Zum Inhalt springen

Bildung & Soziales

Praxisanleiter

Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter begleiten Auszubildende in Pflege- und Gesundheitsberufen während der praktischen Ausbildung. Sie leiten am Patientenbett oder im Einsatz an, beurteilen Leistungen und nehmen praktische Prüfungen mit ab.

Das Berufsbild

Was macht ein Praxisanleiter?

Praxisanleiter sind meist erfahrene Pflegefachkräfte, die neben oder statt der regulären Pflege Auszubildende anleiten. Das Pflegeberufegesetz schreibt vor, dass mindestens zehn Prozent der praktischen Ausbildungszeit geplant angeleitet werden. Diese Anleitung übernehmen Praxisanleiter. Konkret heißt das: Erstgespräche zu Beginn eines Einsatzes führen, Lernziele festlegen, gemeinsam mit Auszubildenden einen Verbandswechsel, eine Medikamentengabe oder eine Aufnahme durchführen, danach die Situation besprechen und dokumentieren. Dazu kommen Zwischen- und Abschlussgespräche, schriftliche Beurteilungen, Absprachen mit der Pflegeschule und die Mitwirkung an der praktischen Abschlussprüfung. In größeren Kliniken gibt es freigestellte oder zentrale Praxisanleiter, die ausschließlich anleiten und Einsätze stationsübergreifend planen. In vielen Pflegeheimen und ambulanten Diensten läuft die Anleitung dagegen neben dem normalen Dienst. Praxisanleitung gibt es auch im Rettungsdienst, in der Hebammenausbildung und in therapeutischen Berufen.

Wie wird man Praxisanleiter?

Voraussetzung ist ein Abschluss in einem Gesundheitsfachberuf, in der Pflege etwa als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann, Gesundheits- und Krankenpflegerin oder Altenpfleger. Hinzu kommt mindestens ein Jahr Berufserfahrung im jeweiligen Einsatzbereich. Die eigentliche Qualifikation ist eine berufspädagogische Weiterbildung im Umfang von mindestens 300 Stunden, angeboten von Bildungsträgern, Pflegeschulen und Kliniken. Sie dauert berufsbegleitend meist sechs bis zwölf Monate und behandelt Lernpsychologie, Anleitungsmethoden, Beurteilung und Gesprächsführung. Viele Arbeitgeber übernehmen die Kosten. Danach ist eine jährliche Fortbildung von 24 Stunden Pflicht, sonst erlischt die Berechtigung zur Anleitung. Ein Quereinstieg ohne pflegerischen oder therapeutischen Berufsabschluss ist nicht möglich.

Was der Beruf verlangt

Die größte Schwierigkeit ist oft nicht die Anleitung selbst, sondern die Zeit dafür. Wo Personal knapp ist, wird geplante Anleitung häufig verschoben, weil die Versorgung der Patienten Vorrang hat. Praxisanleiter stehen dann zwischen dem Anspruch der Ausbildung und dem Druck auf der Station. Wer nicht freigestellt ist, arbeitet weiterhin im Schichtdienst mit Nacht- und Wochenenddiensten und trägt die körperliche Belastung der Pflege. Hinzu kommt Dokumentationsaufwand für Anleitungsnachweise und Beurteilungen. Gefordert sind Geduld, die Fähigkeit, eigenes Handeln zu erklären, und die Bereitschaft, auch schlechte Leistungen klar zu benennen. Konflikte mit Auszubildenden, die eine negative Beurteilung erhalten, gehören dazu, ebenso die Verantwortung bei Prüfungen.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch. Seit der generalistischen Pflegeausbildung brauchen alle Einrichtungen, die ausbilden, ausreichend qualifizierte Praxisanleiter, und viele Häuser haben zu wenige. Die Weiterbildung verbessert daher die Chancen auf eine Stelle und häufig auch die Eingruppierung. Wer weitergehen will, kann zentrale Praxisanleitung oder Koordination der praktischen Ausbildung übernehmen. Ein Studium der Pflegepädagogik oder Berufspädagogik öffnet den Weg als Lehrkraft an eine Pflegeschule. Andere nutzen die Erfahrung für eine Stationsleitung oder Tätigkeiten in der innerbetrieblichen Fortbildung.

Aufgaben

  • Auszubildende bei pflegerischen Tätigkeiten am Patienten anleiten und beaufsichtigen
  • Einsatzpläne und Lernziele für Praxiseinsätze erstellen
  • Erst-, Zwischen- und Abschlussgespräche führen
  • Anleitungen und Lernfortschritte dokumentieren
  • Schriftliche Beurteilungen verfassen
  • Mit Pflegeschulen und Praxisbegleitung der Schule zusammenarbeiten
  • An praktischen Abschlussprüfungen mitwirken
  • Neue Mitarbeitende einarbeiten

Voraussetzungen

  • Abschluss in einem Pflege- oder Gesundheitsfachberuf
  • Mindestens ein Jahr Berufserfahrung im Einsatzbereich
  • Berufspädagogische Weiterbildung mit mindestens 300 Stunden
  • Jährliche Fortbildung von 24 Stunden
  • Geduld, Erklärungsvermögen und sichere Gesprächsführung
  • Körperliche Belastbarkeit und Bereitschaft zum Schichtdienst

Der Weg in den Beruf

Grundlage ist eine dreijährige Ausbildung in einem Pflege- oder Gesundheitsfachberuf und mindestens ein Jahr Berufserfahrung. Darauf folgt eine berufspädagogische Weiterbildung von mindestens 300 Stunden, die berufsbegleitend meist sechs bis zwölf Monate dauert und mit einem Zertifikat als Praxisanleiterin oder Praxisanleiter abschließt.

Wo man arbeitet

  • Krankenhäuser und Kliniken
  • Stationäre Pflegeeinrichtungen
  • Ambulante Pflegedienste
  • Rehabilitationskliniken
  • Psychiatrische Einrichtungen
  • Rettungsdienste

Was du als Praxisanleiter verdienst

Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.

Berufseinstieg
3.800 € 3.400 – 4.200 €
Mit Berufserfahrung
4.200 € 3.700 – 4.700 €
Mit langjähriger Erfahrung
4.700 € 4.200 – 5.400 €

Das Gehalt hängt vor allem vom Träger ab: Kommunale Kliniken zahlen nach TVöD-P, Unikliniken nach TV-L, kirchliche Häuser nach AVR Caritas oder AVR Diakonie, wo die Praxisanleitung meist eine höhere Entgeltgruppe oder eine Zulage bringt. Private Altenpflegeeinrichtungen ohne Tarif zahlen oft weniger, während Schicht- und Nachtzuschläge bei nicht freigestellten Praxisanleitern das tatsächliche Einkommen deutlich erhöhen.

Gehalt als Praxisanleiter nach Bundesland → Was dir in der Ausbildung zusteht →

Offene Stellen als Praxisanleiter

Alle Anzeigen zu diesem Beruf →

Alle Stellen in Bildung & Soziales