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Handwerk & Produktion

Fahrzeuglackierer

Fahrzeuglackierer bereiten Karosserien und Fahrzeugteile vor, mischen Farbtöne und lackieren Autos, Lkw, Busse oder Schienenfahrzeuge neu oder nach Unfallschäden. Gearbeitet wird meist in Werkstätten und Lackierkabinen mit Atemschutz.

Das Berufsbild

Was macht ein Fahrzeuglackierer?

Der größte Teil der Arbeit liegt vor dem eigentlichen Lackieren. Nach einem Unfall oder bei Gebrauchsspuren bauen Fahrzeuglackierer Anbauteile wie Stoßfänger, Spiegel oder Zierleisten ab, schleifen alten Lack an, spachteln Dellen und Kratzer, füllern und schleifen erneut, bis die Oberfläche glatt ist. Nicht zu lackierende Flächen werden sorgfältig abgeklebt. Dann bestimmen sie den Farbton: Über den Farbcode des Herstellers, ein Farbmessgerät und Musterbleche mischen sie den Lack so, dass die neue Stelle nicht vom Rest des Fahrzeugs abweicht, was bei Metallic- und Effektlacken viel Erfahrung verlangt. In der Lackierkabine tragen sie Grundierung, Basislack und Klarlack mit der Spritzpistole auf, anschließend wird der Lack getrocknet, poliert und auf Fehler wie Läufer, Einschlüsse oder Farbabweichungen geprüft. Dazu kommen Folierungen, Beschriftungen, Designlackierungen, Kleinschadenreparatur (Smart Repair) sowie die Pflege von Spritzpistolen, Kabinenfiltern und Mischanlage. In der Industrie lackieren Fachkräfte Fahrzeuge oder Bauteile in Serie und überwachen Lackierroboter.

Wie wird man Fahrzeuglackierer?

Der übliche Weg ist die dreijährige duale Ausbildung zum Fahrzeuglackierer im Handwerk, mit Unterricht an der Berufsschule und überbetrieblichen Lehrgängen. Eine Verkürzung ist mit Abitur oder guten Leistungen möglich. Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben, die meisten Betriebe stellen Bewerber mit Hauptschul- oder mittlerem Abschluss ein. Hilfreich sind handwerkliches Geschick, ein gutes Auge für Farben und Grundkenntnisse in Chemie. Quereinsteiger aus verwandten Berufen wie Maler und Lackierer oder Karosseriebauer werden in manchen Betrieben angelernt, der Gesellenbrief bleibt aber für die meisten Stellen die Voraussetzung.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich anstrengend: Fahrzeuglackierer stehen fast den ganzen Tag, arbeiten gebückt, kniend oder über Kopf und tragen in der Kabine Schutzanzug und Atemschutz, oft bei hohen Temperaturen. Trotz Absaugung und moderner Wasserbasislacke bleibt der Umgang mit Lösemitteln, Härtern und Schleifstaub ein Gesundheitsthema. Wer zu Allergien, Asthma oder Hautproblemen neigt, sollte das vor der Berufswahl ernst nehmen. Rot-Grün-Schwäche oder andere Farbsehstörungen schließen den Beruf praktisch aus. Im Handwerk wird überwiegend tagsüber gearbeitet, bei vollen Auftragsbüchern auch mit Überstunden und an Samstagen. In der Industrie ist Schichtarbeit üblich. Zeitdruck durch Versicherungen und Kunden, die ihr Auto schnell zurück wollen, gehört zum Alltag, gleichzeitig verzeiht der Lack kaum Ungenauigkeit.

Aussichten

Fahrzeuglackierer werden gesucht, viele Betriebe finden kaum Nachwuchs. Reparaturlackierungen nach Unfällen fallen unabhängig vom Antrieb an, daher ändert die Elektromobilität am Bedarf wenig. Neue Anforderungen entstehen durch komplexere Lacksysteme, digitale Farbtonmessung und Sensoren in Stoßfängern, die nach der Lackierung funktionieren müssen. Nach einigen Berufsjahren ist die Meisterprüfung im Maler- und Lackiererhandwerk, Fachrichtung Fahrzeuglackierer, möglich, die zur Betriebsleitung oder Selbstständigkeit berechtigt. Weitere Wege sind die Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker für Farb- und Lacktechnik, eine Tätigkeit als Anwendungstechniker bei Lackherstellern oder als Kfz-Schadengutachter.

Aufgaben

  • Fahrzeugteile demontieren, anschleifen und abkleben
  • Dellen und Kratzer spachteln, füllern und glatt schleifen
  • Farbtöne bestimmen und Lacke nach Rezeptur mischen
  • Grundierung, Basislack und Klarlack in der Kabine spritzen
  • Lackoberflächen polieren und auf Fehler prüfen
  • Folierungen, Beschriftungen und Designlackierungen ausführen
  • Spritzpistolen, Filter und Lackieranlagen reinigen und warten
  • Arbeitsschritte und Materialverbrauch für die Abrechnung dokumentieren

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung als Fahrzeuglackierer für die meisten Stellen
  • Einwandfreies Farbsehen und gutes Auge für Oberflächen
  • Handwerkliches Geschick und sorgfältige Arbeitsweise
  • Körperliche Belastbarkeit für langes Stehen und Arbeiten in Zwangshaltung
  • Eignung für das Tragen von Atemschutz, keine Allergie gegen Lackbestandteile
  • Führerschein Klasse B in vielen Werkstätten erwünscht

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Fahrzeuglackierer im Handwerk, die mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer endet. Mit Abitur oder guten Leistungen lässt sie sich auf zweieinhalb oder zwei Jahre verkürzen. Wer später einen Betrieb führen will, legt die Meisterprüfung im Maler- und Lackiererhandwerk ab.

Wo man arbeitet

  • Lackier- und Karosseriebetriebe
  • Kfz-Werkstätten und Autohäuser
  • Nutzfahrzeug- und Busbetriebe
  • Automobil- und Zulieferindustrie
  • Werkstätten für Schienenfahrzeuge
  • Betriebe für Fahrzeugfolierung und Smart Repair

Was du als Fahrzeuglackierer verdienst

Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.

Berufseinstieg
2.700 € 2.400 – 3.000 €
Mit Berufserfahrung
3.100 € 2.700 – 3.600 €
Mit langjähriger Erfahrung
3.700 € 3.200 – 4.500 €

Am stärksten hängt das Gehalt von der Branche ab: Im Handwerk gelten je nach Betrieb der Tarifvertrag für das Maler- und Lackiererhandwerk oder die regionalen Tarifverträge des Kfz-Handwerks, viele kleine Betriebe zahlen ohne Tarifbindung darunter. Deutlich mehr verdienen Lackierer in der Automobilindustrie, wo die Tarifverträge der Metall- und Elektroindustrie der IG Metall gelten und Schichtzulagen hinzukommen.

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