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Technik & Ingenieurwesen

Servicetechniker für Windenergieanlagen

Servicetechniker für Windenergieanlagen warten, prüfen und reparieren Windräder an Land und auf See. Sie arbeiten in großer Höhe an Mechanik, Hydraulik und Elektrotechnik und sind meist im Team unterwegs.

Das Berufsbild

Was macht ein Servicetechniker für Windenergieanlagen?

Der Arbeitstag beginnt oft im Servicefahrzeug auf dem Weg zum Windpark. Vor Ort steigt das Team über eine Leiter mit Steigschutz oder per Servicelift in die Gondel, die bei modernen Anlagen über hundert Meter hoch liegt. Dort werden planmäßige Wartungen nach Checkliste abgearbeitet: Schraubverbindungen mit hydraulischen Drehmomentschlüsseln nachziehen, Getriebeöl wechseln, Filter tauschen, Bremsen und Pitchsysteme prüfen, Kohlebürsten am Generator ersetzen. Dazu kommt die Störungssuche, wenn eine Anlage stillsteht: Fehlerspeicher auslesen, Sensoren und Umrichter durchmessen, defekte Bauteile tauschen. Alle Arbeiten werden dokumentiert, meist digital auf dem Tablet. Offshore-Techniker werden per Schiff oder Hubschrauber zu den Anlagen gebracht und arbeiten in Schichtblöcken von ein bis zwei Wochen.

Wie wird man Servicetechniker für Windenergieanlagen?

Einen eigenen Ausbildungsberuf gibt es nicht. Der übliche Weg führt über eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung als Mechatroniker, Elektroniker für Betriebstechnik, Industriemechaniker oder in einem verwandten Metall- und Elektroberuf. Viele Hersteller und Servicefirmen stellen Fachkräfte mit solchen Abschlüssen ein und schulen sie intern. Daneben gibt es eine mehrmonatige Weiterbildung zur Servicetechnikerin oder zum Servicetechniker für Windenergieanlagen mit Prüfung, etwa beim Bildungszentrum für Erneuerbare Energien oder bei der IHK. Pflicht sind in der Branche die Sicherheitstrainings nach GWO-Standard, unter anderem Erste Hilfe, Brandschutz, Arbeiten in der Höhe und Rettung aus der Gondel. Für den Offshore-Bereich kommen Seenotrettungstraining und eine gesonderte arbeitsmedizinische Untersuchung hinzu. Quereinsteiger aus Handwerk und Industrie sind verbreitet, wenn sie eine elektrotechnische oder mechanische Grundausbildung mitbringen.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich anstrengend. Der Aufstieg über die Leiter kostet bei Anlagen ohne Lift viel Kraft, in der Gondel ist es eng, im Winter kalt und im Sommer heiß. Werkzeug und Ersatzteile müssen hochgezogen werden. Höhentauglichkeit und Schwindelfreiheit werden ärztlich geprüft. Bei starkem Wind oder Gewitter ruht die Arbeit, verlorene Tage werden später nachgeholt. Der Beruf bedeutet viel Reisetätigkeit: Montagewochen fern von zu Hause, Übernachtungen in Pensionen, lange Fahrten. Bereitschaftsdienste und Wochenendeinsätze kommen vor, offshore sind Zwölfstundenschichten üblich. Das erschwert das Familienleben deutlich und ist ein häufiger Grund, nach einigen Jahren in den Innendienst zu wechseln. Englisch wird gebraucht, weil Handbücher und Kollegen oft international sind.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch. Der Ausbau der Windenergie an Land und auf See, dazu der wachsende Bestand älterer Anlagen, die gewartet, nachgerüstet oder zurückgebaut werden müssen, sorgt für stetigen Personalbedarf. Hersteller und unabhängige Servicefirmen klagen über Fachkräftemangel. Mit Erfahrung führt der Weg zum Teamleiter, Spezialisten für Rotorblätter, Großkomponententausch oder Umrichtertechnik, zum Sachverständigen für wiederkehrende Prüfungen oder in die Fernüberwachung und Einsatzplanung. Eine Weiterbildung zum Techniker oder Meister öffnet Stellen in Bauleitung und Servicemanagement.

Aufgaben

  • Planmäßige Wartungen an Getriebe, Generator, Bremsen und Hydraulik durchführen
  • Schraubverbindungen mit hydraulischem Werkzeug prüfen und nachziehen
  • Störungen über Fehlerspeicher und Messungen eingrenzen
  • Defekte Sensoren, Umrichterteile und Verschleißteile austauschen
  • Öle, Filter und Schmierstoffe wechseln
  • Sicherheitseinrichtungen wie Steigschutz und Rettungsgeräte kontrollieren
  • Arbeiten und Messwerte digital dokumentieren

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung in einem Elektro- oder Metallberuf, etwa Mechatroniker oder Elektroniker
  • Ärztlich bestätigte Höhentauglichkeit und Schwindelfreiheit
  • GWO-Sicherheitstrainings, offshore zusätzlich Seenotrettungstraining
  • Führerschein der Klasse B
  • Gute körperliche Fitness für Aufstiege und Arbeiten in engen Räumen
  • Englischkenntnisse zum Lesen technischer Unterlagen
  • Bereitschaft zu Montagewochen und Reisetätigkeit

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung als Mechatroniker, Elektroniker für Betriebstechnik oder in einem verwandten Beruf. Darauf folgt eine interne Einarbeitung beim Arbeitgeber oder eine mehrmonatige Weiterbildung zum Servicetechniker für Windenergieanlagen mit Prüfung, ergänzt durch die Pflichttrainings nach GWO-Standard.

Wo man arbeitet

  • Hersteller von Windenergieanlagen
  • Unabhängige Servicedienstleister für Windparks
  • Betreibergesellschaften von Windparks
  • Offshore-Windparks auf Nord- und Ostsee
  • Prüf- und Sachverständigenorganisationen

Was du als Servicetechniker für Windenergieanlagen verdienst

Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.

Berufseinstieg
3.200 € 2.900 – 3.600 €
Mit Berufserfahrung
3.800 € 3.300 – 4.300 €
Mit langjähriger Erfahrung
4.500 € 4.000 – 5.300 €

Das tatsächliche Einkommen hängt stark von Montagezulagen, Auslösen, Bereitschafts- und Offshore-Zulagen ab, die das Grundgehalt deutlich erhöhen können; offshore liegt es meist spürbar höher als an Land. Einige große Hersteller zahlen nach dem Flächentarif der Metall- und Elektroindustrie oder nach Haustarifverträgen mit der IG Metall, viele kleinere Servicefirmen sind nicht tarifgebunden.

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Gerade keine Anzeige zu diesem Beruf.

Das heißt nicht, dass niemand sucht – nur, dass heute nichts davon bei uns steht. Der Katalog bleibt trotzdem stehen, denn ein Beruf lebt länger als eine Anzeige.

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