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Financial Consultant

Financial Consultants beraten Privat- oder Firmenkunden zu Geldanlage, Altersvorsorge, Versicherungen und Finanzierungen und vermitteln passende Produkte. Sie arbeiten angestellt bei Banken und Beratungsgesellschaften oder selbstständig, oft mit Provisionsanteil am Einkommen.

Das Berufsbild

Was macht ein Financial Consultant?

Ein Financial Consultant analysiert die finanzielle Lage von Kundinnen und Kunden und entwickelt daraus Empfehlungen. Im Gespräch werden Einkommen, Ausgaben, Vermögen, Schulden und Ziele erfasst, etwa der Kauf einer Wohnung, die Absicherung der Familie oder die Rente. Daraus entstehen Vorschläge zu Fonds, ETF-Sparplänen, Lebens- und Berufsunfähigkeitsversicherungen, Baufinanzierungen oder betrieblicher Altersvorsorge. Zur Arbeit gehören Beratungsprotokolle, Geeignetheitserklärungen und die Dokumentation nach den Vorgaben der Finanzaufsicht. Bestehende Kunden werden regelmäßig betreut, Depots überprüft und Verträge angepasst. Ein großer Teil der Zeit fließt in die Gewinnung neuer Kunden: Telefonate, Empfehlungen, Veranstaltungen, Netzwerken. In Unternehmensberatungen bezeichnet der Titel teils auch Fachleute, die Firmen bei Controlling, Finanzplanung oder Kapitalbeschaffung unterstützen.

Wie wird man Financial Consultant?

Die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt. Üblich ist eine dreijährige Ausbildung als Bankkaufmann oder Bankkauffrau oder als Kaufmann oder Kauffrau für Versicherungen und Finanzanlagen. Viele kommen über ein Studium der Betriebswirtschaft, Finanzwirtschaft oder Wirtschaftswissenschaften. Wer Produkte selbst vermittelt, braucht je nach Bereich eine Erlaubnis nach der Gewerbeordnung: nach Paragraf 34d für Versicherungen, 34f für Finanzanlagen und 34i für Immobiliardarlehen, jeweils mit IHK-Sachkundeprüfung. Für Quereinsteiger bieten Vertriebsgesellschaften eigene Schulungen an, die auf diese Prüfungen vorbereiten. Weiterbildungen wie Fachwirt für Finanzberatung, Bankfachwirt oder Certified Financial Planner vertiefen das Wissen und verbessern die Chancen auf anspruchsvollere Kunden.

Was der Beruf verlangt

Der Beruf ist vertriebsorientiert. In vielen Häusern gibt es Umsatzziele, und ein Teil des Einkommens hängt an abgeschlossenen Verträgen. Bei selbstständigen Beratern im Strukturvertrieb besteht das Einkommen oft fast vollständig aus Provisionen, die Anlaufphase ist finanziell unsicher und die Abbruchquote hoch. Termine finden häufig abends oder am Wochenende statt, weil Kunden dann Zeit haben. Hinzu kommen ständig wechselnde Regeln zu Dokumentation, Kostenausweis und Haftung. Wer berät, muss Märkte, Steuerrecht und Produktbedingungen verfolgen und zugleich mit Ablehnung umgehen können. Schwer fällt manchen der Konflikt zwischen Verkaufsdruck und dem, was für den Kunden wirklich sinnvoll ist.

Aussichten

Der Bedarf an Beratung zu Altersvorsorge und Vermögensaufbau bleibt hoch, weil die gesetzliche Rente allein für viele nicht reicht. Gleichzeitig verändern Online-Banken, Robo-Advisor und günstige ETF-Angebote den Markt, einfache Produktvermittlung verliert an Bedeutung. Gefragt sind Berater mit fundiertem Fachwissen und Spezialisierungen etwa auf Baufinanzierung, Ruhestandsplanung oder vermögende Privatkunden. Filialbanken bauen Stellen ab, während Honorarberatung und unabhängige Vermögensverwaltung wachsen. Entwicklungswege führen in die Teamleitung, ins Private Banking, in die Honorarberatung oder in die eigene Agentur.

Aufgaben

  • Beratungsgespräche zu Geldanlage, Vorsorge und Absicherung führen
  • Finanzielle Ausgangslage der Kunden analysieren und Bedarf ermitteln
  • Anlagestrategien und Finanzierungsangebote erstellen
  • Versicherungs-, Fonds- und Kreditverträge vermitteln
  • Beratungsprotokolle und Geeignetheitserklärungen dokumentieren
  • Bestandskunden betreuen und Depots regelmäßig überprüfen
  • Neue Kunden über Empfehlungen, Telefon und Veranstaltungen gewinnen

Voraussetzungen

  • Kaufmännische Ausbildung im Bank- oder Versicherungswesen oder wirtschaftliches Studium
  • Sachkundenachweis und Erlaubnis nach §§ 34d, 34f oder 34i GewO bei eigener Vermittlung
  • Sicherer Umgang mit Zahlen, Finanzprodukten und Steuergrundlagen
  • Gesprächsführung und Abschlussorientierung im Vertrieb
  • Belastbarkeit bei Zielvorgaben und schwankendem Einkommen
  • Geordnete Vermögensverhältnisse und einwandfreies Führungszeugnis

Der Weg in den Beruf

Der übliche Weg führt über eine dreijährige duale Ausbildung zum Bankkaufmann oder zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen mit IHK-Abschluss oder über ein wirtschaftswissenschaftliches Bachelorstudium von drei bis vier Jahren. Wer Produkte vermittelt, legt zusätzlich die IHK-Sachkundeprüfung nach § 34d, 34f oder 34i GewO ab. Weiterbildungen wie Fachwirt für Finanzberatung oder Certified Financial Planner dauern berufsbegleitend ein bis zwei Jahre.

Wo man arbeitet

  • Banken und Sparkassen
  • Finanzvertriebe und Vermögensberatungsgesellschaften
  • Versicherungsunternehmen und Agenturen
  • Unabhängige Vermögensverwaltungen und Honorarberatungen
  • Unternehmensberatungen
  • Selbstständig mit eigenem Büro

Was du als Financial Consultant verdienst

Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.

Berufseinstieg
3.700 € 3.000 – 4.600 €
Mit Berufserfahrung
4.900 € 3.900 – 6.500 €
Mit langjähriger Erfahrung
6.800 € 5.300 – 9.500 €

Angestellte in Banken werden meist nach dem Tarifvertrag für das private Bankgewerbe und die öffentlichen Banken oder nach dem TVöD-Sparkassen bezahlt, dazu kommen oft variable Boni. Bei selbstständigen Beratern und im Strukturvertrieb hängt das Einkommen fast ganz von Provisionen ab und schwankt stark, vom Existenzminimum in der Anlaufphase bis zu deutlich höheren Werten bei großem Kundenbestand.

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