Pflegefachkraft Hygienebeauftragte:r
Hygienebeauftragte Pflegefachkräfte arbeiten in der Pflege auf einer Station oder in einem Wohnbereich und sind dort zusätzlich für Infektionsschutz und die Umsetzung des Hygieneplans zuständig. Sie sind das Bindeglied zwischen dem Pflegeteam und dem Hygienefachpersonal der Einrichtung.
Das Berufsbild
Was macht eine hygienebeauftragte Pflegefachkraft?
Der größte Teil der Arbeitszeit ist normale Pflege: Vitalwerte messen, Medikamente stellen, Wunden versorgen, Patientinnen und Bewohner bei Körperpflege und Mobilisation unterstützen, dokumentieren. Hinzu kommt die Hygienefunktion für die eigene Station oder den Wohnbereich. Dazu gehört, den Kolleginnen und Kollegen im Alltag zu erklären, wie ein Verbandwechsel aseptisch läuft, wann Schutzkittel und Handschuhe nötig sind und wie ein Zimmer bei MRSA oder Noroviren zu isolieren ist. Hygienebeauftragte beobachten die Händedesinfektion, nehmen an Begehungen der Hygienefachkraft teil, melden Häufungen von Infektionen, achten auf Desinfektionsmittelbestände und halten Kurzschulungen im Team. Sie erfassen Daten für die Infektionsstatistik, etwa zu katheterassoziierten Infektionen, und geben Änderungen aus dem Hygieneplan an die Station weiter.
Wie wird man hygienebeauftragte Pflegefachkraft?
Voraussetzung ist eine abgeschlossene dreijährige Pflegeausbildung, heute meist als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann, oder ein Pflegestudium. Viele Arbeitgeber erwarten zusätzlich einige Jahre Berufserfahrung. Die Funktion selbst wird über eine Fortbildung erworben, die nach den Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene (KRINKO) und den Hygieneverordnungen der Länder in der Regel rund 40 Unterrichtsstunden umfasst. Sie wird von Bildungsinstituten, Kliniken und Verbänden angeboten und meist vom Arbeitgeber bezahlt. Danach sind regelmäßige Auffrischungen vorgesehen. Ein eigener Ausbildungsberuf ist es nicht, sondern eine Zusatzaufgabe im bestehenden Pflegeberuf.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeitsbedingungen sind die der Pflege: Schichtdienst mit Früh-, Spät- und Nachtdiensten, Wochenend- und Feiertagsarbeit, körperlich belastende Tätigkeiten und vielerorts Personalmangel. Die Hygieneaufgaben laufen oft nebenher, weil in vielen Einrichtungen keine oder kaum Freistellung dafür vorgesehen ist. Das führt dazu, dass Schulungen und Kontrollen in ohnehin knapp besetzten Schichten Platz finden müssen. Schwierig ist auch die Rolle im Team: Wer Kolleginnen auf fehlende Händedesinfektion oder falsches Tragen von Schutzkleidung hinweist, macht sich nicht immer beliebt. Gefragt sind deshalb Durchsetzungsvermögen, Geduld und genaues Arbeiten. Bei Ausbrüchen, etwa mit Noroviren oder in einer Pandemie, steigt der Druck deutlich.
Aussichten
Das Infektionsschutzgesetz und die Landesverordnungen verpflichten Krankenhäuser, Reha-Kliniken und zunehmend auch Pflegeheime und ambulante Dienste, Hygienebeauftragte zu benennen. Die Nachfrage ist entsprechend stabil, zumal Pflegefachkräfte insgesamt gesucht sind. Die Funktion ist häufig ein Einstieg in die Krankenhaushygiene: Wer tiefer einsteigen will, kann die zweijährige Weiterbildung zur Hygienefachkraft machen und dann hauptamtlich für eine ganze Einrichtung arbeiten. Andere Wege führen in die Praxisanleitung, ins Qualitätsmanagement oder in die Stationsleitung.
Aufgaben
- Patientinnen und Bewohner pflegerisch versorgen und Maßnahmen dokumentieren
- Hygieneplan auf der Station umsetzen und Neuerungen ans Team weitergeben
- Händedesinfektion und Schutzmaßnahmen beobachten und Rückmeldung geben
- Isolierungen bei multiresistenten Erregern oder Noroviren organisieren
- Kurzschulungen und Einweisungen für Kolleginnen und neue Mitarbeitende halten
- an Hygienebegehungen teilnehmen und Mängel nachverfolgen
- Infektionsdaten für die Surveillance erfassen und Häufungen melden
Voraussetzungen
- abgeschlossene Ausbildung als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann, Gesundheits- und Krankenpflege oder Altenpflege
- meist mehrere Jahre Berufserfahrung in der Pflege
- Fortbildung zur hygienebeauftragten Pflegefachkraft mit rund 40 Unterrichtsstunden und regelmäßige Auffrischung
- Sorgfalt und Kenntnisse zu Erregern, Desinfektion und Aufbereitung
- Durchsetzungsvermögen und Fähigkeit, Kolleginnen und Kollegen anzuleiten
- körperliche Belastbarkeit und Bereitschaft zum Schichtdienst
Der Weg in den Beruf
Zuerst steht die dreijährige Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann mit staatlicher Prüfung. Nach einigen Jahren im Beruf folgt eine berufsbegleitende Fortbildung von etwa 40 Unterrichtsstunden, die mit einem Zertifikat als hygienebeauftragte Pflegefachkraft abschließt.
Wo man arbeitet
- Krankenhäuser
- Rehabilitationskliniken
- stationäre Pflegeeinrichtungen
- ambulante Pflegedienste
- Einrichtungen für ambulantes Operieren und Dialysezentren
Was du als Pflegefachkraft Hygienebeauftragte:r verdienst
Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.
- Berufseinstieg
- 3.550 € 3.300 – 3.900 €
- Mit Berufserfahrung
- 3.950 € 3.550 – 4.350 €
- Mit langjähriger Erfahrung
- 4.300 € 3.900 – 4.800 €
Das Gehalt richtet sich nach der Pflegeeingruppierung, im öffentlichen Dienst nach dem TVöD-P (meist P7 oder P8), an Unikliniken nach dem TV-L, bei kirchlichen Trägern nach den AVR von Caritas oder Diakonie; die Hygienefunktion bringt nicht überall eine höhere Eingruppierung oder Zulage. Private Altenpflegeeinrichtungen ohne Tarif zahlen oft nahe am Pflegemindestlohn, Schicht-, Nacht- und Wochenendzuschläge erhöhen das tatsächliche Einkommen spürbar.
Gehalt als Pflegefachkraft Hygienebeauftragte:r nach Bundesland → Was dir in der Ausbildung zusteht →