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Vertrieb & Kundenservice

Pflegefachkraft Medizinproduktebeauftragte:r

Pflegefachkräfte mit dieser Zusatzfunktion sorgen dafür, dass Medizinprodukte sicher eingesetzt werden. Sie weisen Personal, Patientinnen und Angehörige in Geräte und Hilfsmittel ein, dokumentieren Einweisungen und beraten im Auftrag von Kliniken, Herstellern oder Homecare-Unternehmen.

Das Berufsbild

Was macht eine Pflegefachkraft als Medizinproduktebeauftragte?

Die Bezeichnung wird in zwei Zusammenhängen verwendet. In Kliniken und Pflegeeinrichtungen übernimmt eine Pflegefachkraft die Aufgabe, Medizinprodukte auf der Station oder im Haus zu betreuen: Infusionspumpen, Beatmungsgeräte, Monitore, Absauggeräte, Pflegebetten. Sie weist Kolleginnen und Kollegen in neue Geräte ein, führt Einweisungsnachweise und Bestandsverzeichnisse, organisiert Prüftermine mit der Medizintechnik und meldet Vorkommnisse. Häufig ist diese Tätigkeit eine Zusatzaufgabe neben dem regulären Pflegedienst.

Bei Herstellern, Sanitätshäusern und Homecare-Unternehmen arbeitet die Pflegefachkraft dagegen als Medizinprodukteberaterin im Außendienst. Sie besucht Patientinnen zu Hause, in Pflegeheimen oder vor der Entlassung im Krankenhaus und versorgt sie mit Produkten zur Wundversorgung, Stomaversorgung, künstlichen Ernährung oder Inkontinenz. Sie zeigt den Umgang mit Pumpen und Verbandmaterial, stimmt Verordnungen mit Arztpraxen ab, klärt Fragen zur Kostenübernahme mit Krankenkassen und schult Pflegedienste. Je nach Arbeitgeber gehören auch Umsatzziele und das Gewinnen neuer Einrichtungen dazu.

Wie wird man Pflegefachkraft als Medizinproduktebeauftragte?

Grundlage ist die dreijährige Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann nach dem Pflegeberufegesetz oder ein älterer Abschluss in der Gesundheits- und Krankenpflege oder Altenpflege. Ein Pflegestudium ist möglich, aber nicht nötig. Arbeitgeber erwarten meist einige Jahre Berufserfahrung. Die Funktion selbst wird über kurze Lehrgänge erworben: Für die Arbeit in Einrichtungen gibt es Schulungen zu Medizinprodukte-Betreiberverordnung und Medizinproduktesicherheit, für den Außendienst eine Schulung als Medizinprodukteberater nach dem Medizinprodukterecht-Durchführungsgesetz, oft vom Arbeitgeber bezahlt. Im Homecare-Bereich ist eine Weiterbildung zur Wundexpertin oder Stomatherapeutin ein Vorteil. Für den Außendienst wird ein Führerschein verlangt.

Was der Beruf verlangt

In der Klinik läuft die Beauftragtenfunktion selten mit eigener Arbeitszeit. Einweisungen und Dokumentation müssen zwischen Schichtdienst, Personalmangel und Zeitdruck untergebracht werden, und die Verantwortung für fehlende Nachweise liegt spürbar bei der beauftragten Person. Wer in den Außendienst wechselt, entkommt zwar meist Nacht- und Wochenenddiensten, sitzt dafür täglich mehrere Stunden im Auto, arbeitet allein und plant die eigene Tour. Vertriebsvorgaben, Konkurrenz zwischen Versorgern und Gespräche mit Krankenkassen sind für viele Pflegekräfte ungewohnt. Gefragt sind Geduld beim Erklären, Genauigkeit bei Dokumenten und die Fähigkeit, auch mit überlasteten Pflegeteams und Angehörigen in schwierigen Lebenslagen sachlich umzugehen.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil bis wachsend. Die ambulante Versorgung chronisch kranker und älterer Menschen nimmt zu, Homecare-Unternehmen und Hersteller suchen laufend Pflegefachkräfte mit Praxiserfahrung. Auch Einrichtungen müssen die Vorgaben zur Medizinproduktesicherheit erfüllen. Entwicklungswege führen in die Regionalleitung, ins Produktmanagement, in Schulungsabteilungen, ins Qualitätsmanagement oder in die Medizintechnik-Koordination eines Klinikums. Wer aus dem Außendienst zurück in die Pflege möchte, findet wegen des Fachkräftemangels in der Regel ohne Schwierigkeiten eine Stelle.

Aufgaben

  • Pflegepersonal, Patientinnen und Angehörige in Geräte und Hilfsmittel einweisen
  • Einweisungsnachweise, Bestandsverzeichnisse und Medizinproduktebücher führen
  • Prüftermine und Wartungen mit der Medizintechnik abstimmen
  • Vorkommnisse und Fehlfunktionen erfassen und weiterleiten
  • Patientinnen zu Hause oder im Pflegeheim mit Wund-, Stoma- oder Ernährungsprodukten versorgen
  • Verordnungen mit Arztpraxen und Kostenübernahmen mit Krankenkassen klären
  • Pflegedienste und Stationsteams zu neuen Produkten schulen
  • Versorgungsverläufe dokumentieren und Touren planen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann oder vergleichbarer Pflegeabschluss
  • Mehrjährige Berufserfahrung in Klinik, Pflegeheim oder ambulanter Pflege
  • Schulung zur Medizinproduktesicherheit oder als Medizinprodukteberater
  • Sorgfalt bei Dokumentation und Kenntnis der rechtlichen Vorgaben
  • Verständliches Erklären und Geduld im Umgang mit Patientinnen und Angehörigen
  • Führerschein Klasse B und Bereitschaft zu viel Fahrzeit im Außendienst

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreijährige Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann mit staatlicher Prüfung, danach einige Jahre Praxis in der Pflege. Die Funktion als Medizinproduktebeauftragte oder Medizinprodukteberaterin wird über Lehrgänge von wenigen Tagen erworben, im Homecare-Bereich oft ergänzt durch eine Weiterbildung zur Wundexpertin.

Wo man arbeitet

  • Krankenhäuser und Universitätskliniken
  • Stationäre Pflegeeinrichtungen
  • Homecare-Unternehmen
  • Hersteller von Medizinprodukten
  • Sanitätshäuser
  • Ambulante Pflegedienste

Was du als Pflegefachkraft Medizinproduktebeauftragte:r verdienst

Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.

Berufseinstieg
3.600 € 3.200 – 4.100 €
Mit Berufserfahrung
4.000 € 3.500 – 4.600 €
Mit langjähriger Erfahrung
4.500 € 3.900 – 5.400 €

In Kliniken und Pflegeeinrichtungen richtet sich das Gehalt nach dem TVöD-P, dem TV-L, AVR Caritas oder AVR Diakonie, die Beauftragtenfunktion bringt dort meist nur eine kleine oder gar keine Zulage, und Schichtzulagen machen einen großen Teil des Einkommens aus. Bei Herstellern und Homecare-Unternehmen wird frei verhandelt, oft mit Dienstwagen und erfolgsabhängigen Anteilen, weshalb die Spanne dort deutlich weiter ist.

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