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Technik & Ingenieurwesen

Servicetechniker für Industrietore

Servicetechniker für Industrietore montieren, warten, prüfen und reparieren Sektionaltore, Rolltore, Schnelllauftore und Verladetechnik in Industrie, Logistik und Gewerbe. Sie arbeiten fast ausschließlich beim Kunden vor Ort und sind dafür viel mit dem Firmenwagen unterwegs.

Das Berufsbild

Was macht ein Servicetechniker für Industrietore?

Der Arbeitstag beginnt meist im Servicefahrzeug, das mit Ersatzteilen, Werkzeug und Messgeräten beladen ist. Angefahren werden Logistikzentren, Produktionshallen, Feuerwehrhäuser, Tiefgaragen oder Autohäuser. Ein großer Teil der Arbeit ist die vorgeschriebene jährliche Prüfung kraftbetätigter Tore nach den Technischen Regeln für Arbeitsstätten: Federn, Seile, Laufrollen und Führungsschienen kontrollieren, Sicherheitseinrichtungen wie Lichtschranken, Schließkantensicherungen und Fangvorrichtungen testen, Schließkräfte messen und das Ergebnis im Prüfbuch dokumentieren. Dazu kommen Störungseinsätze, wenn ein Tor nicht mehr öffnet und an einer Verladerampe die Lkw warten. Dann gilt es, den Fehler in Steuerung, Antrieb oder Mechanik zu finden, gebrochene Torsionsfedern zu tauschen, verbogene Paneele zu ersetzen oder Steuerungen neu zu programmieren. Hinzu kommen Montagen neuer Tore, Nachrüstungen von Antrieben und Wartungen an Überladebrücken und Torabdichtungen.

Wie wird man Servicetechniker für Industrietore?

Einen eigenen Ausbildungsberuf mit diesem Namen gibt es nicht. Üblich ist eine abgeschlossene dreieinhalbjährige Ausbildung als Elektroniker, Mechatroniker, Metallbauer in der Fachrichtung Konstruktionstechnik oder Industriemechaniker. Die torspezifischen Kenntnisse vermitteln Hersteller und Servicefirmen in internen Schulungen und Lehrgängen zum Sachkundigen für kraftbetätigte Tore. Für Arbeiten an der Elektrik wird die Qualifikation als Elektrofachkraft oder zumindest als elektrotechnisch unterwiesene Person verlangt. Quereinsteiger mit handwerklichem Hintergrund, etwa aus der Kfz-Technik oder dem Anlagenbau, finden in diesem Feld häufig eine Stelle, weil die Betriebe dringend Personal suchen und gezielt einarbeiten.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich fordernd. Torpaneele und Antriebe sind schwer, gearbeitet wird oft auf Leitern oder Hubarbeitsbühnen in mehreren Metern Höhe, im Winter in zugigen Hallen und an offenen Toröffnungen. Gespannte Torsionsfedern speichern erhebliche Energie, unsauberes Arbeiten kann zu schweren Verletzungen führen. Der Termindruck ist spürbar, denn ein defektes Tor legt beim Kunden schnell den Warenumschlag lahm. Viele Betriebe haben Rufbereitschaft am Abend und am Wochenende. Je nach Einsatzgebiet sind lange Fahrten und Übernachtungen in Hotels üblich, was mit Familie nicht immer leicht zu vereinbaren ist. Gefordert sind selbstständiges Arbeiten, Fehlersuche ohne Kollegen in der Nähe und ein sachlicher Umgang mit verärgerten Kunden.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und stabil. Jedes kraftbetätigte Tor muss regelmäßig geprüft werden, der Bestand wächst mit dem Ausbau von Logistik und Gewerbeflächen, und viele Betriebe finden kaum genug Fachkräfte. Weiterentwickeln kann man sich zum Obermonteur, Serviceleiter oder Einsatzplaner, über eine Weiterbildung zum Techniker oder Meister im Metallbauer- oder Elektrohandwerk auch in die Bauleitung oder die Selbstständigkeit. Wer Steuerungstechnik und Torautomation beherrscht, ist zusätzlich im Bereich Zutrittssysteme und Gebäudeautomation gefragt.

Aufgaben

  • Kraftbetätigte Tore nach ASR A1.7 und DGUV-Vorgaben prüfen und das Prüfbuch führen
  • Torsionsfedern, Drahtseile, Laufrollen und Paneele austauschen
  • Störungen an Antrieben und Torsteuerungen suchen und beheben
  • Lichtschranken, Schließkantensicherungen und Fangvorrichtungen testen
  • Neue Sektional-, Roll- und Schnelllauftore montieren und in Betrieb nehmen
  • Überladebrücken und Torabdichtungen an Verladerampen warten
  • Kunden in die Bedienung einweisen und Mängel erläutern
  • Servicebericht, Materialverbrauch und Arbeitszeit dokumentieren

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung im Elektro- oder Metallbereich, etwa als Elektroniker, Mechatroniker oder Metallbauer
  • Führerschein Klasse B, oft auch BE für Anhänger
  • Kenntnisse in Elektrotechnik und Steuerungen, idealerweise als Elektrofachkraft
  • Schwindelfreiheit und körperliche Belastbarkeit für Arbeiten auf Leitern und Hebebühnen
  • Bereitschaft zu Rufbereitschaft und mehrtägigen Einsätzen mit Übernachtung
  • Selbstständige, sorgfältige Arbeitsweise und sicherer Umgang mit Kunden

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung als Elektroniker, Mechatroniker oder Metallbauer mit Gesellen- bzw. Facharbeiterbrief. Die Spezialisierung auf Tortechnik erfolgt danach durch betriebliche Einarbeitung von einigen Monaten und einen Lehrgang zum Sachkundigen für kraftbetätigte Tore.

Wo man arbeitet

  • Torhersteller mit eigenem Kundendienst
  • Spezialisierte Tor- und Verladetechnik-Servicefirmen
  • Metallbau- und Schlossereibetriebe
  • Facility-Management-Dienstleister
  • Logistikzentren und Industriebetriebe mit eigener Haustechnik

Was du als Servicetechniker für Industrietore verdienst

Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.

Berufseinstieg
3.100 € 2.800 – 3.500 €
Mit Berufserfahrung
3.600 € 3.200 – 4.200 €
Mit langjähriger Erfahrung
4.300 € 3.800 – 5.000 €

Am stärksten hängt das Gehalt davon ab, ob der Arbeitgeber ein großer Torhersteller mit Bindung an den Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie (IG Metall) ist oder ein kleinerer Handwerks- oder Servicebetrieb, der frei oder nach Metallhandwerkstarif zahlt. Rufbereitschaft, Auslösen für Übernachtungen und ein privat nutzbarer Firmenwagen kommen oft hinzu und machen im Monat einen spürbaren Unterschied.

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