Kaufmann im E-Commerce
Kaufleute im E-Commerce betreuen den Verkauf von Waren und Dienstleistungen über Onlineshops und Marktplätze. Sie pflegen Sortimente, planen Werbemaßnahmen, werten Verkaufszahlen aus und kümmern sich um Bestellungen, Retouren und Kundenanfragen.
Das Berufsbild
Was machen Kaufleute im E-Commerce?
Kaufleute im E-Commerce sorgen dafür, dass ein Onlineshop verkauft. Sie legen neue Artikel im Shopsystem oder auf Marktplätzen wie Amazon und eBay an, schreiben Produkttexte, prüfen Bilder, Preise und Lieferzeiten und halten die Daten aktuell. Sie planen Rabattaktionen, Newsletter und bezahlte Anzeigen in Suchmaschinen und sozialen Netzwerken und schauen anschließend nach, was sie gebracht haben. Ein großer Teil der Arbeit ist Zahlenarbeit: Umsätze, Klickraten, Warenkörbe und Retourenquoten werden in Tabellen und Analyseprogrammen ausgewertet. Dazu kommen kaufmännische Aufgaben wie das Abstimmen mit Lieferanten und Logistikdienstleistern, das Prüfen von Zahlungseingängen und das Beantworten von Kundenanfragen per Mail oder Chat. In kleinen Shops erledigt eine Person fast alles davon, in großen Unternehmen spezialisieren sich die Beschäftigten auf einzelne Bereiche wie Sortimentspflege, Onlinemarketing oder Kundenservice.
Wie wird man Kaufmann im E-Commerce?
Der übliche Weg ist die duale Ausbildung, die es seit 2018 gibt. Sie dauert drei Jahre und endet mit der Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer. Bei guten Leistungen oder mit Abitur ist eine Verkürzung möglich. Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, in der Praxis stellen viele Betriebe bevorzugt Bewerberinnen und Bewerber mit Fachhochschulreife oder Abitur ein. Quereinsteiger aus dem Einzelhandel, dem Büromanagement oder dem Marketing finden ebenfalls Stellen, vor allem wenn sie Erfahrung mit Shopsystemen oder Werbeanzeigen mitbringen. Für Erwachsene mit Berufserfahrung ist auch eine Externenprüfung bei der IHK möglich.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit findet fast vollständig am Bildschirm statt, oft viele Stunden am Stück. Körperlich ist das wenig anstrengend, kann aber auf Augen, Rücken und Konzentration gehen. Die Arbeitszeiten sind meist regulär im Büro, Homeoffice ist verbreitet. Vor Aktionstagen wie dem Black Friday oder im Weihnachtsgeschäft wird es hektisch, dann fallen auch Überstunden oder Wochenenddienste an. Schwer fällt vielen der ständige Wandel: Plattformen ändern ihre Regeln, Werbekosten steigen, neue Programme kommen hinzu. Wer nicht regelmäßig dazulernt, ist schnell abgehängt. Hinzu kommt Druck durch Kennzahlen, denn der Erfolg der eigenen Arbeit ist täglich messbar. Im Kundenservice gehört auch der Umgang mit verärgerten Käufern zum Alltag.
Aussichten
Der Onlinehandel ist in den letzten Jahren stark gewachsen, auch klassische Händler und Hersteller verkaufen inzwischen selbst im Netz. Entsprechend werden ausgebildete Fachkräfte gesucht. Gleichzeitig ist die Branche konjunkturabhängig, und manche Routinearbeiten wie das Anlegen von Produktdaten werden zunehmend automatisiert oder durch KI-Werkzeuge unterstützt. Gute Chancen haben Beschäftigte, die sich auf Datenanalyse, Onlinemarketing oder Marktplatzmanagement spezialisieren. Weiterbildungen zum Handelsfachwirt oder Fachwirt für E-Commerce führen in Leitungsaufgaben, ein Studium etwa in E-Commerce, Betriebswirtschaft oder Wirtschaftsinformatik öffnet weitere Wege. Auch die Selbstständigkeit mit einem eigenen Shop ist eine Option, allerdings mit hohem Wettbewerb.
Aufgaben
- Artikel im Shopsystem und auf Marktplätzen anlegen und pflegen
- Produkttexte schreiben und Bilder, Preise und Lieferzeiten prüfen
- Rabattaktionen, Newsletter und Onlinewerbung planen
- Verkaufszahlen, Klickraten und Retourenquoten auswerten
- Bestellungen, Zahlungen und Retouren bearbeiten
- Kundenanfragen per Mail, Chat oder Telefon beantworten
- Mit Lieferanten, Agenturen und Logistikdienstleistern abstimmen
Voraussetzungen
- Mittlerer Schulabschluss, in vielen Betrieben Fachhochschulreife oder Abitur bevorzugt
- Sicherer Umgang mit Computer, Tabellenkalkulation und Internetanwendungen
- Gutes schriftliches Deutsch für Produkttexte und Kundenkommunikation
- Zahlenverständnis und Interesse an Auswertungen
- Englischkenntnisse, da viele Programme und Fachbegriffe englisch sind
- Bereitschaft, sich laufend in neue Werkzeuge und Plattformregeln einzuarbeiten
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreijährige duale Ausbildung zum Kaufmann oder zur Kauffrau im E-Commerce mit Abschlussprüfung vor der IHK. Mit Abitur oder guten Leistungen kann die Ausbildung auf zwei bis zweieinhalb Jahre verkürzt werden. Danach sind Weiterbildungen etwa zum Handelsfachwirt oder ein Studium möglich.
Wo man arbeitet
- Onlinehändler und Versandhandel
- Einzelhandelsunternehmen mit eigenem Onlineshop
- Hersteller mit Direktvertrieb
- Großhandel
- Onlinemarketing- und E-Commerce-Agenturen
- Reiseanbieter und Dienstleister mit Onlinebuchung
Was du als Kaufmann im E-Commerce verdienst
Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.
- Berufseinstieg
- 2.800 € 2.500 – 3.200 €
- Mit Berufserfahrung
- 3.300 € 2.900 – 3.900 €
- Mit langjähriger Erfahrung
- 4.200 € 3.500 – 5.200 €
In tarifgebundenen Handelsunternehmen richtet sich das Gehalt nach den regionalen Tarifverträgen des Einzelhandels oder des Groß- und Außenhandels, viele Onlinehändler und Agenturen zahlen jedoch ohne Tarif. Am stärksten hängt das Gehalt von Unternehmensgröße und Spezialisierung ab: Große Händler und Fachleute für Onlinemarketing oder Datenanalyse verdienen deutlich mehr als Beschäftigte in kleinen Shops.
Gehalt als Kaufmann im E-Commerce nach Bundesland → Was dir in der Ausbildung zusteht →
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