Helfer
Helfer in Handwerk und Produktion unterstützen Fachkräfte in Werkstätten, auf Baustellen und in Fabriken. Sie übernehmen einfache, oft körperliche Arbeiten und brauchen dafür keine abgeschlossene Berufsausbildung.
Das Berufsbild
Was macht ein Helfer?
Helfer übernehmen die Arbeiten, die für eine Fachkraft zu einfach oder zu zeitaufwendig sind, ohne die ein Betrieb aber nicht läuft. In der Produktion heißt das: Maschinen mit Rohteilen bestücken, fertige Teile entnehmen, auf sichtbare Fehler prüfen, verpacken, etikettieren und auf Paletten stapeln. Am Band werden immer wieder dieselben Handgriffe ausgeführt, oft im festen Takt. Im Handwerk tragen Helfer Material auf die Baustelle, räumen Schutt weg, bohren, schleifen, mischen Mörtel, halten Bauteile beim Montieren und reinigen Werkzeug und Arbeitsplatz. In der Lagerlogistik eines Produktionsbetriebs kommen Kommissionieren, das Bedienen von Hubwagen und nach entsprechender Schulung von Gabelstaplern hinzu. Die Arbeit erfolgt nach Anweisung eines Vorarbeiters, Gesellen oder Meisters.
Wie wird man Helfer?
Eine Ausbildung ist nicht vorgeschrieben. Die Einarbeitung dauert je nach Tätigkeit wenige Stunden bis einige Wochen und findet direkt am Arbeitsplatz statt. Viele Stellen werden über Zeitarbeitsfirmen vergeben, was den Einstieg erleichtert, aber selten zu einer dauerhaften Anstellung führt. Ein Schulabschluss wird häufig gewünscht, ist aber nicht überall Bedingung. Grundkenntnisse in Deutsch reichen meist aus, um Sicherheitsanweisungen zu verstehen. Nützlich sind ein Staplerschein, der in wenigen Tagen erworben werden kann, und ein Führerschein der Klasse B, vor allem im Handwerk mit wechselnden Einsatzorten. Zweijährige Ausbildungen wie Fachkraft für Metalltechnik, Maschinen- und Anlagenführer oder Fachlagerist eignen sich als nächster Schritt. Über eine Externenprüfung bei der Kammer können erfahrene Helfer auch ohne klassische Ausbildung einen Berufsabschluss erwerben.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich anstrengend. Langes Stehen, Heben, Tragen, Bücken und Arbeiten über Kopf gehören dazu, ebenso Lärm, Staub, Hitze in Werkhallen oder Kälte und Nässe auf Baustellen. In der Industrie wird oft im Zwei- oder Dreischichtbetrieb gearbeitet, auch am Wochenende. Am Band ist die Eintönigkeit für viele das größte Problem: Konzentration und Sorgfalt müssen über eine ganze Schicht gehalten werden, obwohl sich die Handgriffe kaum ändern. Gleichzeitig ist der Handlungsspielraum gering, Entscheidungen treffen andere. Die Bezahlung liegt nah am gesetzlichen Mindestlohn, und befristete Verträge oder Zeitarbeit sind verbreitet. Wer gesundheitliche Probleme mit Rücken oder Gelenken hat, sollte genau prüfen, welche Tätigkeit infrage kommt.
Aussichten
Helfer werden in vielen Branchen gesucht, besonders in Lebensmittelproduktion, Metallverarbeitung, Logistik und auf dem Bau. Stellen sind daher vergleichsweise leicht zu finden. Zugleich sind Helfertätigkeiten am stärksten von Automatisierung und konjunkturellen Schwankungen betroffen: In Krisen werden zuerst Zeitarbeitskräfte und Helfer abgebaut. Langfristig sicherer und besser bezahlt wird die Arbeit fast immer mit einer Qualifizierung. Wer sich im Betrieb bewährt, kann angelernter Maschinenbediener werden, Verantwortung für einen Arbeitsbereich übernehmen oder vom Betrieb eine Ausbildung oder Umschulung gefördert bekommen. Die Agentur für Arbeit unterstützt solche Weiterbildungen für Beschäftigte ohne Berufsabschluss häufig finanziell.
Aufgaben
- Maschinen mit Material bestücken und fertige Teile entnehmen
- Produkte auf sichtbare Fehler prüfen und aussortieren
- Waren verpacken, etikettieren und auf Paletten stapeln
- Baumaterial transportieren und Fachkräften zureichen
- Schutt und Abfälle beseitigen und Arbeitsplätze reinigen
- Einfache Bohr-, Schleif- und Montagearbeiten nach Anweisung ausführen
- Material im Lager kommissionieren und mit Hubwagen oder Stapler bewegen
Voraussetzungen
- Keine Berufsausbildung erforderlich, Schulabschluss oft gewünscht
- Körperliche Belastbarkeit, vor allem für Heben, Tragen und langes Stehen
- Bereitschaft zu Schichtarbeit und teils Wochenendarbeit
- Sorgfalt und Ausdauer bei sich wiederholenden Tätigkeiten
- Deutschkenntnisse, die zum Verstehen von Sicherheitsanweisungen reichen
- Von Vorteil: Staplerschein und Führerschein Klasse B
Der Weg in den Beruf
Eine formale Ausbildung gibt es nicht, die Einarbeitung erfolgt in wenigen Tagen bis Wochen direkt im Betrieb. Kurze Lehrgänge wie der Staplerschein verbessern die Chancen. Wer aufsteigen will, kann eine zwei- bis dreijährige Ausbildung anschließen oder nach mehreren Jahren Berufspraxis über eine Externenprüfung einen Kammerabschluss erwerben.
Wo man arbeitet
- Industriebetriebe und Fabriken
- Handwerksbetriebe
- Baustellen
- Lebensmittelproduktion
- Lager und Logistikzentren
- Zeitarbeitsfirmen
Was du als Helfer verdienst
Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.
- Berufseinstieg
- 2.400 € 2.200 – 2.800 €
- Mit Berufserfahrung
- 2.650 € 2.300 – 3.200 €
- Mit langjähriger Erfahrung
- 2.900 € 2.500 – 3.600 €
Das Gehalt hängt vor allem von Branche und Tarifbindung ab: In der Zeitarbeit gilt der Tarifvertrag zwischen GVP und DGB-Gewerkschaften mit Stundenlöhnen knapp über dem Mindestlohn, während Helfer unter dem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie oder der Chemie deutlich mehr verdienen. Schichtzulagen können das Einkommen spürbar erhöhen, sind in den Werten aber nicht enthalten.
Gehalt als Helfer nach Bundesland → Was dir in der Ausbildung zusteht →
Gerade keine Anzeige zu diesem Beruf.
Das heißt nicht, dass niemand sucht – nur, dass heute nichts davon bei uns steht. Der Katalog bleibt trotzdem stehen, denn ein Beruf lebt länger als eine Anzeige.