Premium Verkaufsberater / Stylist
Premium-Verkaufsberaterinnen und Stylisten beraten Kundschaft in Boutiquen und Modehäusern des gehobenen und Luxussegments, stellen Outfits zusammen und pflegen langfristige Kundenbeziehungen. Der Beruf verbindet Verkauf, Stilberatung und Service auf hohem Niveau.
Das Berufsbild
Was macht ein Premium Verkaufsberater / Stylist?
Im Mittelpunkt steht die persönliche Beratung von Kundinnen und Kunden, die für Kleidung, Schuhe, Taschen oder Accessoires viel Geld ausgeben. Der Arbeitstag besteht aus Gesprächen auf der Fläche, dem Zusammenstellen kompletter Looks, Anproben in der Kabine und dem Abstimmen von Änderungen mit der Schneiderei. Ein großer Teil der Arbeit findet außerhalb des direkten Verkaufsgesprächs statt: Stammkundschaft wird in einer Kundendatei gepflegt, per Nachricht oder Telefon über neue Kollektionen informiert und zu Terminen oder Hausevents eingeladen. Dieses sogenannte Clienteling entscheidet oft über den Umsatz. Dazu kommen Kassieren, Warenpräsentation nach den Vorgaben der Marke, Inventur, Reklamationen und gelegentlich Termine bei Kunden zu Hause oder im Hotel. In Touristenlagen gehört die Abwicklung der Mehrwertsteuererstattung für Kundschaft aus dem Ausland zum Alltag.
Wie wird man Premium Verkaufsberater / Stylist?
Einen geschützten Berufsabschluss mit diesem Namen gibt es nicht. Der klassische Weg führt über die dreijährige Ausbildung zur Kauffrau oder zum Kaufmann im Einzelhandel oder die zweijährige Ausbildung im Verkauf, idealerweise in einem Modehaus. Viele Luxusmarken stellen auch Quereinsteiger ein, etwa aus der Hotellerie, der Gastronomie gehobener Häuser, der Kosmetik oder der Flugbegleitung, wenn Auftreten, Sprachen und Serviceverständnis stimmen. Private Kurse in Stil- und Farbberatung können helfen, ersetzen aber keine Verkaufserfahrung. Die Marken schulen ihr Personal intensiv in Produktwissen, Materialien und Firmengeschichte.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit findet überwiegend im Stehen statt, oft acht Stunden lang. Gearbeitet wird zu Ladenöffnungszeiten, also regelmäßig samstags, in Spätschichten bis 20 Uhr, an verkaufsoffenen Sonntagen und in der Vorweihnachtszeit mit hoher Belastung. Viele Häuser arbeiten mit Umsatzzielen und Provisionen, was Druck erzeugt und das Einkommen schwanken lässt. Die Kundschaft erwartet Diskretion, Geduld und makelloses Auftreten, auch bei schwierigen oder unhöflichen Gesprächspartnern. Es gelten strenge Kleider- und Verhaltensregeln. Englisch wird in Großstadtlagen vorausgesetzt, weitere Sprachen wie Chinesisch, Arabisch, Russisch oder Französisch sind gefragt. Wer nicht gern verkauft und keine Freude daran hat, Beziehungen über Jahre zu pflegen, wird in diesem Beruf nicht zufrieden.
Aussichten
Der stationäre Modehandel steht insgesamt unter Druck, das Luxussegment ist davon weniger betroffen als der mittlere Markt. Die Stellen konzentrieren sich auf wenige Orte: Einkaufsstraßen in München, Düsseldorf, Hamburg, Frankfurt und Berlin, große Kaufhäuser sowie Designer-Outlets. In ländlichen Regionen gibt es kaum Angebote. Wer gute Umsätze und eine treue Stammkundschaft vorweisen kann, steigt zum Senior Advisor, zur stellvertretenden Filialleitung oder zur Store Managerin auf. Weitere Wege führen ins Personal Shopping, ins Visual Merchandising, in die Schulung neuer Mitarbeitender oder ins Gebietsmanagement einer Marke. Mit einer Weiterbildung zum Handelsfachwirt lassen sich Führungsaufgaben formal absichern.
Aufgaben
- Kundschaft auf der Verkaufsfläche empfangen und Wünsche erfragen
- Komplette Outfits zusammenstellen und bei der Anprobe beraten
- Änderungen mit der hauseigenen Schneiderei abstimmen
- Stammkundinnen und Stammkunden über neue Kollektionen informieren und Termine vereinbaren
- Kundendaten im CRM-System pflegen
- Ware nach Markenvorgaben präsentieren und Bestände kontrollieren
- Zahlungen, Umtausch und Steuererstattungen für Auslandskunden abwickeln
- Bei Events und privaten Shopping-Terminen betreuen
Voraussetzungen
- Ausbildung im Einzelhandel oder Erfahrung im gehobenen Service
- Gepflegtes Auftreten und Gespür für Mode, Materialien und Passform
- Verhandlungssicheres Englisch, weitere Fremdsprachen von Vorteil
- Freude am Verkaufen und Umgang mit Umsatzzielen
- Diskretion und Geduld im Umgang mit anspruchsvoller Kundschaft
- Bereitschaft zu Samstags- und Spätarbeit
- Körperliche Belastbarkeit für langes Stehen
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreijährige duale Ausbildung zur Kauffrau oder zum Kaufmann im Einzelhandel mit IHK-Abschluss, alternativ die zweijährige Ausbildung zur Verkäuferin oder zum Verkäufer. Quereinsteiger mit Erfahrung aus Hotellerie, Kosmetik oder Service werden von vielen Marken eingestellt und intern geschult.
Wo man arbeitet
- Boutiquen von Luxus- und Designermarken
- Premium-Kaufhäuser
- Inhabergeführte Modehäuser im gehobenen Segment
- Designer-Outlet-Center
- Personal-Shopping-Abteilungen großer Häuser
Was du als Premium Verkaufsberater / Stylist verdienst
Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.
- Berufseinstieg
- 2.900 € 2.500 – 3.300 €
- Mit Berufserfahrung
- 3.300 € 2.900 – 3.900 €
- Mit langjähriger Erfahrung
- 4.000 € 3.400 – 5.000 €
Das Grundgehalt orientiert sich bei tarifgebundenen Häusern am regionalen Tarifvertrag für den Einzel- und Versandhandel zwischen ver.di und dem Handelsverband, viele Luxusmarken zahlen jedoch außertariflich darüber. Stark ins Gewicht fallen Umsatzprovisionen, die in den genannten Werten nicht enthalten sind, sowie der Standort: In Top-Lagen großer Städte wird deutlich mehr gezahlt als im Outlet oder Kaufhaus.
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