Qualitätsmanagement
Fachleute im Qualitätsmanagement sorgen dafür, dass Produkte und Prozesse in einem Unternehmen festgelegte Anforderungen erfüllen. Sie bauen Qualitätsmanagementsysteme auf, führen Audits durch und verfolgen Fehler bis zu ihrer Ursache.
Das Berufsbild
Was macht man im Qualitätsmanagement?
Qualitätsmanagerinnen und Qualitätsmanager legen fest, wie in einem Betrieb gearbeitet, geprüft und dokumentiert wird, und kontrollieren, ob das auch geschieht. Ein großer Teil der Arbeit besteht aus Normen und Papier: Verfahrensanweisungen schreiben, Prüfpläne erstellen, das Qualitätshandbuch nach ISO 9001 oder branchenspezifischen Normen wie IATF 16949 in der Autoindustrie oder ISO 13485 in der Medizintechnik pflegen. Dazu kommen interne Audits, bei denen Abteilungen anhand von Checklisten überprüft werden, und die Vorbereitung auf externe Audits durch Zertifizierer oder Kunden. Tritt ein Fehler auf, etwa eine Reklamation wegen fehlerhafter Teile, analysieren sie die Ursache mit Methoden wie 8D-Report, Ishikawa-Diagramm oder FMEA und stoßen Abstellmaßnahmen an. Sie werten Kennzahlen wie Ausschussquoten aus, bewerten Lieferanten und schulen Beschäftigte. Die Arbeit findet überwiegend am Rechner und in Besprechungen statt, ergänzt durch Rundgänge in Fertigung und Lager.
Wie wird man Qualitätsmanager?
Einen geschützten Ausbildungsberuf gibt es nicht. Häufig ist ein Studium im Ingenieurwesen, etwa Maschinenbau, Wirtschaftsingenieurwesen, Verfahrenstechnik oder ein spezialisierter Studiengang Qualitätsmanagement. Ebenso üblich ist der Weg über die Praxis: Facharbeiter, Technikerinnen oder Meister aus Produktion und Prüfwesen wechseln nach einigen Berufsjahren in die Qualitätsabteilung. Ergänzt wird das meist durch Zertifikatslehrgänge, etwa bei der Deutschen Gesellschaft für Qualität (DGQ) oder dem TÜV, zum Qualitätsbeauftragten, Qualitätsmanager oder Auditor. Diese Lehrgänge dauern je nach Stufe einige Wochen bis mehrere Monate, oft berufsbegleitend.
Was der Beruf verlangt
Die Rolle sitzt zwischen den Stühlen. Wer im Qualitätsmanagement arbeitet, muss Kolleginnen in Produktion und Vertrieb auf Mängel hinweisen, Lieferungen sperren oder Abläufe ändern lassen, auch wenn das Zeit und Geld kostet. Das führt zu Konflikten und erfordert Standfestigkeit. Vor Audits und bei akuten Kundenreklamationen entsteht Zeitdruck, Überstunden sind dann üblich. Die Dokumentationsarbeit ist umfangreich und kann eintönig sein. Bei Lieferantenaudits oder in Konzernen mit mehreren Werken gehören Dienstreisen dazu, teils ins Ausland. Englischkenntnisse werden in vielen Betrieben vorausgesetzt, da Normen, Kundenanforderungen und Berichte oft englisch sind. Schichtarbeit ist selten, in Werken mit Dreischichtbetrieb kann aber Rufbereitschaft anfallen.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil, weil zertifizierte Qualitätsmanagementsysteme in Industrie, Medizintechnik, Lebensmittelherstellung und zunehmend auch in Dienstleistung und Gesundheitswesen vorgeschrieben oder von Kunden gefordert sind. Konjunkturschwächen, besonders in der Automobilzuliefererbranche, wirken sich allerdings auch auf Qualitätsabteilungen aus. Entwicklungswege führen zur Leitung der Qualitätsabteilung, zur Tätigkeit als externer Auditor bei einer Zertifizierungsstelle, in die Beratung oder in angrenzende Felder wie Lieferantenmanagement, Regulatory Affairs oder integrierte Managementsysteme mit Umwelt- und Arbeitsschutz.
Aufgaben
- Qualitätsmanagementsysteme nach ISO 9001 oder Branchennormen aufbauen und pflegen
- Interne Audits planen und durchführen
- Externe Zertifizierungs- und Kundenaudits vorbereiten und begleiten
- Reklamationen bearbeiten und Fehlerursachen mit 8D oder Ishikawa analysieren
- Prüfpläne, Verfahrensanweisungen und FMEA erstellen
- Lieferanten bewerten und auditieren
- Qualitätskennzahlen auswerten und berichten
- Beschäftigte zu Qualitätsthemen schulen
Voraussetzungen
- Ingenieurstudium oder abgeschlossene technische Ausbildung mit Weiterbildung zum Techniker oder Meister
- Zertifikat als Qualitätsbeauftragter, Qualitätsmanager oder Auditor, etwa von DGQ oder TÜV
- Kenntnisse der einschlägigen Normen und Methoden wie FMEA, SPC und 8D
- Gute Englischkenntnisse
- Durchsetzungsvermögen und Sicherheit im Umgang mit Konflikten
- Sorgfalt im Dokumentieren und analytisches Denken
- Reisebereitschaft je nach Arbeitgeber
Der Weg in den Beruf
Üblich ist ein Bachelorstudium im Ingenieurwesen von etwa drei bis dreieinhalb Jahren oder eine technische Berufsausbildung mit anschließender Weiterbildung zum Techniker oder Meister. Darauf aufbauend folgen Zertifikatslehrgänge zum Qualitätsbeauftragten, Qualitätsmanager und Auditor, die jeweils einige Wochen dauern und meist berufsbegleitend absolviert werden.
Wo man arbeitet
- Maschinen- und Anlagenbau
- Automobil- und Zulieferindustrie
- Medizintechnik und Pharmaindustrie
- Lebensmittel- und Chemieindustrie
- Zertifizierungsstellen und Prüforganisationen
- Unternehmensberatungen
Was du als Qualitätsmanagement verdienst
Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.
- Berufseinstieg
- 4.200 € 3.700 – 4.800 €
- Mit Berufserfahrung
- 5.200 € 4.500 – 6.200 €
- Mit langjähriger Erfahrung
- 6.600 € 5.500 – 8.500 €
Das Gehalt hängt stark von Branche und Betriebsgröße ab: In tarifgebundenen Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie (Entgeltrahmenabkommen ERA der IG Metall) oder der Chemieindustrie (Bundesentgelttarifvertrag Chemie) liegt es deutlich höher als bei kleinen, nicht tarifgebundenen Betrieben. Ein Studienabschluss und Leitungsverantwortung für ein Werk oder mehrere Standorte heben das Gehalt zusätzlich.
Gehalt als Qualitätsmanagement nach Bundesland → Was dir in der Ausbildung zusteht →
Offene Stellen als Qualitätsmanagement
Alle Anzeigen zu diesem Beruf →-
Werkstudent
-
Praktikum
-
Praktikum
-
Werkstudent
-
Praktikum