Werkschutz in Industriebetrieben
- Flughäfen und Bahnhöfe
- Veranstaltungsorte und Messen
- Krankenhäuser, Behörden und Unterkünfte
- Banken und Rechenzentren
Was du als Fachkraft für Schutz und Sicherheit verdienst
Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.
- Berufseinstieg
- 2.800 € 2.500 – 3.100 €
- Mit Berufserfahrung
- 3.100 € 2.800 – 3.500 €
- Mit langjähriger Erfahrung
- 3.700 € 3.200 – 4.500 €
Die meisten Sicherheitsunternehmen zahlen nach den regionalen Entgelttarifverträgen für das Wach- und Sicherheitsgewerbe zwischen BDSW und ver.di, die nach Bundesland und Einsatzbereich unterschiedliche Stundenlöhne festlegen; Luftsicherheit und Werkschutz in der Industrie zahlen deutlich mehr als einfacher Objektschutz. Das tatsächliche Einkommen hängt stark von Nacht-, Sonntags- und Feiertagszuschlägen sowie von der Zahl der geleisteten Stunden ab.
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