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Technik & Ingenieurwesen

Leitungsbauer für Infrastrukturtechnik August

Leitungsbauer für Infrastrukturtechnik verlegen, verbinden und prüfen unterirdische Leitungen für Gas, Wasser, Fernwärme, Strom und Telekommunikation. Sie arbeiten im Tiefbau, meist im Freien und oft mitten im Straßenverkehr.

Das Berufsbild

Was macht ein Leitungsbauer für Infrastrukturtechnik?

Leitungsbauer für Infrastrukturtechnik bauen die Netze, die unter Straßen und Gehwegen liegen: Trinkwasser- und Gasleitungen, Fernwärmerohre, Stromkabel und Leerrohre für Glasfaser. Der Arbeitstag beginnt meist an einer Baustelle, die erst abgesichert werden muss. Danach wird der Graben ausgehoben, häufig mit Bagger, an empfindlichen Stellen von Hand, weil daneben bereits Leitungen liegen. Die Grabenwände werden mit Verbau gesichert, das Rohrbett vorbereitet, Rohre aus Kunststoff, Guss oder Stahl eingelegt und verbunden. Kunststoffrohre werden verschweißt, etwa mit dem Heizwendel- oder Heizelementstumpfschweißverfahren, Gussrohre gesteckt oder verschraubt. Anschließend folgen Druck- und Dichtheitsprüfungen, das Verfüllen und Verdichten des Grabens. Zum Alltag gehören außerdem Hausanschlüsse, das Einbauen von Schiebern und Armaturen, Reparaturen nach Rohrbrüchen sowie grabenlose Verfahren wie Spülbohrungen, bei denen Leitungen unterirdisch eingezogen werden.

Wie wird man Leitungsbauer für Infrastrukturtechnik?

Der Weg führt über eine dreijährige duale Ausbildung in einem Bauunternehmen, meist im Tief- oder Leitungsbau. Der Beruf geht aus dem früheren Ausbildungsberuf Rohrleitungsbauer hervor und ist Teil der Stufenausbildung Bau: Das erste Jahr ist für alle Bauberufe ähnlich, danach folgt die Spezialisierung. Gelernt wird im Betrieb, in der Berufsschule und in überbetrieblichen Ausbildungszentren. Ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben, die meisten Betriebe stellen Bewerberinnen und Bewerber mit Hauptschul- oder mittlerem Abschluss ein. Quereinsteiger aus anderen Bauberufen können über eine Umschulung oder die Externenprüfung zum Abschluss kommen. Schweißscheine für Kunststoff- oder Stahlrohre werden oft während oder nach der Ausbildung zusätzlich erworben.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich anstrengend. Gearbeitet wird bei Hitze, Regen und Frost, oft gebückt oder kniend im Graben, mit schweren Formteilen und lauten Maschinen. Baustellen im Straßenraum bedeuten Verkehrslärm, Abgase und ein Unfallrisiko, das ständige Aufmerksamkeit verlangt. Wer an Gasleitungen arbeitet, muss Sicherheitsregeln genau einhalten, denn Fehler können gefährlich werden. Die Arbeitszeit beginnt früh, im Sommer werden lange Tage gemacht. Bei größeren Projekten ist Montage mit Übernachtung auswärts möglich, bei Netzbetreibern kommen Bereitschaftsdienste für Störungen nachts und am Wochenende hinzu. Der Führerschein ist praktisch unverzichtbar, weil die Kolonne täglich zu wechselnden Einsatzorten fährt.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und dürfte es auf lange Sicht bleiben. Viele Wasser- und Gasnetze sind Jahrzehnte alt und müssen erneuert werden, der Ausbau von Fernwärme, Stromnetzen und Glasfaser schafft zusätzliche Arbeit. Gleichzeitig fehlen den Betrieben Fachkräfte, Ausgebildete finden in der Regel schnell eine Stelle. Mit Erfahrung ist der Aufstieg zum Vorarbeiter möglich, über die Fortbildung zum Werkpolier oder geprüften Polier zur Bauleitung vor Ort. Die Meisterprüfung oder eine Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker öffnen den Weg in Kalkulation und Bauleitung, ein Studium im Bauingenieurwesen ist ebenfalls möglich. Eine Alternative zum Baubetrieb ist der Wechsel zu Stadtwerken oder Netzbetreibern, wo Instandhaltung und Störungsdienst im Vordergrund stehen.

Aufgaben

  • Baustellen im Straßenraum absichern und Gräben ausheben
  • Grabenwände mit Verbau sichern und Rohrbett herstellen
  • Rohre und Kabelschutzrohre verlegen und verbinden
  • Kunststoffrohre verschweißen und Formteile einbauen
  • Druck- und Dichtheitsprüfungen durchführen und dokumentieren
  • Hausanschlüsse herstellen und Armaturen einbauen
  • Rohrbrüche und Leitungsschäden reparieren
  • Leitungen mit grabenlosen Verfahren wie Spülbohrungen einziehen

Voraussetzungen

  • Meist Hauptschulabschluss oder mittlerer Schulabschluss
  • Gute körperliche Belastbarkeit und Bereitschaft zur Arbeit im Freien bei jedem Wetter
  • Räumliches Vorstellungsvermögen und Verständnis für technische Pläne
  • Sorgfalt im Umgang mit Sicherheitsvorschriften, besonders bei Gasleitungen
  • Führerschein Klasse B, oft auch BE oder C1 erwünscht
  • Teamfähigkeit für die Arbeit in der Baukolonne

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreijährige duale Ausbildung in der Bauwirtschaft im Rahmen der Stufenausbildung Bau, die mit der Gesellenprüfung bzw. Abschlussprüfung vor der Handwerks- oder Industrie- und Handelskammer endet. Zusatzqualifikationen wie Schweißscheine für Kunststoff- oder Stahlrohre werden häufig parallel oder im Anschluss erworben.

Wo man arbeitet

  • Tiefbau- und Leitungsbauunternehmen
  • Rohrleitungsbaufirmen
  • Stadtwerke und Wasserversorger
  • Gas-, Strom- und Fernwärmenetzbetreiber
  • Unternehmen für Glasfaser- und Breitbandausbau

Was du als Leitungsbauer für Infrastrukturtechnik August verdienst

Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.

Berufseinstieg
3.500 € 3.100 – 3.900 €
Mit Berufserfahrung
3.900 € 3.500 – 4.400 €
Mit langjähriger Erfahrung
4.600 € 4.000 – 5.400 €

In Baubetrieben gilt meist der Tarifvertrag für das Bauhauptgewerbe (Bundesrahmentarifvertrag Bau mit Tarifvertrag zur Regelung der Löhne), die Bezahlung richtet sich nach der Lohngruppe, etwa Facharbeiter oder Spezialfacharbeiter. Bei Stadtwerken gilt häufig der TV-V, nicht tarifgebundene Betriebe zahlen teils deutlich weniger, während Auslöse, Bereitschaftsdienst und Polierfunktion das tatsächliche Einkommen spürbar erhöhen können.

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