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Logopäde

Logopädinnen und Logopäden untersuchen und behandeln Störungen der Sprache, des Sprechens, der Stimme, des Schluckens und des Hörens bei Kindern und Erwachsenen. Sie arbeiten auf ärztliche Verordnung, meist in Praxen, Kliniken oder Rehaeinrichtungen.

Das Berufsbild

Was macht ein Logopäde?

Logopäden behandeln Menschen, die nicht oder nicht richtig sprechen, schlucken oder ihre Stimme einsetzen können. Ein großer Teil der Patienten sind Kinder mit verzögerter Sprachentwicklung, Aussprachefehlern oder Stottern. Dazu kommen Erwachsene nach einem Schlaganfall mit Aphasie, Menschen mit Parkinson oder Demenz, Patienten nach Operationen im Kehlkopfbereich und Berufssprecher wie Lehrkräfte mit chronischer Heiserkeit. Am Anfang steht die Diagnostik: Tests durchführen, Sprachproben auswerten, Befunde schreiben. Danach folgt die eigentliche Therapie in Einheiten von meist 30 bis 60 Minuten, etwa Lautbildung üben, Atem- und Stimmübungen anleiten oder mit Schlaganfallpatienten Wörter wiederfinden. In Kliniken prüfen Logopäden außerdem, ob Patienten sicher schlucken können, und legen fest, welche Kostform sie bekommen. Elternberatung, Absprachen mit Ärzten und Kitas, Therapieberichte und die Abrechnung mit den Krankenkassen gehören fest zum Alltag.

Wie wird man Logopäde?

Der übliche Weg ist eine dreijährige Ausbildung an einer staatlich anerkannten Berufsfachschule für Logopädie, die mit einer staatlichen Prüfung endet. Voraussetzung ist in der Regel ein mittlerer Schulabschluss, viele Schulen verlangen zusätzlich eine Eignungsprüfung und ein Gutachten über Stimme und Gehör. An privaten Schulen fällt häufig Schulgeld an, in mehreren Bundesländern wird es inzwischen übernommen. Daneben gibt es Bachelorstudiengänge, teils ausbildungsintegrierend, teils primärqualifizierend. Eine Reform der Ausbildung hin zu einem vollständigen Studium ist seit Jahren angekündigt. Für Quereinsteiger gibt es keinen verkürzten Weg, wer umsteigt, durchläuft die volle Ausbildung. Ähnliche Tätigkeiten üben auch akademische Sprachtherapeuten und klinische Linguisten aus.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich wenig belastend, aber anstrengend für Stimme und Konzentration. Logopäden sprechen den ganzen Tag, müssen sich im Halbstundentakt auf neue Patienten einstellen und Fortschritte oft über Monate geduldig begleiten. Bei schwer betroffenen Erwachsenen sind Rückschläge häufig. In Praxen ist der Terminplan eng getaktet, Nachmittags- und frühe Abendtermine sind üblich, weil Kinder erst nach Schule oder Kita kommen. Hausbesuche in Pflegeheimen bedeuten Fahrzeiten. Ein Teil der Dokumentation und Vorbereitung fällt außerhalb der Behandlungszeit an. Die Bezahlung in privaten Praxen ist gemessen an der Verantwortung bescheiden, weil die Vergütung von den Sätzen der Krankenkassen abhängt.

Aussichten

Logopäden werden fast überall gesucht, viele Praxen haben Wartelisten und finden kaum Personal. Der Bedarf wächst durch die alternde Bevölkerung mit mehr Schlaganfällen und neurologischen Erkrankungen. Weiterentwickeln lässt sich die Tätigkeit durch Spezialisierungen etwa in Dysphagie, Stimmtherapie, Stottern oder Neurologie. Mit Berufserfahrung ist die Gründung einer eigenen Praxis mit Kassenzulassung möglich, ebenso eine Tätigkeit als Lehrkraft an Logopädieschulen. Ein Studium öffnet zusätzlich Wege in Forschung und Leitung.

Aufgaben

  • Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen mit Tests untersuchen
  • Therapiepläne erstellen und Behandlungsziele festlegen
  • Aussprache, Wortschatz und Satzbau mit Kindern üben
  • Atem- und Stimmübungen mit Erwachsenen anleiten
  • Schluckfähigkeit von Patienten in Klinik oder Heim prüfen
  • Eltern und Angehörige beraten und zu Übungen anleiten
  • Befunde und Therapieberichte für Ärzte schreiben
  • Behandlungen mit den Krankenkassen abrechnen

Voraussetzungen

  • Mittlerer Schulabschluss, oft Abitur von Vorteil
  • Bestandene Eignungsprüfung der Schule
  • Gesunde, belastbare Stimme und gutes Gehör
  • Geduld und Einfühlungsvermögen im Umgang mit Kindern und Kranken
  • Klare Aussprache und sicheres Deutsch
  • Sorgfalt bei Dokumentation und Abrechnung

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreijährige schulische Ausbildung an einer Berufsfachschule für Logopädie mit staatlicher Prüfung und der Berufsbezeichnung Logopädin oder Logopäde. Alternativ führen Bachelorstudiengänge von drei bis vier Jahren zum gleichen Berufsabschluss.

Wo man arbeitet

  • Logopädische Praxen
  • Krankenhäuser und Stroke Units
  • Rehabilitationskliniken
  • Pflegeheime
  • Frühförderstellen und Förderschulen
  • Sozialpädiatrische Zentren

Was du als Logopäde verdienst

Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.

Berufseinstieg
2.950 € 2.600 – 3.400 €
Mit Berufserfahrung
3.300 € 2.900 – 3.800 €
Mit langjähriger Erfahrung
3.800 € 3.300 – 4.600 €

Am stärksten hängt das Gehalt davon ab, ob die Stelle in einer privaten Praxis oder in einer Klinik des öffentlichen Dienstes liegt: Kliniken zahlen nach TVöD oder TV-L, oft in Entgeltgruppe 9a, während Praxen frei verhandeln und durch die Vergütungssätze der Krankenkassen begrenzt sind. Praxisinhaber verdienen je nach Auslastung und Mitarbeiterzahl deutlich unterschiedlich.

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