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Gerüstbauer

Gerüstbauer errichten, verändern und demontieren Arbeits-, Schutz- und Traggerüste an Gebäuden, Industrieanlagen und Brücken. Die Arbeit findet in der Höhe und bei fast jedem Wetter statt und ist körperlich anstrengend.

Das Berufsbild

Was macht ein Gerüstbauer?

Gerüstbauer sorgen dafür, dass andere Gewerke sicher in der Höhe arbeiten können. Sie stellen Fassadengerüste für Maler, Dachdecker und Maurer auf, bauen Schutzgerüste über Gehwegen, Traggerüste für Betonarbeiten im Brückenbau oder Hängegerüste in Kraftwerken, Raffinerien und Chemieanlagen. Der Tag beginnt meist früh auf dem Bauhof: Material wird nach Liste auf den Lkw geladen, dann fährt die Kolonne zur Baustelle. Dort wird der Untergrund geprüft, das Gerüst nach Aufbau- und Verwendungsanleitung oder statischem Plan aufgestellt, mit Ankern an der Wand befestigt und mit Belägen, Geländern und Bordbrettern ausgestattet. Stangen, Rahmen und Bohlen werden von Hand weitergereicht, oft über mehrere Etagen. Nach der Montage wird das Gerüst geprüft, gekennzeichnet und freigegeben. Später wird es umgebaut, erweitert und am Ende wieder abgebaut und verladen. Zur Arbeit gehören auch Netze und Planen anbringen, Aufzüge montieren und Sondergerüste für Kuppeln, Tribünen oder Veranstaltungsbühnen errichten.

Wie wird man Gerüstbauer?

Der übliche Weg ist eine dreijährige duale Ausbildung im Handwerk oder in der Industrie. Der Unterricht in der Berufsschule findet häufig in Blöcken statt, ergänzt durch überbetriebliche Lehrgänge. Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben, die meisten Betriebe nehmen Bewerber mit Hauptschulabschluss. Wichtig sind räumliches Vorstellungsvermögen und solides Rechnen für Lasten und Maße. Quereinsteiger, etwa aus dem Bau oder der Logistik, werden in vielen Betrieben zunächst als Gerüstbauhelfer eingesetzt und können die Abschlussprüfung später als Externe ablegen, wenn sie genug Berufspraxis nachweisen. Vor dem Einsatz in der Höhe steht in der Regel eine arbeitsmedizinische Untersuchung.

Was der Beruf verlangt

Gerüstbau gehört zu den körperlich härtesten Berufen am Bau. Bauteile wiegen oft zwanzig Kilogramm und mehr, sie werden den ganzen Tag gehoben, getragen und über Kopf weitergegeben. Gearbeitet wird draußen bei Hitze, Kälte, Regen und Wind, auf schmalen Belägen in großer Höhe. Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sind unverzichtbar, ebenso Disziplin bei der Absturzsicherung, denn Fehler können tödlich sein. Die Arbeitstage beginnen früh, Anfahrten zu wechselnden Baustellen verlängern sie, Montageeinsätze auf Industrieanlagen bedeuten teils Wochen auswärts und Nacht- oder Wochenendarbeit bei Stillständen. Im Winter ruht die Arbeit wetterbedingt öfter. Viele Beschäftigte haben nach Jahren Probleme mit Rücken, Schultern und Knien. Der Ton in den Kolonnen ist direkt, Teamarbeit ist Pflicht.

Aussichten

Der Bedarf ist hoch und stabil, weil Fassadensanierung, energetische Modernisierung, Infrastruktur und Industriewartung ohne Gerüste nicht auskommen. Betriebe suchen dauerhaft Fachkräfte, Ausbildungsplätze bleiben oft unbesetzt. Mit Erfahrung übernimmt man die Leitung einer Kolonne und verantwortet Aufbau, Prüfung und Personal auf der Baustelle. Weitere Schritte sind die Fortbildung zum Geprüften Gerüstbau-Kolonnenführer, die Meisterprüfung im Gerüstbauerhandwerk mit der Möglichkeit zur Selbstständigkeit oder ein Wechsel in Kalkulation, Disposition oder Arbeitssicherheit. Wer körperlich nicht mehr voll belastbar ist, findet dort und im Bauhof oder Vertrieb Alternativen.

Aufgaben

  • Gerüstmaterial auf dem Bauhof kommissionieren und auf Lkw verladen
  • Untergrund und Verankerungsgrund an der Baustelle prüfen
  • Fassaden-, Schutz-, Hänge- und Traggerüste nach Plan aufbauen
  • Gerüste an Wänden verankern und mit Geländern und Belägen sichern
  • Gerüste nach der Montage prüfen, kennzeichnen und freigeben
  • Gerüste während der Bauphase umbauen, erweitern oder einrüsten
  • Planen, Netze und Bauaufzüge montieren
  • Gerüste abbauen, Material sortieren und zurücktransportieren

Voraussetzungen

  • Schwindelfreiheit und Trittsicherheit in großer Höhe
  • Hohe körperliche Belastbarkeit und Kraft für schweres Heben und Tragen
  • Bestandene arbeitsmedizinische Untersuchung für Arbeiten mit Absturzgefahr
  • Räumliches Vorstellungsvermögen und Grundkenntnisse im Rechnen
  • Zuverlässigkeit und Teamfähigkeit in der Kolonne
  • Führerschein Klasse B, besser C1E oder CE für Materialtransporte

Der Weg in den Beruf

Der Regelweg ist die dreijährige duale Ausbildung zum Gerüstbauer mit Abschlussprüfung vor der Handwerkskammer oder IHK. Quereinsteiger können nach ausreichender Praxis als Externe zur Prüfung zugelassen werden. Danach sind Fortbildungen zum Geprüften Gerüstbau-Kolonnenführer oder zum Gerüstbauermeister möglich.

Wo man arbeitet

  • Gerüstbaubetriebe des Handwerks
  • Industriegerüstbau-Unternehmen
  • Bauunternehmen mit eigenem Gerüstbau
  • Industrieanlagen wie Kraftwerke, Raffinerien und Chemieparks
  • Brücken- und Infrastrukturbaustellen
  • Veranstaltungs- und Bühnenbaufirmen

Was du als Gerüstbauer verdienst

Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.

Berufseinstieg
2.900 € 2.600 – 3.200 €
Mit Berufserfahrung
3.200 € 2.900 – 3.600 €
Mit langjähriger Erfahrung
3.700 € 3.300 – 4.500 €

Maßgeblich ist der Lohntarifvertrag für das Gerüstbauerhandwerk, ergänzt durch den Bundesrahmentarifvertrag und einen allgemeinverbindlichen Branchenmindestlohn. Deutlich mehr verdienen oft Kolonnenführer und Monteure im Industriegerüstbau, wo Auslösungen, Nacht- und Wochenendzuschläge hinzukommen, während kleine Handwerksbetriebe häufig nahe am Tarif zahlen.

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