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Logistik & Verkehr

Kaufmann/-frau für Spedition und Logistikdienstleistung

Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung organisieren den Transport und die Lagerung von Gütern per Lkw, Bahn, Schiff oder Flugzeug. Sie kalkulieren Preise, beauftragen Frachtführer, erstellen Versand- und Zollpapiere und halten Kontakt zu Kunden und Fahrern.

Das Berufsbild

Was macht ein Kaufmann oder eine Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistung?

Die Arbeit findet fast vollständig am Schreibtisch statt, mit Telefon, E-Mail und Transportmanagement-Software. Ein Kunde fragt an, ob zwölf Paletten bis Donnerstag in Mailand sein können. Daraus wird eine Kalkulation aus Frachtkosten, Maut, Zuschlägen und Marge, dann ein Angebot. Kommt der Auftrag, wird ein passender Frachtführer gesucht, oft über Frachtbörsen, die Tour wird disponiert und die Papiere werden vorbereitet: Frachtbrief, Lieferschein, bei Exporten außerhalb der EU auch Zollanmeldungen und Ursprungsnachweise. Bei Gefahrgut kommen eigene Vorschriften dazu. Während des Transports verfolgen die Kaufleute die Sendung, reagieren auf Staus, Verspätungen oder beschädigte Ware und klären Reklamationen und Schadensfälle mit Versicherungen. Je nach Betrieb liegt der Schwerpunkt auf Landverkehr, See- oder Luftfracht, Kontraktlogistik mit Lagerhaltung oder Sammelgutverkehr. Am Ende stehen Abrechnung, Rechnungsprüfung und die Pflege der Kundenbeziehung.

Wie wird man Kaufmann oder Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistung?

Der übliche Weg ist eine duale Ausbildung über drei Jahre im Betrieb und an der Berufsschule, abgeschlossen mit der Prüfung vor der IHK. Mit Abitur oder guten Leistungen lässt sich die Zeit auf zwei bis zweieinhalb Jahre verkürzen. Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben, die meisten Betriebe stellen aber Bewerberinnen und Bewerber mit mittlerer Reife oder Abitur ein. Wichtig sind solide Kenntnisse in Mathematik, Deutsch und Englisch. Ein Quereinstieg ist möglich, etwa für Berufskraftfahrer oder Fachkräfte für Lagerlogistik, die in die Disposition wechseln. Ohne kaufmännischen Abschluss bleibt der Aufstieg dann aber oft begrenzt, eine Umschulung oder Externenprüfung schafft hier Abhilfe.

Was der Beruf verlangt

Der Beruf ist geprägt von Termindruck und ständigen Unterbrechungen. Mehrere Sendungen laufen gleichzeitig, und wenn ein Lkw ausfällt oder ein Schiff Verspätung hat, muss schnell umgeplant werden, während das Telefon weiter klingelt. Der Ton zwischen Kunden, Fahrern und Subunternehmern ist mitunter rau. Die Margen in der Branche sind gering, Fehler in der Kalkulation kosten unmittelbar Geld. Die Arbeitszeiten liegen meist im Tagesbetrieb, in der Disposition und im Luftfrachtbereich sind aber Früh- und Spätdienste, Bereitschaft oder Samstagsarbeit üblich. Wer lange konzentriert am Bildschirm arbeiten, Ruhe unter Druck bewahren und Englisch am Telefon sprechen kann, kommt gut zurecht. Wer feste Abläufe und wenig Hektik sucht, eher nicht.

Aussichten

Speditionen und Logistikdienstleister suchen seit Jahren Fachkräfte, ausgebildete Kaufleute finden in der Regel schnell eine Stelle. Die Digitalisierung verändert den Beruf: Frachtbörsen, automatische Sendungsverfolgung und digitale Zollverfahren übernehmen Routinearbeit, die Planung bei Störungen und die Kundenberatung bleiben aber gefragt. Nach einigen Jahren ist der Weg in die Teamleitung, die Niederlassungsleitung oder in den Vertrieb möglich. Verbreitete Weiterbildungen sind der Geprüfte Fachwirt für Güterverkehr und Logistik und der Verkehrsfachwirt, außerdem Spezialisierungen als Zoll- oder Gefahrgutbeauftragter. Mit Abitur oder Berufserfahrung steht auch ein Studium der Logistik oder Betriebswirtschaft offen.

Aufgaben

  • Transportangebote kalkulieren und Frachtpreise mit Kunden verhandeln
  • Lkw-Touren disponieren und Frachtführer beauftragen
  • Frachtbriefe, Zollanmeldungen und Gefahrgutpapiere erstellen
  • Sendungen verfolgen und bei Verspätungen umplanen
  • Reklamationen und Transportschäden mit Kunden und Versicherungen klären
  • Lagerbestände und Umschlag in der Kontraktlogistik organisieren
  • Rechnungen erstellen und Eingangsrechnungen von Subunternehmern prüfen

Voraussetzungen

  • In der Praxis meist mittlere Reife oder Abitur
  • Sicherer Umgang mit Zahlen für Kalkulation und Abrechnung
  • Gute Englischkenntnisse, besonders in See- und Luftfracht
  • Belastbarkeit bei Zeitdruck und vielen gleichzeitigen Vorgängen
  • Kommunikationsfähigkeit am Telefon mit Kunden und Fahrern
  • Sorgfalt im Umgang mit Vorschriften zu Zoll und Gefahrgut

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreijährige duale Ausbildung in einem Speditions- oder Logistikbetrieb mit Berufsschule, die mit der Abschlussprüfung vor der IHK endet. Mit Abitur oder guten Leistungen kann sie auf zwei bis zweieinhalb Jahre verkürzt werden.

Wo man arbeitet

  • Speditionen und Transportunternehmen
  • Logistikdienstleister und Kontraktlogistiker
  • See- und Luftfrachtspeditionen an Häfen und Flughäfen
  • KEP-Dienste und Sammelgutnetzwerke
  • Versandabteilungen von Industrie- und Handelsunternehmen

Was du als Kaufmann/-frau für Spedition und Logistikdienstleistung verdienst

Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.

Berufseinstieg
2.900 € 2.600 – 3.200 €
Mit Berufserfahrung
3.500 € 3.100 – 4.000 €
Mit langjähriger Erfahrung
4.400 € 3.800 – 5.500 €

Viele Betriebe zahlen nach den regionalen Tarifverträgen für das Speditions-, Logistik- und Transportgewerbe, die zwischen ver.di und den Landesverbänden für Verkehr und Logistik ausgehandelt werden, ein großer Teil der Branche ist aber nicht tarifgebunden. Am stärksten hängt das Gehalt von Region, Betriebsgröße und Sparte ab: See- und Luftfracht sowie große internationale Konzerne zahlen meist besser als kleine Landverkehrsspeditionen.

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