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Bildung & Soziales

Kunststoff- und Kautschuktechnologe

Kunststoff- und Kautschuktechnologen richten Maschinen ein, mit denen aus Granulat, Kautschukmischungen oder Faserverbunden Formteile, Profile, Folien und Dichtungen entstehen, und überwachen die laufende Produktion. Sie arbeiten meist in Industriebetrieben und häufig im Schichtdienst.

Das Berufsbild

Was macht ein Kunststoff- und Kautschuktechnologe?

Kunststoff- und Kautschuktechnologen stellen Produkte aus Kunststoffen und Gummi her: Gehäuse für Haushaltsgeräte, Stoßfänger, Rohre, Fensterprofile, Folien, Schläuche oder Dichtringe. Den größten Teil des Tages verbringen sie an Spritzgießmaschinen, Extrudern, Pressen oder Mischanlagen. Sie bauen Werkzeuge und Düsen ein, stellen Temperaturen, Drücke und Zykluszeiten ein, fahren die Anlage an und optimieren die Parameter, bis die Teile maßhaltig und fehlerfrei sind. Während der Produktion entnehmen sie Stichproben, messen Wandstärken und Abmessungen, prüfen auf Lunker, Schlieren oder Grat und dokumentieren die Ergebnisse. Bei Störungen suchen sie die Ursache, wechseln Verschleißteile oder rufen die Instandhaltung. Je nach Fachrichtung, etwa Formteile, Halbzeuge, Mehrschichtkautschukteile, Faserverbundtechnologie oder Compound- und Masterbatchherstellung, liegt der Schwerpunkt anders. Der Beruf hieß bis 2023 Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik.

Wie wird man Kunststoff- und Kautschuktechnologe?

Der übliche Weg ist eine dreijährige duale Ausbildung im Betrieb und an der Berufsschule. Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, die meisten Betriebe stellen aber Bewerber mit mittlerem Schulabschluss oder gutem Hauptschulabschluss ein. Gute Noten in Mathematik, Physik und Chemie helfen, weil Rezepturen berechnet und Materialverhalten verstanden werden müssen. Die Fachrichtung wird zu Beginn festgelegt und richtet sich nach dem Ausbildungsbetrieb. Quereinsteiger aus Metall- oder Chemieberufen oder angelernte Maschinenbediener können über eine Umschulung oder die Externenprüfung bei der IHK zum Abschluss kommen, wenn sie ausreichend Berufspraxis nachweisen.

Was der Beruf verlangt

Die Produktion läuft in vielen Betrieben rund um die Uhr, deshalb ist Arbeit im Zwei- oder Dreischichtsystem die Regel, teilweise auch an Wochenenden. In den Hallen ist es oft warm und laut, je nach Material riecht es nach Kunststoffdämpfen oder Gummi. Gehörschutz, Sicherheitsschuhe und Handschuhe gehören dazu, an heißen Werkzeugen und schweren Formen besteht Verbrennungs- und Quetschgefahr. Werkzeugwechsel sind körperlich anstrengend, auch wenn Kräne helfen. Gleichzeitig verlangt die Arbeit Sorgfalt: Kleine Abweichungen bei Temperatur oder Material können ganze Chargen unbrauchbar machen. Wer lange an einer gleichmäßig laufenden Anlage steht, muss mit Phasen eintöniger Überwachung umgehen können. Zunehmend wird an computergesteuerten Maschinen gearbeitet, was Verständnis für Steuerungen und Prozessdaten erfordert.

Aussichten

Kunststoff- und Kautschukprodukte werden in der Automobil-, Verpackungs-, Bau- und Medizintechnik gebraucht, und viele Betriebe suchen Fachkräfte, weil ältere Beschäftigte in Rente gehen. Die Branche steht aber unter Druck: Energiepreise, die Umstellung auf Elektromobilität und Vorgaben zu Recycling und Kreislaufwirtschaft verändern die Nachfrage, einzelne Standorte werden verlagert oder geschlossen. Gute Chancen haben Fachkräfte, die sich mit Rezyklaten, Biokunststoffen oder Faserverbunden auskennen. Nach einigen Jahren Praxis ist die Weiterbildung zum Industriemeister Kunststoff und Kautschuk oder zum staatlich geprüften Techniker der Kunststofftechnik möglich, die zu Schichtführung, Prozessoptimierung oder Qualitätssicherung führt. Mit Hochschulreife steht auch ein Studium der Kunststofftechnik offen.

Aufgaben

  • Spritzgieß-, Extrusions- und Pressanlagen einrichten und anfahren
  • Werkzeuge, Düsen und Formen ein- und ausbauen
  • Prozessparameter wie Temperatur, Druck und Zykluszeit einstellen und optimieren
  • Rohstoffe, Mischungen und Zusatzstoffe vorbereiten und dosieren
  • Stichproben messen und auf Fehler wie Lunker oder Grat prüfen
  • Störungen an Anlagen erkennen und beheben
  • Produktions- und Prüfdaten dokumentieren

Voraussetzungen

  • In der Regel mittlerer Schulabschluss oder guter Hauptschulabschluss
  • Grundkenntnisse in Mathematik, Physik und Chemie
  • Technisches Verständnis und Sorgfalt
  • Bereitschaft zur Schichtarbeit
  • Körperliche Belastbarkeit bei Hitze und Lärm
  • Umgang mit computergesteuerten Maschinen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreijährige duale Ausbildung mit Abschlussprüfung vor der IHK, wobei zu Beginn eine von mehreren Fachrichtungen gewählt wird. Mit Berufserfahrung ist die Weiterbildung zum Industriemeister oder Techniker möglich.

Wo man arbeitet

  • Kunststoffverarbeitende Betriebe
  • Gummi- und Kautschukindustrie
  • Automobilzulieferer
  • Hersteller von Verpackungen und Folien
  • Hersteller von Rohren, Profilen und Fenstern
  • Medizintechnikbetriebe

Was du als Kunststoff- und Kautschuktechnologe verdienst

Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.

Berufseinstieg
3.000 € 2.700 – 3.300 €
Mit Berufserfahrung
3.500 € 3.100 – 3.900 €
Mit langjähriger Erfahrung
4.200 € 3.700 – 4.800 €

Entscheidend ist die Tarifbindung: Betriebe der Kautschukindustrie und der chemischen Industrie zahlen nach Tarifverträgen mit der IG BCE, in der kunststoffverarbeitenden Industrie gelten regionale Tarifverträge, viele kleinere Betriebe sind jedoch nicht tarifgebunden und zahlen deutlich weniger. Schicht-, Nacht- und Wochenendzulagen erhöhen das tatsächliche Einkommen spürbar, sind in den Werten aber nicht enthalten.

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