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Kundenberater Fahrzeugbewertung

Kundenberater in der Fahrzeugbewertung begutachten Gebrauchtwagen, die Privatleute oder Firmen verkaufen oder zurückgeben wollen, ermitteln deren Zustand und Wert und unterbreiten ein Ankaufsangebot. Sie arbeiten an der Schnittstelle zwischen Fahrzeugtechnik und Verkaufsgespräch.

Das Berufsbild

Was macht ein Kundenberater Fahrzeugbewertung?

Der Arbeitstag besteht aus einer Abfolge von Terminen. Kundinnen und Kunden bringen ihr Auto in eine Ankaufsfiliale, ein Autohaus oder ein Bewertungszentrum, und innerhalb von etwa einer halben bis einer Stunde muss klar sein, was das Fahrzeug wert ist. Dazu gehören ein Rundgang um das Auto, das Messen der Lackschichtdicke, die Suche nach Unfallspuren, Rost und Steinschlägen, ein Blick auf Reifen, Bremsen und Innenraum, das Auslesen des Fehlerspeichers und oft eine kurze Probefahrt. Die Befunde werden mit Fotos in eine Bewertungssoftware eingetragen, die zusammen mit Marktdaten einen Preis vorschlägt. Danach folgt der schwierigere Teil: das Angebot zu erklären, das häufig unter der Erwartung der Kundschaft liegt, Einwände aufzunehmen und den Abschluss vorzubereiten. Kommt ein Kauf zustande, prüft der Kundenberater Fahrzeugpapiere, Ausweis und Schlüssel, erstellt den Kaufvertrag und kümmert sich um Abmeldung und Übergabe. Bei Leasingrückläufern steht statt des Ankaufs die Dokumentation von Schäden im Vordergrund, die später in Rechnung gestellt werden.

Wie wird man Kundenberater Fahrzeugbewertung?

Eine eigene geregelte Ausbildung gibt es nicht. Viele kommen aus einer dreijährigen Ausbildung als Kfz-Mechatroniker, Automobilkaufmann oder Karosseriebauer. Ankaufsportale und Filialketten stellen aber auch Quereinsteiger aus Verkauf, Einzelhandel oder Kundenservice ein, wenn Interesse an Autos und Verhandlungsgeschick erkennbar sind. Die Einarbeitung dauert dann einige Wochen und umfasst Schulungen zu Bewertungsrichtlinien, Schadenserkennung und Software. Ein Führerschein der Klasse B ist praktisch immer Pflicht. Wer sich weiter qualifizieren will, kann Lehrgänge zum Gebrauchtwagenbewerter bei Prüforganisationen oder der Handwerkskammer besuchen.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit findet zu einem guten Teil draußen oder in offenen Hallen statt, bei Hitze, Kälte und Regen. Man kniet, bückt sich und leuchtet unter Radkästen. Filialen haben meist auch samstags geöffnet, und an Tagen mit vielen Terminen bleibt wenig Zeit für Pausen. Belastender als das Körperliche ist für viele das Gespräch: Menschen hängen an ihrem Auto oder brauchen das Geld, und ein niedriges Angebot führt zu Enttäuschung oder auch zu Ärger. Gleichzeitig messen viele Arbeitgeber die Leistung an Ankaufsquoten und Margen. Wer zu hoch bewertet, verursacht Verluste, wer zu niedrig bewertet, verliert Kunden. Dieser Druck ist im Alltag deutlich spürbar, und nicht jeder Arbeitgeber lässt Spielraum bei der Preisgestaltung.

Aussichten

Der Gebrauchtwagenmarkt ist groß und der Ankauf hat sich in den letzten Jahren stark professionalisiert, sodass bewertende Fachkräfte gesucht werden. Die Nachfrage schwankt allerdings mit der Lage im Autohandel, und Filialschließungen bei Online-Ankaufsfirmen kommen vor. Mit zunehmender Zahl an Elektro- und Hybridfahrzeugen wird Wissen über Batteriezustand und Hochvolttechnik wichtiger. Entwicklungswege führen zur Filialleitung, in den Gebrauchtwageneinkauf eines Autohauses, in die Remarketing-Abteilung von Leasinggesellschaften oder, mit entsprechender Weiterbildung und Prüfung, zum Kfz-Sachverständigen.

Aufgaben

  • Fahrzeuge außen und innen auf Schäden, Unfallspuren und Verschleiß prüfen
  • Lackschichtdicke messen und Fehlerspeicher auslesen
  • Probefahrten durchführen und Auffälligkeiten dokumentieren
  • Befunde und Fotos in die Bewertungssoftware eintragen
  • Ankaufsangebote erläutern und mit Kunden verhandeln
  • Kaufverträge erstellen und Fahrzeugpapiere prüfen
  • Fahrzeugübergabe, Abmeldung und Auszahlung organisieren
  • Schäden an Leasingrückläufern protokollieren

Voraussetzungen

  • Führerschein Klasse B
  • Technisches Grundverständnis für Fahrzeuge, idealerweise Ausbildung im Kfz-Bereich oder als Automobilkaufmann
  • Sicheres Auftreten und Verhandlungsgeschick
  • Belastbarkeit bei Kundengesprächen mit Konfliktpotenzial
  • Sorgfalt beim Dokumentieren und Umgang mit Software
  • Körperliche Fitness für Arbeit im Freien, Knien und Bücken

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine abgeschlossene dreijährige Ausbildung als Kfz-Mechatroniker oder Automobilkaufmann mit anschließender Einarbeitung beim Arbeitgeber. Quereinsteiger werden in mehrwöchigen internen Schulungen auf Bewertungsrichtlinien und Schadenserkennung vorbereitet. Lehrgänge zum Gebrauchtwagenbewerter bei Prüforganisationen oder Kammern sind freiwillig, verbessern aber die Chancen.

Wo man arbeitet

  • Filialen von Gebrauchtwagen-Ankaufsportalen
  • Autohäuser mit Gebrauchtwagenabteilung
  • Bewertungszentren von Leasinggesellschaften
  • Prüf- und Sachverständigenorganisationen
  • Fahrzeugauktionshäuser

Was du als Kundenberater Fahrzeugbewertung verdienst

Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.

Berufseinstieg
2.800 € 2.500 – 3.200 €
Mit Berufserfahrung
3.300 € 2.900 – 3.800 €
Mit langjähriger Erfahrung
3.900 € 3.400 – 4.600 €

In Autohäusern mit Tarifbindung gelten die regionalen Tarifverträge des Kfz-Handwerks bzw. Kfz-Handels (IG Metall), während Ankaufsportale meist nicht tarifgebunden sind und ein festes Grundgehalt mit erfolgsabhängigen Prämien kombinieren. Wie hoch das Gesamteinkommen ausfällt, hängt daher stark vom Arbeitgebertyp und vom Anteil der Provision am Gehalt ab.

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