Medizinische Fachangestellte für die Plasmaspende
Medizinische Fachangestellte in der Plasmaspende betreuen Spenderinnen und Spender in Plasmaspendezentren, legen Venenzugänge, bedienen die Plasmapherese-Geräte und überwachen den Ablauf der Spende bis zum Ende.
Das Berufsbild
Was macht eine Medizinische Fachangestellte für die Plasmaspende?
In einem Plasmaspendezentrum läuft der Tag nach einem festen Takt. Spenderinnen und Spender melden sich an, füllen einen Gesundheitsfragebogen aus und werden vor jeder Spende kurz untersucht: Blutdruck, Puls, Temperatur und Gewicht werden gemessen, aus einem Tropfen Blut werden Hämoglobin und Gesamteiweiß bestimmt. Erst nach Freigabe durch die Ärztin oder den Arzt geht es in den Spendesaal. Dort legt die Fachkraft den Zugang in die Armvene, schließt das Plasmapherese-Gerät an und startet den Spendevorgang. Das Gerät trennt das Plasma ab und gibt die übrigen Blutbestandteile zurück. Während der etwa 45 bis 60 Minuten betreut eine Fachkraft mehrere Liegen gleichzeitig, achtet auf Alarme, auf Kreislaufprobleme und Zitratreaktionen wie Kribbeln in den Lippen und reagiert, wenn jemand blass wird oder kollabiert. Danach werden Plasmaflaschen etikettiert, Proben für das Labor vorbereitet und alle Schritte lückenlos dokumentiert, weil das Transfusionsgesetz und die Vorgaben der Pharmaindustrie eine vollständige Rückverfolgbarkeit verlangen. Reinigung und Desinfektion der Plätze gehören ebenso dazu wie das Aufrüsten der Geräte mit Einmalsets.
Wie wird man Medizinische Fachangestellte für die Plasmaspende?
Der übliche Weg ist die dreijährige duale Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten mit Abschluss vor der Ärztekammer. Eine eigene Ausbildung speziell für die Plasmaspende gibt es nicht. Die Spendezentren arbeiten ihre Beschäftigten mehrere Wochen intern ein, vor allem in Venenpunktion, Gerätebedienung und Notfallabläufen, oft mit schriftlicher Prüfung und regelmäßiger Nachschulung. Neben MFA werden auch Pflegefachkräfte, Notfallsanitäter oder medizinisch-technische Assistenzkräfte eingestellt. Manche Zentren nehmen auch Quereinsteiger ohne medizinische Ausbildung als Spendeassistenz, die Fachkräfte erledigen dann die verantwortlichen Schritte.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist stark standardisiert und wiederholt sich. Wer Abwechslung sucht, wird sie hier selten finden. Gleichzeitig ist Konzentration über viele Stunden nötig, denn Fehler bei Identität, Etikettierung oder Gerätebedienung haben Folgen für die Produktsicherheit. Die meiste Zeit wird gestanden und zwischen den Liegen gelaufen. Viele Zentren öffnen früh am Morgen, bis in den Abend und am Samstag, damit Berufstätige spenden können. Daraus ergeben sich wechselnde Dienste und Wochenendarbeit, wenn auch keine Nachtschichten. Hinzu kommen Zeitdruck an vollen Tagen, schwierige Venen, ängstliche oder ungeduldige Spender und der Umgang mit Menschen, die vor allem wegen der Aufwandsentschädigung kommen. Regelmäßige Audits durch Behörden und Auftraggeber sorgen für einen hohen Dokumentationsaufwand.
Aussichten
Der Bedarf an Blutplasma für Medikamente wie Immunglobuline und Gerinnungsfaktoren wächst seit Jahren, und in Deutschland wurden zuletzt zahlreiche neue Spendezentren eröffnet. Die Nachfrage nach Fachkräften ist entsprechend stabil, zumal MFA insgesamt knapp sind. Der Wechsel aus der Arztpraxis wird oft wegen geregelter Abläufe und fehlender Abrechnungsarbeit gewählt. Entwicklungsmöglichkeiten bestehen als Schichtleitung, Trainerin für neue Beschäftigte, in der Qualitätssicherung oder in der Zentrumsleitung. Fortbildungen etwa zur Fachwirtin für ambulante medizinische Versorgung öffnen weitere Wege.
Aufgaben
- Spender empfangen, identifizieren und Gesundheitsfragebögen prüfen
- Blutdruck, Puls, Temperatur und Gewicht messen
- Hämoglobin und Gesamteiweiß aus einer Blutprobe bestimmen
- Venenzugänge legen und Plasmapherese-Geräte anschließen und bedienen
- Spender während der Spende überwachen und bei Kreislaufproblemen Erste Hilfe leisten
- Plasmaflaschen und Laborproben etikettieren und lagern
- Spendevorgänge nach Transfusionsgesetz und Qualitätsvorgaben dokumentieren
- Spendeplätze reinigen, desinfizieren und Geräte aufrüsten
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung als Medizinische Fachangestellte oder vergleichbare medizinische Ausbildung
- Sicherheit oder Lernbereitschaft bei der Venenpunktion
- Sorgfalt und Konzentration bei Routineabläufen
- Ruhiges Auftreten im Umgang mit ängstlichen Spendern und in Notfällen
- Bereitschaft zu Früh-, Spät- und Samstagsdiensten
- Körperliche Belastbarkeit für langes Stehen und Gehen
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten mit Prüfung vor der Ärztekammer. Die Spezialisierung auf die Plasmaspende erfolgt durch eine mehrwöchige interne Einarbeitung im Spendezentrum mit regelmäßigen Nachschulungen.
Wo man arbeitet
- Plasmaspendezentren privater Pharmaunternehmen
- Blutspendedienste des Deutschen Roten Kreuzes
- Transfusionsmedizinische Einrichtungen an Universitätskliniken
- Kommunale Blut- und Plasmaspendedienste
Was du als Medizinische Fachangestellte für die Plasmaspende verdienst
Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.
- Berufseinstieg
- 2.700 € 2.500 – 3.000 €
- Mit Berufserfahrung
- 3.000 € 2.700 – 3.300 €
- Mit langjähriger Erfahrung
- 3.400 € 3.100 – 4.000 €
Private Plasmaspendezentren zahlen meist nach Haustarif oder frei verhandelt, oft etwas über dem Tarifvertrag für Medizinische Fachangestellte der AAA, der als Untergrenze dient; die DRK-Blutspendedienste und Unikliniken zahlen nach eigenem DRK-Tarif beziehungsweise TV-L. Zuschläge für Samstags- und Spätdienste sowie Schichtleitungsfunktionen machen den größten Unterschied aus.
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