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Finance

Fachleute im Bereich Finance kümmern sich in Unternehmen um Zahlen, Geldflüsse und finanzielle Planung: von der Buchhaltung über das Controlling bis zum Reporting an Geschäftsführung und Banken.

Das Berufsbild

Was macht man im Bereich Finance?

Finance ist die Sammelbezeichnung für die Finanzabteilung eines Unternehmens. Wer dort arbeitet, sorgt dafür, dass das Unternehmen weiß, wie viel Geld hereinkommt, wie viel hinausgeht und was in den nächsten Monaten zu erwarten ist. Je nach Stelle liegt der Schwerpunkt unterschiedlich. In der Finanzbuchhaltung werden Rechnungen gebucht, Konten abgestimmt und Monats- und Jahresabschlüsse vorbereitet. Im Controlling entstehen Budgets, Forecasts und Abweichungsanalysen, die erklären, warum ein Bereich mehr kostet als geplant. Im Treasury geht es um Liquidität, Zahlungsverkehr, Kredite und Währungsrisiken. Dazu kommen Reporting an Geschäftsführung, Konzernmutter oder Banken sowie die Zusammenarbeit mit Wirtschaftsprüfern und Steuerberatern. Ein großer Teil des Tages findet am Bildschirm statt, in ERP-Systemen wie SAP oder DATEV und vor allem in Excel. Hinzu kommen Abstimmungen mit Fachabteilungen, die Zahlen liefern oder erklärt bekommen wollen.

Wie wird man Finance-Fachkraft?

Einen geschützten Beruf mit dem Namen Finance gibt es nicht. Häufig ist ein Bachelor- oder Masterstudium in Betriebswirtschaft, Wirtschaftswissenschaften, Finance oder Accounting der Einstieg, oft über ein Traineeprogramm oder eine Junior-Stelle. Ebenso verbreitet ist der Weg über eine kaufmännische Ausbildung, etwa als Industriekaufmann, Steuerfachangestellte oder Bankkaufmann, gefolgt von einer Weiterbildung zum Bilanzbuchhalter oder zur Controllerin bei der IHK. Quereinstiege sind möglich, wenn kaufmännische Grundlagen und sicherer Umgang mit Zahlen vorhanden sind. In internationalen Unternehmen wird gutes Englisch erwartet, Kenntnisse in HGB und oft auch IFRS sind gefragt.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit verlangt Genauigkeit und Geduld, denn ein Fehler in einer Buchung oder Formel kann sich durch viele Berichte ziehen. Die Tätigkeit ist überwiegend sitzend und wenig abwechslungsreich in der Bewegung. Die Arbeitszeiten sind meist regulär und gut planbar, Homeoffice ist verbreitet. Zu bestimmten Zeiten wird es aber eng: beim Monatsabschluss, beim Jahresabschluss und in der Budgetplanung im Herbst sind Überstunden üblich, und der Termindruck ist hoch. Wer im Controlling arbeitet, muss unangenehme Zahlen gegenüber Führungskräften vertreten können. Manche empfinden die Arbeit als trocken, und Routineaufgaben machen einen erheblichen Anteil aus, besonders in den ersten Jahren.

Aussichten

Finanzfachleute werden in fast jeder Branche gebraucht, die Nachfrage ist stabil, und erfahrene Bilanzbuchhalter und Controller sind am Arbeitsmarkt gesucht. Gleichzeitig verändert die Automatisierung den Bereich deutlich: Einfache Buchungstätigkeiten werden zunehmend von Software übernommen, während Analyse, Datenkompetenz und Kenntnisse in Tools wie Power BI wichtiger werden. Entwicklungswege führen zur Leitung der Buchhaltung oder des Controllings, zum Head of Finance und langfristig bis zur Position des kaufmännischen Geschäftsführers oder CFO. Andere wechseln in Wirtschaftsprüfung, Unternehmensberatung oder spezialisieren sich auf Konzernrechnungslegung, Steuern oder Treasury.

Aufgaben

  • Eingangs- und Ausgangsrechnungen buchen und Konten abstimmen
  • Monats- und Jahresabschlüsse vorbereiten
  • Budgets und Forecasts erstellen und Abweichungen analysieren
  • Berichte für Geschäftsführung, Konzern oder Banken aufbereiten
  • Liquidität planen und Zahlungsverkehr überwachen
  • Mit Wirtschaftsprüfern und Steuerberatern zusammenarbeiten
  • Kennzahlen in Excel oder BI-Tools auswerten

Voraussetzungen

  • Studium der Betriebswirtschaft oder kaufmännische Ausbildung mit Weiterbildung
  • Kenntnisse in Buchhaltung und Bilanzierung nach HGB, oft auch IFRS
  • Sicherer Umgang mit Excel und ERP-Systemen wie SAP oder DATEV
  • Sorgfalt und analytisches Denken
  • Gute Englischkenntnisse in international tätigen Unternehmen
  • Belastbarkeit in Abschluss- und Planungsphasen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Bachelorstudium in Betriebswirtschaft oder Finance von drei bis vier Jahren, oft mit anschließendem Traineeprogramm. Alternativ führt eine dreijährige kaufmännische Ausbildung mit späterer IHK-Weiterbildung zum Bilanzbuchhalter oder Controller in den Beruf.

Wo man arbeitet

  • Industrieunternehmen
  • Handelsunternehmen
  • Dienstleistungs- und IT-Unternehmen
  • Konzernzentralen und Holdinggesellschaften
  • Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaften
  • Start-ups und mittelständische Betriebe

Was du als Finance verdienst

Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.

Berufseinstieg
3.900 € 3.200 – 4.800 €
Mit Berufserfahrung
5.200 € 4.200 – 6.500 €
Mit langjähriger Erfahrung
7.200 € 5.800 – 9.500 €

Das Gehalt hängt stark von Abschluss, Unternehmensgröße und Branche ab: Konzerne, Banken und Pharmaindustrie zahlen deutlich mehr als kleine Betriebe, Führungsrollen wie Head of Finance liegen weit über dem Durchschnitt. Einen eigenen Tarifvertrag gibt es nicht; in tarifgebundenen Industriebetrieben gelten teilweise die Tarifverträge der Metall- und Elektroindustrie oder der Chemischen Industrie, erfahrene Fachkräfte werden dort aber oft außertariflich bezahlt.

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