Zum Inhalt springen

Handwerk & Produktion

KFZ-Mechatroniker System- und Hochvolttechnik, Mercedes-Benz AG

Kfz-Mechatronikerinnen und -Mechatroniker für System- und Hochvolttechnik prüfen, reparieren und nehmen vernetzte Fahrzeugsysteme sowie Hochvoltkomponenten von Elektro- und Hybridfahrzeugen in Betrieb. Bei der Mercedes-Benz AG arbeiten sie vor allem in Versuchswerkstätten, in der Fahrzeugproduktion und im Service.

Das Berufsbild

Was macht ein Kfz-Mechatroniker für System- und Hochvolttechnik?

Im Mittelpunkt steht die Elektrik und Elektronik moderner Fahrzeuge. Dazu gehören Steuergeräte, Bussysteme, Fahrerassistenzsysteme und bei Elektro- und Hybridfahrzeugen das Hochvoltsystem mit Batterie, Leistungselektronik, E-Maschine und Ladetechnik. Der Arbeitstag besteht zu einem großen Teil aus Fehlersuche: Diagnosetester anschließen, Fehlerspeicher auslesen, Messwerte mit Multimeter und Oszilloskop prüfen, Schaltpläne lesen und den Fehler eingrenzen. Danach werden Bauteile getauscht, Leitungen instand gesetzt, Steuergeräte programmiert und Systeme kalibriert, etwa Kameras und Radarsensoren. Vor jeder Arbeit am Hochvoltsystem muss das Fahrzeug spannungsfrei geschaltet, gegen Wiedereinschalten gesichert und die Spannungsfreiheit nachgewiesen werden. Bei der Mercedes-Benz AG kommen je nach Einsatzort weitere Aufgaben hinzu: In Versuchswerkstätten der Entwicklung werden Prototypen aufgebaut, mit Messtechnik ausgerüstet und Erprobungsfahrzeuge betreut. In der Produktion geht es um Inbetriebnahme, Prüfstände und Nacharbeit an Fahrzeugen, die Qualitätsprüfungen nicht bestanden haben. Im Service stehen Wartung, Reparatur und Kundenfahrzeuge im Vordergrund. Klassische mechanische Arbeiten an Fahrwerk, Bremsen und Antrieb gehören weiterhin dazu.

Wie wird man Kfz-Mechatroniker für System- und Hochvolttechnik?

Der übliche Weg ist die duale Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker mit dem Schwerpunkt System- und Hochvolttechnik. Sie dauert dreieinhalb Jahre und endet mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer oder der Abschlussprüfung vor der IHK. Die Mercedes-Benz AG bildet an mehreren Standorten selbst aus. Ein guter mittlerer Schulabschluss ist in der Praxis meist Voraussetzung, Grundlagen in Mathematik und Physik werden im Auswahlverfahren geprüft. Für Arbeiten an Hochvoltsystemen ist zusätzlich eine Qualifizierung als Fachkundige Person nach DGUV-Information 209-093 nötig, die meist im Rahmen der Ausbildung oder durch den Arbeitgeber erworben wird. Gesellen aus anderen Kfz-Schwerpunkten oder Elektroniker können über diese Hochvoltqualifizierung und Herstellerschulungen umsteigen.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit erfordert technisches Verständnis und Geduld, denn Fehler in vernetzten Systemen sind oft schwer zu finden und treten nur sporadisch auf. Die Technik ändert sich schnell, regelmäßige Schulungen sind Pflicht. Hochvoltarbeit verlangt Disziplin bei Sicherheitsregeln, da Fehler lebensgefährlich sein können. Körperlich bedeutet der Beruf viel Stehen, Arbeiten unter der Hebebühne und in engen Fahrzeuginnenräumen, teils in ungünstiger Haltung. In der Produktion wird meist im Zwei- oder Dreischichtbetrieb gearbeitet, in der Erprobung können Dienstreisen und Einsätze zu ungewöhnlichen Zeiten hinzukommen. Zeitdruck entsteht durch Produktionstakte, Erprobungstermine oder Werkstattvorgaben. Die Autoindustrie steckt zudem in einem Umbau mit Sparprogrammen, was Unsicherheit bei Standorten und Aufgaben mit sich bringen kann.

Aussichten

Mit dem wachsenden Anteil elektrifizierter Fahrzeuge steigt der Bedarf an Fachkräften mit Hochvoltqualifikation, in Werkstätten wie bei Herstellern. Gleichzeitig verändert die Elektromobilität die Arbeit: Weniger Mechanik, mehr Diagnose und Software. Bei großen Herstellern ist die Konkurrenz um Stellen höher als im Kfz-Handwerk, dafür sind die Bedingungen tariflich geregelt. Weiterbildungen führen zum Kfz-Techniker-Meister, zum staatlich geprüften Techniker für Fahrzeugtechnik oder Elektrotechnik, zur Hochvolt-Expertin für Arbeiten unter Spannung oder in den Kundendienst und die Diagnoseberatung. Mit Hochschulzugang ist ein Studium der Fahrzeugtechnik oder Elektrotechnik möglich.

Aufgaben

  • Fehlerspeicher auslesen und Fahrzeugsysteme mit Diagnosetestern analysieren
  • Spannungen, Ströme und Signale mit Multimeter und Oszilloskop messen
  • Hochvoltsysteme spannungsfrei schalten und die Spannungsfreiheit nachweisen
  • Hochvoltbatterien, Leistungselektronik und Ladekomponenten prüfen und tauschen
  • Steuergeräte programmieren und Fahrerassistenzsysteme kalibrieren
  • Prototypen und Erprobungsfahrzeuge aufbauen und mit Messtechnik ausrüsten
  • Nacharbeit an Fahrzeugen aus der Produktion nach Qualitätsprüfungen durchführen
  • Arbeiten an Bremsen, Fahrwerk und Antrieb ausführen und dokumentieren

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung als Kfz-Mechatroniker, bevorzugt mit Schwerpunkt System- und Hochvolttechnik
  • Hochvoltqualifikation als Fachkundige Person nach DGUV-Information 209-093
  • Sicherer Umgang mit Schaltplänen, Diagnose- und Messtechnik
  • Gute Grundkenntnisse in Elektrotechnik, Mathematik und Physik
  • Führerschein Klasse B
  • Bereitschaft zu Schichtarbeit und regelmäßiger Weiterbildung
  • Körperliche Belastbarkeit für Arbeiten im Stehen und in Zwangshaltungen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreieinhalbjährige duale Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker mit dem Schwerpunkt System- und Hochvolttechnik, die mit der Gesellen- oder Abschlussprüfung endet. Die Hochvoltqualifikation nach DGUV-Information 209-093 wird in der Ausbildung oder durch Lehrgänge des Arbeitgebers erworben. Fachkräfte anderer Kfz-Schwerpunkte können über diese Zusatzqualifikation umsteigen.

Wo man arbeitet

  • Versuchs- und Prototypenwerkstätten in der Fahrzeugentwicklung
  • Fahrzeugwerke in Montage, Inbetriebnahme und Nacharbeit
  • Vertragswerkstätten und Niederlassungen im Service
  • Prüf- und Erprobungszentren

Was du als KFZ-Mechatroniker System- und Hochvolttechnik, Mercedes-Benz AG verdienst

Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.

Berufseinstieg
3.600 € 3.300 – 3.900 €
Mit Berufserfahrung
4.100 € 3.700 – 4.500 €
Mit langjähriger Erfahrung
4.700 € 4.200 – 5.300 €

Bei der Mercedes-Benz AG gilt der Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie (ERA, IG Metall), der deutlich über dem Tarif des Kfz-Handwerks liegt; Schichtzulagen und die jährliche Erfolgsbeteiligung kommen hinzu und sind in den Werten nicht enthalten. Entscheidend sind die Entgeltgruppe, der Einsatzbereich (Entwicklung, Produktion oder Service) und die Hochvoltqualifikationsstufe.

Gehalt als KFZ-Mechatroniker System- und Hochvolttechnik, Mercedes-Benz AG nach Bundesland → Was dir in der Ausbildung zusteht →

Offene Stellen als KFZ-Mechatroniker System- und Hochvolttechnik, Mercedes-Benz AG

Alle Anzeigen zu diesem Beruf →

Alle Stellen in Handwerk & Produktion

Verwandte Berufe