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Handwerk & Produktion

Fahrzeuglackierer , Mercedes-Benz AG

Fahrzeuglackierer in der Serienfertigung eines Automobilherstellers wie der Mercedes-Benz AG bereiten Karosserien vor, überwachen Lackieranlagen und Roboter, bessern Lackfehler von Hand nach und prüfen die Oberflächen auf Qualität.

Das Berufsbild

Was macht ein Fahrzeuglackierer bei Mercedes-Benz?

In der Lackiererei eines Pkw-Werks läuft der größte Teil des Auftrags automatisch: Die Rohkarosse wird gereinigt, phosphatiert, im Tauchbad grundiert, mit Füller, Basislack und Klarlack beschichtet und in Öfen getrocknet. Lackiererinnen und Lackierer sorgen dafür, dass dieser Ablauf funktioniert. Sie bedienen und überwachen Anlagen und Lackierroboter, kontrollieren Schichtdicken, Viskosität und Farbton, tauschen Düsen und reinigen Zerstäuber. Ein großer Teil der Arbeit ist Handarbeit an der Linie: Einschlüsse, Läufer oder Kratzer werden geschliffen, poliert oder per Spot-Repair nachlackiert, Hohlräume versiegelt, Nähte abgedichtet. An Prüfplätzen werden Oberflächen unter hellem Licht abgesucht und Fehler dokumentiert. In Bereichen für Sonderlackierungen und Nacharbeit wird häufiger komplett von Hand gespritzt.

Wie wird man Fahrzeuglackierer bei Mercedes-Benz?

Der übliche Weg ist eine dreijährige duale Ausbildung, entweder als Fahrzeuglackierer im Handwerk oder als Verfahrensmechaniker für Beschichtungstechnik in der Industrie. Automobilhersteller bilden teils selbst aus und vergeben die Plätze früh, oft schon ein Jahr vor Ausbildungsbeginn. Ein guter Haupt- oder mittlerer Schulabschluss genügt formal, die Bewerberzahl ist aber hoch. Wer bereits als Lackierer in einer Werkstatt gearbeitet hat, kann sich als Fachkraft bewerben und wird in die Anlagentechnik eingearbeitet. Ungelernte steigen gelegentlich über Zeitarbeit als Produktionshelfer in der Lackiererei ein, für eine Festanstellung als Facharbeiter wird die abgeschlossene Ausbildung jedoch in der Regel verlangt.

Was der Beruf verlangt

Gearbeitet wird im Schichtbetrieb, meist im Zwei- oder Dreischichtsystem, teils auch an Samstagen, wenn die Produktion es verlangt. Die Arbeit an der Linie ist getaktet und wiederholt sich, langes Stehen und Arbeiten über Kopf belasten Rücken und Schultern. In den Kabinen gelten strenge Reinraumregeln: Schutzanzug, Handschuhe, teils Atemschutz, kein Make-up, keine Kosmetik mit Silikonen. Lösemittel und Lackdämpfe sind trotz Absaugung ein Thema, Hautkontakt muss vermieden werden. Ein sehr gutes Farbsehen und Geduld für feine Fehler sind unverzichtbar. Wer selbstständige, abwechslungsreiche Werkstattarbeit sucht, findet sie hier seltener als im Karosserie- und Lackierbetrieb.

Aussichten

Stellen in der Automobilindustrie sind begehrt, weil Bezahlung und Sozialleistungen deutlich über dem Handwerk liegen. Gleichzeitig ist die Branche im Umbruch: Automatisierung, die Umstellung auf Elektroautos und Sparprogramme führen dazu, dass Neueinstellungen schwanken und Stellen in einzelnen Werken abgebaut werden. Gefragt bleiben Fachkräfte, die Anlagen und Robotertechnik verstehen. Wege nach oben führen über Weiterbildungen zum Industriemeister Lack, zum Techniker für Lack- und Oberflächentechnik oder in Rollen als Anlagenführer, Qualitätsprüfer und Teamleiter. Die handwerkliche Ausbildung erlaubt außerdem jederzeit den Wechsel in Lackierbetriebe, Autohäuser oder den Nutzfahrzeugbau.

Aufgaben

  • Lackieranlagen und Lackierroboter bedienen, überwachen und reinigen
  • Viskosität, Schichtdicke und Farbton messen und Parameter anpassen
  • Lackfehler schleifen, polieren und per Spot-Repair ausbessern
  • Nähte abdichten und Hohlräume versiegeln
  • Karosserien an Prüfplätzen auf Oberflächenfehler kontrollieren
  • Fehler und Messwerte im Qualitätssystem dokumentieren
  • Sonderlackierungen und Nacharbeiten von Hand spritzen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung als Fahrzeuglackierer oder Verfahrensmechaniker für Beschichtungstechnik
  • Uneingeschränktes Farbsehen und gutes Sehvermögen
  • Bereitschaft zur Schichtarbeit
  • Körperliche Belastbarkeit für langes Stehen und Arbeiten über Kopf
  • Verträglichkeit von Schutzkleidung und Atemschutz
  • Sorgfalt und Verständnis für Anlagen- und Robotertechnik

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreijährige duale Ausbildung als Fahrzeuglackierer oder als Verfahrensmechaniker für Beschichtungstechnik, die mit der Gesellen- beziehungsweise Facharbeiterprüfung endet. Fachkräfte aus dem Lackierhandwerk können direkt einsteigen und werden in die industrielle Anlagentechnik eingearbeitet.

Wo man arbeitet

  • Lackiererei eines Pkw-Werks
  • Nacharbeits- und Finishbereiche der Serienfertigung
  • Manufaktur für Sonderlackierungen
  • Nutzfahrzeug- und Transporterwerke

Was du als Fahrzeuglackierer , Mercedes-Benz AG verdienst

Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.

Berufseinstieg
3.800 € 3.500 – 4.100 €
Mit Berufserfahrung
4.200 € 3.900 – 4.600 €
Mit langjähriger Erfahrung
5.000 € 4.500 – 5.800 €

Bezahlt wird nach dem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie (ERA, in Baden-Württemberg ERA-TV der IG Metall), die Eingruppierung in die Entgeltgruppe bestimmt das Grundgehalt. Schichtzulagen, Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie eine mögliche Erfolgsbeteiligung kommen hinzu und machen einen erheblichen Unterschied zum Handwerk aus, wo deutlich weniger gezahlt wird.

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