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Recht & Beratung

Rechtsanwalt

Rechtsanwälte beraten Privatpersonen und Unternehmen in Rechtsfragen, entwerfen Verträge und vertreten ihre Mandanten vor Gericht und Behörden. Der Weg in den Beruf führt über ein Jurastudium und zwei Staatsexamen.

Das Berufsbild

Was macht ein Rechtsanwalt?

Rechtsanwälte vertreten die Interessen ihrer Mandanten, also von Privatpersonen, Unternehmen oder Verbänden. Ein großer Teil der Arbeit findet am Schreibtisch statt: Akten lesen, Sachverhalte klären, Gesetze und Urteile recherchieren, Schriftsätze, Klagen und Verträge formulieren. Dazu kommen Gespräche mit Mandanten, Telefonate und Verhandlungen mit der Gegenseite, oft mit dem Ziel, einen Streit ohne Gericht beizulegen. Kommt es zum Prozess, vertreten Anwälte ihre Mandanten in der mündlichen Verhandlung. Der Alltag unterscheidet sich stark nach Rechtsgebiet: Eine Strafverteidigerin besucht Mandanten in der Untersuchungshaft, ein Familienrechtler begleitet Scheidungen und Sorgerechtsstreitigkeiten, eine Anwältin in einer Wirtschaftskanzlei prüft Unternehmenskäufe und sitzt in langen Vertragsverhandlungen. In kleinen Kanzleien gehören auch Abrechnung, Fristenkontrolle und Mandantenakquise zum Alltag.

Wie wird man Rechtsanwalt?

Voraussetzung ist die Befähigung zum Richteramt. Dafür studieren angehende Juristen Rechtswissenschaft an einer Universität und schließen mit dem ersten juristischen Staatsexamen ab, was im Schnitt fünf bis sechs Jahre dauert. Es folgt ein zweijähriges Referendariat bei Gericht, Staatsanwaltschaft, Verwaltung und in einer Kanzlei, das mit dem zweiten Staatsexamen endet. Danach beantragen Volljuristen die Zulassung bei der zuständigen Rechtsanwaltskammer und weisen eine Berufshaftpflichtversicherung nach. Ein Bachelor in Wirtschaftsrecht oder ein Abschluss als Rechtsfachwirt reicht für die Zulassung nicht aus, einen echten Quereinstieg gibt es nicht. Nach einigen Jahren Praxis ist der Titel Fachanwalt möglich, etwa für Arbeits-, Familien- oder Steuerrecht, mit theoretischem Lehrgang und Nachweis eigener Fälle.

Was der Beruf verlangt

Das Studium ist lang und stofflastig, die Examen gelten als belastend, und ein relevanter Teil der Kandidaten fällt beim ersten Versuch durch. Die Examensnoten bestimmen später stark, welche Türen offenstehen. Im Beruf sind Fristen verbindlich, ein versäumter Termin kann den Mandanten viel Geld kosten und den Anwalt haftbar machen. In Großkanzleien sind Wochen mit 60 Stunden und mehr keine Seltenheit, auch abends und am Wochenende. Selbstständige tragen das unternehmerische Risiko, müssen Mandate gewinnen und offene Rechnungen eintreiben. Hinzu kommen Mandanten in Krisen, Konflikte mit der Gegenseite und die Notwendigkeit, auch schlechte Nachrichten klar zu übermitteln. Sprachliche Genauigkeit, Belastbarkeit und die Fähigkeit, sich schnell in fremde Sachverhalte einzuarbeiten, sind wichtiger als Auswendiglernen.

Aussichten

In Deutschland sind rund 165.000 Anwälte zugelassen, die Zahl sinkt seit einigen Jahren leicht, weil weniger Absolventen nachkommen und viele ältere Kollegen in den Ruhestand gehen. Besonders in ländlichen Regionen finden Kanzleien schwer Nachfolger. Großkanzleien und Unternehmen suchen weiterhin Juristen mit guten Examen, in Arbeits-, IT-, Datenschutz- und Energierecht ist die Nachfrage hoch. Legal-Tech-Anwendungen übernehmen zunehmend Routinearbeiten wie Dokumentenprüfung, was einfache Massenmandate unter Druck setzt. Entwicklungswege führen zur Partnerschaft in einer Kanzlei, in die eigene Kanzlei, als Syndikusrechtsanwalt in eine Rechtsabteilung, in Verbände oder mit guten Noten in Justiz und Verwaltung. In einigen Bundesländern ist zusätzlich die Bestellung zum Anwaltsnotar möglich.

Aufgaben

  • Mandanten in Erstgesprächen beraten und Sachverhalte aufnehmen
  • Gesetze, Urteile und Fachliteratur recherchieren
  • Klagen, Schriftsätze und Stellungnahmen verfassen
  • Verträge entwerfen, prüfen und verhandeln
  • Mandanten in Gerichtsverhandlungen vertreten
  • Mit Gegenseite, Behörden und Versicherungen korrespondieren
  • Fristen überwachen und Akten führen
  • Honorare nach RVG oder Vergütungsvereinbarung abrechnen

Voraussetzungen

  • Erstes und zweites juristisches Staatsexamen
  • Zulassung durch die Rechtsanwaltskammer
  • Nachweis einer Berufshaftpflichtversicherung
  • Sicherer schriftlicher und mündlicher Ausdruck
  • Analytisches Denken und Sorgfalt im Umgang mit Fristen
  • Belastbarkeit bei hohem Arbeitspensum und Konflikten

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Studium der Rechtswissenschaft von etwa fünf bis sechs Jahren mit Abschluss erstes Staatsexamen, gefolgt von einem zweijährigen Referendariat und dem zweiten Staatsexamen. Danach erfolgt die Zulassung bei der Rechtsanwaltskammer.

Wo man arbeitet

  • Einzel- und kleine Kanzleien
  • Mittelständische und internationale Großkanzleien
  • Rechtsabteilungen von Unternehmen
  • Verbände, Gewerkschaften und Versicherungen
  • Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaften

Was du als Rechtsanwalt verdienst

Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.

Berufseinstieg
5.000 € 3.500 – 11.000 €
Mit Berufserfahrung
6.800 € 4.500 – 14.000 €
Mit langjähriger Erfahrung
9.000 € 5.500 – 20.000 €

Für angestellte Anwälte gibt es keinen Tarifvertrag, das Gehalt hängt vor allem von Kanzleigröße, Rechtsgebiet, Region und den Examensnoten ab: Großkanzleien zahlen Berufseinsteigern mit Prädikatsexamen ein Vielfaches dessen, was kleine Kanzleien auf dem Land bieten. Bei Selbstständigen schwankt das Einkommen noch stärker und richtet sich nach Mandantenstamm und Abrechnung nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) oder frei vereinbarten Stundensätzen.

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