Servicetechniker im Bereich E-Mobility
Servicetechniker im Bereich E-Mobility installieren, prüfen, warten und reparieren Ladestationen für Elektrofahrzeuge, von der Wallbox in der Garage bis zur Schnellladesäule an der Autobahn. Die Arbeit findet überwiegend im Außendienst statt.
Das Berufsbild
Was macht ein Servicetechniker im Bereich E-Mobility?
Der Schwerpunkt liegt auf der Ladeinfrastruktur. Servicetechniker nehmen neue Ladesäulen und Wallboxen in Betrieb, schließen sie an, konfigurieren die Software und binden sie an das Backend des Betreibers an. Ein großer Teil des Alltags besteht aus Störungen: Eine Säule lädt nicht, ein Display bleibt dunkel, ein Kartenleser reagiert nicht, ein Ladekabel ist beschädigt. Vor Ort lesen sie Fehlerprotokolle aus, messen Spannungen und Isolationswerte, tauschen Leistungsmodule, Platinen oder Schütze und spielen Firmware-Updates auf. Dazu kommen regelmäßige Wartungen und die vorgeschriebenen Prüfungen ortsfester elektrischer Anlagen, die dokumentiert werden müssen. Ein Teil der Fehler lässt sich per Fernzugriff eingrenzen, bevor jemand losfährt. Bei Herstellern oder Werkstätten kann die Arbeit auch Hochvoltsysteme an Fahrzeugen selbst betreffen.
Wie wird man Servicetechniker im Bereich E-Mobility?
Eine eigene Ausbildung mit diesem Namen gibt es nicht. Üblich ist eine abgeschlossene elektrotechnische Ausbildung, meist als Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, Elektroniker für Betriebstechnik oder Mechatroniker, jeweils dreieinhalb Jahre. Entscheidend ist der Status als Elektrofachkraft. Kfz-Mechatroniker mit Schwerpunkt System- und Hochvolttechnik kommen ebenfalls infrage, vor allem für fahrzeugnahe Tätigkeiten. Die Spezialkenntnisse zu Ladetechnik, Kommunikationsprotokollen wie OCPP und den Geräten einzelner Hersteller vermitteln Arbeitgeber meist in eigenen Schulungen. Hinzu kommen Qualifizierungen für Arbeiten an Hochvoltsystemen nach DGUV-Vorgaben. Quereinsteiger ohne elektrotechnischen Abschluss haben es schwer, weil die Arbeiten an Netzspannung eine Fachkraft voraussetzen.
Was der Beruf verlangt
Die meisten Stellen sind Außendienststellen. Das bedeutet viele Stunden im Servicefahrzeug, oft mit großen Einsatzgebieten und gelegentlichen Übernachtungen. Ladesäulen stehen draußen, gearbeitet wird bei Regen, Kälte und Hitze, häufig auf Parkplätzen neben laufendem Verkehr. Schnellladesäulen arbeiten mit hohen Gleichspannungen und Strömen, Sicherheitsregeln müssen ohne Ausnahme eingehalten werden. Viele Betreiber erwarten eine hohe Verfügbarkeit ihrer Säulen, daher gehören Rufbereitschaft und Wochenendeinsätze bei vielen Arbeitgebern dazu. Zeitdruck entsteht durch vertraglich vereinbarte Reaktionszeiten. Die Technik ändert sich schnell, ständig kommen neue Modelle und Software-Versionen hinzu, was laufende Weiterbildung verlangt. Fehler sind oft eine Mischung aus Hardware, Software und Netzwerkproblemen, was Geduld bei der Suche erfordert.
Aussichten
Der Ausbau der Ladeinfrastruktur in Deutschland schreitet voran, und jede installierte Säule braucht Wartung und Reparatur. Elektrofachkräfte sind ohnehin knapp, entsprechend gut sind die Chancen auf eine Stelle. Die Nachfrage hängt allerdings auch von Förderprogrammen und der Entwicklung der Zulassungszahlen ab, die in der Vergangenheit geschwankt haben. Weiterentwickeln lässt sich der Beruf in Richtung Teamleitung im Service, Inbetriebnahme großer Ladeparks, technischer Support oder Schulung. Mit einer Weiterbildung zum Techniker oder Meister in der Elektrotechnik sind Projektleitung oder die Selbstständigkeit möglich.
Aufgaben
- Ladesäulen und Wallboxen installieren und in Betrieb nehmen
- Störungen vor Ort und per Fernzugriff diagnostizieren
- defekte Bauteile wie Leistungsmodule, Platinen oder Ladekabel tauschen
- Firmware aktualisieren und Ladestationen an Betreiber-Backends anbinden
- wiederkehrende Prüfungen nach DGUV Vorschrift 3 durchführen und dokumentieren
- Wartungs- und Einsatzberichte im Serviceportal erfassen
- Kunden und Betreiber zur Bedienung der Anlagen einweisen
Voraussetzungen
- abgeschlossene Ausbildung in einem Elektroberuf, etwa Elektroniker oder Mechatroniker
- Qualifikation als Elektrofachkraft, oft zusätzlich Hochvolt-Qualifizierung
- Führerschein Klasse B und Bereitschaft zu Reisen und Rufbereitschaft
- Grundkenntnisse in Netzwerktechnik und Software-Konfiguration
- körperliche Belastbarkeit für Arbeit im Freien und bei jedem Wetter
- sorgfältige Arbeitsweise im Umgang mit hohen Spannungen
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung, meist zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik oder für Betriebstechnik, abgeschlossen mit der Gesellenprüfung oder IHK-Prüfung. Die Spezialisierung auf Ladetechnik und Hochvoltsysteme erfolgt danach über Herstellerschulungen und Lehrgänge, die einige Tage bis Wochen dauern.
Wo man arbeitet
- Hersteller von Ladetechnik
- Betreiber von Ladenetzen
- Energieversorger und Stadtwerke
- Elektroinstallationsbetriebe
- technische Dienstleister im Field Service
- Autohäuser und Werkstätten mit Hochvolt-Service
Was du als Servicetechniker im Bereich E-Mobility verdienst
Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.
- Berufseinstieg
- 3.200 € 2.900 – 3.600 €
- Mit Berufserfahrung
- 3.700 € 3.300 – 4.300 €
- Mit langjähriger Erfahrung
- 4.400 € 3.900 – 5.200 €
Am stärksten hängt das Gehalt vom Arbeitgeber ab: Hersteller mit Bindung an den Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie (IG Metall) zahlen meist deutlich mehr als kleinere Installationsbetriebe, die nach den regionalen Tarifverträgen des Elektrohandwerks oder ohne Tarif zahlen. Rufbereitschaft, Auslöse und ein privat nutzbarer Dienstwagen sind in den Werten nicht enthalten, machen im Außendienst aber einen spürbaren Teil des Einkommens aus.
Gehalt als Servicetechniker im Bereich E-Mobility nach Bundesland → Was dir in der Ausbildung zusteht →
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