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Technik & Ingenieurwesen

Servicetechniker

Servicetechniker installieren, warten und reparieren Maschinen, Anlagen und technische Geräte direkt beim Kunden. Sie sind oft im Außendienst unterwegs und beheben Störungen vor Ort oder per Fernzugriff.

Das Berufsbild

Was macht ein Servicetechniker?

Servicetechniker sorgen dafür, dass technische Anlagen laufen. Je nach Arbeitgeber sind das Werkzeugmaschinen, Verpackungsanlagen, Aufzüge, Heizungs- und Kälteanlagen, Medizingeräte, Druckmaschinen oder Windkraftanlagen. Der Arbeitstag beginnt häufig mit einem Auftrag aus der Disposition: Eine Maschine steht still, eine Wartung ist fällig oder eine neue Anlage soll in Betrieb gehen. Vor Ort lesen Servicetechniker Fehlerspeicher aus, messen Spannungen und Drücke, tauschen Verschleißteile wie Lager, Dichtungen oder Sensoren und stellen Steuerungen neu ein. Bei Neuanlagen bauen sie auf, schließen an, nehmen in Betrieb und weisen das Bedienpersonal ein. Danach wird dokumentiert: Serviceberichte, Prüfprotokolle, Ersatzteilbestellungen. Ein wachsender Teil der Fehlersuche läuft über Fernwartung vom Laptop aus, bevor überhaupt jemand losfährt.

Wie wird man Servicetechniker?

Servicetechniker ist keine geschützte Berufsbezeichnung und kein eigener Ausbildungsberuf. Der übliche Weg führt über eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung in einem technischen Beruf, etwa als Mechatroniker, Elektroniker für Betriebstechnik, Industriemechaniker oder Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Nach einigen Jahren Erfahrung in Werkstatt oder Montage wechseln viele in den Service. Hersteller schulen neue Servicetechniker auf ihre eigenen Produkte, oft über Wochen oder Monate. Eine Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker oder Meister öffnet zusätzliche Türen. Quereinsteiger ohne technische Berufsausbildung haben kaum Chancen, wer aber einen verwandten Handwerksberuf gelernt hat, findet über Herstellerschulungen den Einstieg.

Was der Beruf verlangt

Der Beruf bedeutet viel Fahrerei. Wer im Außendienst arbeitet, verbringt einen großen Teil der Woche im Firmenwagen, bei überregionalen Einsätzen auch mit Übernachtungen im Hotel, bei Exportfirmen mit Einsätzen im Ausland über mehrere Wochen. Das ist mit Familie nicht immer leicht zu vereinbaren. Rufbereitschaft an Wochenenden und Feiertagen ist in vielen Betrieben üblich, weil eine stehende Produktionslinie den Kunden viel Geld kostet. Daraus entsteht Zeitdruck: Der Kunde wartet, oft schaut der Schichtleiter über die Schulter. Körperlich gehört Arbeiten in engen Schaltschränken, auf Leitern, in lauten, heißen oder kalten Hallen dazu. Gleichzeitig muss man selbstständig entscheiden, denn vor Ort ist meist niemand, den man fragen kann. Ruhiger Umgang mit verärgerten Kunden gehört ebenso zur Arbeit wie die Technik.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und anhaltend. Maschinenbau, Gebäudetechnik und Energiebranche suchen dringend Fachkräfte mit Serviceerfahrung, und viele Stellen bleiben lange unbesetzt. Durch Automatisierung und vernetzte Anlagen verschiebt sich die Arbeit stärker in Richtung Elektronik, Steuerungstechnik und Software, wer sich darin fortbildet, bleibt gefragt. Entwicklungswege führen zum Spezialisten für bestimmte Anlagentypen, zum Schulungstechniker, in die technische Hotline, in die Einsatzleitung oder zur Leitung einer Serviceabteilung. Mit Meister- oder Technikerabschluss ist auch der Wechsel in den technischen Vertrieb oder die Arbeitsvorbereitung möglich. Wer den Außendienst irgendwann nicht mehr will, findet so meist einen Platz im Innendienst desselben Unternehmens.

Aufgaben

  • Störungen an Maschinen und Anlagen vor Ort analysieren und beheben
  • Fehlerspeicher auslesen und Steuerungen per Laptop oder Fernzugriff prüfen
  • Regelmäßige Wartungen und Sicherheitsprüfungen durchführen
  • Verschleißteile wie Lager, Dichtungen, Sensoren und Platinen austauschen
  • Neue Anlagen aufbauen, anschließen und in Betrieb nehmen
  • Bedienpersonal der Kunden in die Anlagen einweisen
  • Serviceberichte schreiben und Ersatzteile bestellen
  • Rufbereitschaft für Notfalleinsätze übernehmen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung in einem Elektro-, Metall- oder Mechatronikberuf
  • Führerschein Klasse B, für Außendienst praktisch immer erforderlich
  • Kenntnisse in Elektrotechnik, Hydraulik, Pneumatik oder Steuerungstechnik
  • Bereitschaft zu Reisen, Übernachtungen und Rufbereitschaft
  • Selbstständiges Arbeiten und ruhiges Auftreten gegenüber Kunden
  • Englischkenntnisse bei international tätigen Herstellern
  • Körperliche Belastbarkeit für Arbeiten in engen, lauten oder unbequemen Umgebungen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung, etwa als Mechatroniker, Elektroniker für Betriebstechnik oder Industriemechaniker, mit Abschluss vor der IHK oder Handwerkskammer. Danach folgen meist einige Jahre Berufserfahrung und herstellerspezifische Schulungen, bevor man eigenständig im Service arbeitet. Eine Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker oder Meister dauert zusätzlich ein bis vier Jahre.

Wo man arbeitet

  • Maschinen- und Anlagenbauer
  • Hersteller von Medizin- und Labortechnik
  • Aufzugs- und Gebäudetechnikunternehmen
  • Betriebe der Heizungs-, Klima- und Kältetechnik
  • Unternehmen der Energie- und Windkraftbranche
  • Dienstleister für Industrieservice und Instandhaltung

Was du als Servicetechniker verdienst

Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.

Berufseinstieg
3.100 € 2.700 – 3.600 €
Mit Berufserfahrung
3.700 € 3.200 – 4.300 €
Mit langjähriger Erfahrung
4.400 € 3.800 – 5.300 €

Am stärksten zählt, ob der Arbeitgeber an den Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie (IG Metall) gebunden ist, im Handwerk gelten oft deutlich niedrigere Tarife des Elektro- oder SHK-Handwerks. Hinzu kommen Auslösen, Rufbereitschaftspauschalen und Überstundenzuschläge, die das tatsächliche Einkommen im Außendienst spürbar erhöhen können, hier aber nicht eingerechnet sind.

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