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Technik & Ingenieurwesen

Gruppenleiter Entwicklung Digitalisierung

Gruppenleiterinnen und Gruppenleiter Entwicklung Digitalisierung führen ein Team, das Software, Datenlösungen und vernetzte Funktionen für Produkte oder Produktionsprozesse entwickelt. Sie planen, verteilen Aufgaben, verantworten Budget und Termine und sind für ihre Mitarbeitenden disziplinarisch zuständig.

Das Berufsbild

Was macht ein Gruppenleiter Entwicklung Digitalisierung?

Gruppenleiterinnen und Gruppenleiter Entwicklung Digitalisierung führen ein Team von meist fünf bis fünfzehn Fachleuten, das digitale Lösungen für Produkte oder Prozesse entwickelt: Software für vernetzte Maschinen, Datenplattformen für die Fertigung, Assistenzfunktionen im Fahrzeug, Schnittstellen zwischen älteren Anlagen und Cloud-Diensten. Selbst programmieren sie nur noch selten. Der Alltag besteht aus Planungsrunden, Abstimmungen mit Produktmanagement, Fertigung, IT und Einkauf, technischen Reviews und Personalgesprächen. Sie verteilen Aufgaben, schätzen Aufwände, verwalten ein Budget, entscheiden über Architekturfragen mit und vertreten die Gruppe gegenüber der Abteilungsleitung. Dazu kommen Einstellungsgespräche, Zielvereinbarungen und die Frage, welche Technologien das Team in den nächsten Jahren beherrschen muss.

Wie wird man Gruppenleiter Entwicklung Digitalisierung?

Einen Ausbildungsberuf mit diesem Namen gibt es nicht. Üblich ist ein Studium der Informatik, Elektrotechnik, Mechatronik, Wirtschaftsinformatik oder des Maschinenbaus mit Schwerpunkt Software, häufig mit Masterabschluss. Danach folgen in der Regel drei bis acht Jahre als Entwicklungsingenieurin, Softwarearchitekt oder Projektleiter, bevor die erste Führungsverantwortung kommt. Viele wachsen aus dem eigenen Team in die Rolle hinein, oft über eine Zwischenstufe als Teamleitung oder technischer Lead. Größere Unternehmen bieten interne Programme für Nachwuchsführungskräfte an. Kenntnisse in agilen Methoden wie Scrum oder SAFe und im Projektmanagement werden erwartet, Zertifikate darin gern gesehen. Ohne Studium gelingt der Weg selten, am ehesten Technikerinnen oder Fachinformatikern mit langer Entwicklungserfahrung in kleineren Betrieben.

Was der Beruf verlangt

Die Rolle sitzt zwischen den Stühlen. Von oben kommen Termin- und Kostendruck, von unten Erwartungen an Rückendeckung, Weiterbildung und vernünftige Arbeitsbedingungen. Wer gern selbst tief in technischen Problemen steckt, vermisst das oft: Der Kalender ist voller Besprechungen, für eigene Facharbeit bleibt wenig Zeit. Trotzdem muss das technische Urteil aktuell bleiben, sonst verliert die Führungskraft den Rückhalt im Team. Unangenehme Gespräche gehören dazu, etwa bei schwachen Leistungen, Umstrukturierungen oder gestrichenen Projekten. Formal gilt meist Gleitzeit, in der Praxis sind Überstunden vor Releases und in kritischen Projektphasen üblich. Viele Gruppenleitungen sind außertariflich angestellt, Mehrarbeit ist dann mit dem Gehalt abgegolten. Reisen zu anderen Standorten, Zulieferern oder Kunden kommen hinzu, in internationalen Konzernen ist Englisch die Arbeitssprache.

Aussichten

Digitalisierung bleibt in Maschinenbau, Elektroindustrie, Energiewirtschaft und Medizintechnik ein Investitionsschwerpunkt, Führungskräfte mit technischem Hintergrund und Erfahrung in Softwareentwicklung werden gesucht. Die Lage ist allerdings nicht überall stabil: In der Automobilindustrie und bei Zulieferern werden derzeit Stellen abgebaut und Hierarchieebenen zusammengelegt, was gerade die mittlere Führungsebene trifft. Wer sich bewährt, kann zur Abteilungs- oder Bereichsleitung aufsteigen oder im Mittelstand die technische Gesamtverantwortung übernehmen. Manche Unternehmen bieten eine Fachlaufbahn als Alternative, etwa als Principal Engineer oder Enterprise Architect. Ein Wechsel in Technologieberatung oder zu Softwarehäusern ist ebenfalls verbreitet.

Aufgaben

  • Aufgaben und Prioritäten im Entwicklungsteam planen und verteilen
  • Aufwände schätzen und Projektbudgets überwachen
  • technische Konzepte und Softwarearchitekturen prüfen und mitentscheiden
  • Anforderungen mit Produktmanagement, Fertigung und IT abstimmen
  • Mitarbeitergespräche, Zielvereinbarungen und Beurteilungen führen
  • Bewerbungsgespräche führen und neue Teammitglieder einarbeiten
  • Projektstand und Risiken an die Abteilungsleitung berichten
  • Weiterbildungsbedarf im Team ermitteln und Technologieentscheidungen vorbereiten

Voraussetzungen

  • abgeschlossenes Studium in Informatik, Elektrotechnik, Mechatronik, Wirtschaftsinformatik oder Maschinenbau
  • mehrjährige Berufserfahrung in Software- oder Systementwicklung
  • Erfahrung mit agilen Methoden und Projektmanagement
  • Führungs- und Konfliktfähigkeit, auch in unangenehmen Personalgesprächen
  • Fähigkeit, technische Sachverhalte für Nichtfachleute verständlich darzustellen
  • verhandlungssicheres Englisch, in Konzernen Voraussetzung
  • Reisebereitschaft für Termine an anderen Standorten

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein ingenieur- oder informatikwissenschaftliches Studium (Bachelor drei bis dreieinhalb Jahre, oft mit anschließendem zweijährigem Master). Danach folgen meist drei bis acht Jahre Fach- und Projekterfahrung in der Entwicklung, bevor die erste Gruppenleitung übernommen wird, häufig begleitet von einem internen Führungskräfteprogramm.

Wo man arbeitet

  • Maschinen- und Anlagenbau
  • Automobilhersteller und Zulieferer
  • Elektro- und Medizintechnikunternehmen
  • Energieversorger und Netzbetreiber
  • Forschungsinstitute und Hochschulen
  • Software- und Engineering-Dienstleister

Was du als Gruppenleiter Entwicklung Digitalisierung verdienst

Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.

Berufseinstieg
7.000 € 6.000 – 8.500 €
Mit Berufserfahrung
8.000 € 6.800 – 9.500 €
Mit langjähriger Erfahrung
9.300 € 8.000 – 11.500 €

Am stärksten hängt das Gehalt von Branche und Unternehmensgröße ab: Konzerne der Metall- und Elektroindustrie zahlen nach IG-Metall-Tarif (ERA) oder darüber außertariflich mit Bonus, der Mittelstand oft deutlich weniger. Im öffentlichen Dienst und an Forschungseinrichtungen wie Fraunhofer gilt meist der TVöD oder TV-L mit Eingruppierung in E14 oder E15, was unter dem Niveau der Industrie liegt.

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