Projektmanagement
IT-Projektmanager planen und steuern Softwareentwicklungen, Systemeinführungen und Infrastrukturprojekte. Sie halten Termine, Budget und Umfang zusammen und vermitteln zwischen Entwicklung, Fachabteilungen und Auftraggebern.
Das Berufsbild
Was macht ein IT-Projektmanager?
IT-Projektmanager sorgen dafür, dass ein Vorhaben wie die Einführung eines ERP-Systems, der Umzug einer Anwendung in die Cloud oder die Entwicklung einer App fertig wird, und zwar im vereinbarten Zeit- und Kostenrahmen. Zu Beginn klären sie mit dem Auftraggeber, was genau geliefert werden soll, schätzen Aufwände, stellen Zeitpläne auf und besetzen das Team. Danach verfolgen sie den Fortschritt, leiten Statusbesprechungen, pflegen Risikolisten und schreiben Berichte an die Geschäftsführung oder den Lenkungsausschuss. Ein großer Teil des Tages besteht aus Abstimmung: mit Entwicklern über technische Hürden, mit der Fachabteilung über geänderte Anforderungen, mit externen Dienstleistern über Verträge und Lieferungen. In agilen Teams verschiebt sich die Rolle teils zum Product Owner oder Scrum Master, die Grundaufgabe bleibt aber dieselbe: Entscheidungen herbeiführen und Hindernisse aus dem Weg räumen. Selbst programmiert wird meist nicht, technisches Verständnis ist trotzdem nötig, um Aufwände realistisch einzuschätzen.
Wie wird man IT-Projektmanager?
Einen geregelten Ausbildungsweg gibt es nicht. Die meisten kommen über ein Studium der Informatik, Wirtschaftsinformatik oder eines verwandten Fachs und sammeln zunächst einige Jahre Erfahrung als Entwickler, Berater oder Systemadministrator, bevor sie erste Teilprojekte übernehmen. Auch nach einer Ausbildung zum Fachinformatiker ist der Aufstieg möglich, dauert aber meist länger. Quereinsteiger aus Fachabteilungen, etwa aus Controlling oder Logistik, wechseln oft in die Projektleitung, wenn sie ein IT-Projekt in ihrem Bereich begleitet haben. Zertifikate wie PRINCE2, PMP, IPMA oder Scrum-Zertifizierungen werden in vielen Stellenanzeigen verlangt und lassen sich berufsbegleitend in einigen Wochen bis Monaten erwerben.
Was der Beruf verlangt
Projektmanager tragen die Verantwortung für Ergebnisse, die sie nicht selbst erarbeiten. Sie haben häufig keine disziplinarische Weisungsbefugnis über ihr Team und müssen trotzdem durchsetzen, dass Termine gehalten werden. Wenn ein Projekt in Verzug gerät, landen die Konflikte bei ihnen: Druck von oben, Überlastung im Team, Unzufriedenheit beim Kunden. Vor Go-live-Terminen sind Überstunden und Einsätze am Wochenende üblich. Der Kalender ist oft voller Besprechungen, konzentrierte Arbeit bleibt für Randzeiten. Bei Beratungshäusern kommen Reisen zu Kunden hinzu. Wer klare Zuständigkeiten und planbare Tage sucht, wird es schwer haben. Gebraucht werden Verhandlungsgeschick, Belastbarkeit und die Fähigkeit, schlechte Nachrichten früh und deutlich zu überbringen.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil, weil Digitalisierung in Verwaltung, Industrie und Mittelstand fast immer in Projektform läuft. In wirtschaftlich schwachen Phasen werden allerdings Projekte gestoppt, was vor allem externe Projektleiter und Freiberufler trifft. Wer Erfahrung gesammelt hat, kann Programme mit mehreren Projekten leiten, ins Portfoliomanagement oder in ein Project Management Office wechseln oder eine Führungsposition wie IT-Bereichsleitung übernehmen. Mit einigen Jahren Erfahrung ist auch die Selbstständigkeit als Interim-Projektleiter verbreitet.
Aufgaben
- Projektziele, Umfang und Anforderungen mit Auftraggebern klären
- Aufwände schätzen und Zeit- sowie Budgetpläne erstellen
- Projektteams zusammenstellen und Aufgaben verteilen
- Statusmeetings und Lenkungsausschüsse vorbereiten und leiten
- Risiken erfassen und Gegenmaßnahmen einleiten
- Externe Dienstleister steuern und Lieferungen abnehmen
- Änderungswünsche bewerten und Entscheidungen herbeiführen
- Projektberichte schreiben und Abschluss dokumentieren
Voraussetzungen
- Meist Studium in Informatik, Wirtschaftsinformatik oder vergleichbare Berufserfahrung in der IT
- Mehrere Jahre Praxis in IT-Projekten, oft als Entwickler oder Berater
- Kenntnis klassischer und agiler Methoden, häufig mit Zertifikat wie PRINCE2, PMP oder Scrum
- Verhandlungsgeschick und Durchsetzungsvermögen ohne direkte Weisungsbefugnis
- Belastbarkeit bei Termindruck und Konflikten
- Gute Englischkenntnisse, besonders in internationalen Teams
Der Weg in den Beruf
Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium in Informatik oder Wirtschaftsinformatik (drei bis fünf Jahre), gefolgt von zwei bis fünf Jahren Berufserfahrung in IT-Projekten. Eine Ausbildung zum Fachinformatiker (drei Jahre) ist ebenfalls ein möglicher Einstieg. Ergänzend werden Zertifikate wie PRINCE2, PMP oder Scrum Master erworben.
Wo man arbeitet
- IT-Beratungen und Systemhäuser
- Softwareunternehmen
- IT-Abteilungen von Industrie- und Handelsunternehmen
- Banken und Versicherungen
- Öffentliche Verwaltung und kommunale IT-Dienstleister
- Selbstständig als Interim-Projektleiter
Was du als Projektmanagement verdienst
Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.
- Berufseinstieg
- 4.400 € 3.800 – 5.200 €
- Mit Berufserfahrung
- 5.700 € 4.800 – 6.800 €
- Mit langjähriger Erfahrung
- 7.200 € 6.000 – 9.000 €
Das Gehalt hängt vor allem von Branche, Unternehmensgröße und Projektvolumen ab: Banken, Versicherungen, Automobilindustrie und große Beratungen zahlen deutlich mehr als kleine Systemhäuser. Im öffentlichen Dienst gelten TVöD oder TV-L, meist in den Entgeltgruppen 11 bis 13, in der Metall- und Elektroindustrie häufig der Tarifvertrag der IG Metall.
Gehalt als Projektmanagement nach Bundesland → Was dir in der Ausbildung zusteht →
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