Supply Chain
Supply Chain Manager planen und steuern die Lieferkette eines Unternehmens vom Einkauf der Rohstoffe über Produktion und Lager bis zur Auslieferung an den Kunden. Sie sorgen dafür, dass Waren zur richtigen Zeit in der richtigen Menge am richtigen Ort sind, zu vertretbaren Kosten.
Das Berufsbild
Was macht ein Supply Chain Manager?
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Material und Ware möglichst reibungslos durch das Unternehmen fließen. Supply Chain Manager erstellen Bedarfsprognosen auf Basis von Verkaufszahlen und Aufträgen, legen Bestellmengen und Lagerbestände fest und stimmen Produktionspläne mit Einkauf, Vertrieb und Lager ab. Ein großer Teil der Arbeit findet am Bildschirm statt: in ERP-Systemen wie SAP, in Tabellen und Dashboards, in denen Lieferzeiten, Bestände und Kosten überwacht werden. Dazu kommen Telefonate und Besprechungen mit Lieferanten, Speditionen und Kolleginnen aus anderen Abteilungen. Wenn ein Container im Hafen festhängt, ein Zulieferer ausfällt oder die Nachfrage plötzlich steigt, müssen sie schnell Alternativen finden, Transporte umplanen und Prioritäten setzen. Langfristig arbeiten sie an Verbesserungen, etwa an neuen Lagerstandorten, geringeren Beständen oder einer breiteren Lieferantenbasis.
Wie wird man Supply Chain Manager?
Der übliche Weg führt über ein Studium, meist Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Logistik, Wirtschaftsingenieurwesen oder einen eigenen Studiengang wie Logistikmanagement oder Supply Chain Management. Ein Bachelor dauert sechs bis sieben Semester, für Führungspositionen in Konzernen wird oft ein Master erwartet. Duale Studiengänge verbinden Hochschule und Praxis in einem Betrieb. Ein zweiter Weg beginnt mit einer Ausbildung, etwa als Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung oder Industriekaufmann, gefolgt von einigen Jahren Berufserfahrung und einer Weiterbildung zum Fachwirt für Logistiksysteme oder zum Betriebswirt. Quereinsteiger aus Einkauf, Disposition oder Produktionsplanung wachsen häufig über interne Stellen in den Beruf hinein. Einsteiger beginnen meist als Junior, Disponent oder Supply Chain Planer.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist überwiegend Büroarbeit mit geregelten Zeiten, kann aber unruhig werden. Lieferengpässe, Streiks oder Störungen in der Produktion lassen sich nicht planen, und dann wird auch abends oder kurzfristig am Wochenende nachgesteuert. Supply Chain Manager stehen zwischen vielen Interessen: Der Vertrieb will volle Lager, das Controlling möglichst wenig gebundenes Kapital, die Produktion verlässliche Mengen. Diese Zielkonflikte auszuhalten und Entscheidungen zu vertreten, gehört zum Alltag und ist für manche anstrengend. In international aufgestellten Firmen fallen Telefonkonferenzen mit anderen Zeitzonen und Geschäftsreisen an. Wer mit Zahlen, großen Datenmengen und Software wenig anfangen kann, tut sich schwer. Gutes Englisch ist in den meisten Stellen Pflicht.
Aussichten
Spätestens seit den Lieferkettenproblemen der vergangenen Jahre haben viele Unternehmen erkannt, wie anfällig ihre Versorgung ist, und bauen Stellen in Planung und Risikomanagement aus. Die Nachfrage ist in Industrie, Handel und bei Logistikdienstleistern stabil. Digitalisierung und automatisierte Planungssysteme verändern den Beruf: Routineaufgaben wie das Auslösen von Standardbestellungen übernimmt zunehmend Software, gefragt sind dafür Datenanalyse und die Fähigkeit, Systeme einzurichten und zu prüfen. Entwicklungswege führen in die Leitung einer Planungs- oder Logistikabteilung, in den strategischen Einkauf, in Projekte zu Nachhaltigkeit und Lieferkettengesetz oder in die Beratung.
Aufgaben
- Bedarfe anhand von Absatzzahlen und Aufträgen prognostizieren
- Bestände, Bestellmengen und Liefertermine im ERP-System planen
- Produktions- und Lieferpläne mit Einkauf, Vertrieb und Produktion abstimmen
- Lieferanten und Transportdienstleister auswählen und steuern
- Kennzahlen wie Liefertreue, Lagerreichweite und Logistikkosten auswerten
- Bei Lieferengpässen oder Ausfällen Alternativen organisieren
- Prozesse in Lager, Transport und Beschaffung verbessern
Voraussetzungen
- Studium in Betriebswirtschaft, Logistik oder Wirtschaftsingenieurwesen oder kaufmännische Ausbildung mit Weiterbildung
- Sicherer Umgang mit Zahlen, Excel und ERP-Systemen wie SAP
- Gute Englischkenntnisse
- Organisationstalent und Fähigkeit, unter Zeitdruck zu entscheiden
- Verhandlungsgeschick und Durchsetzungsvermögen gegenüber anderen Abteilungen und Lieferanten
- Bereitschaft zu gelegentlichen Dienstreisen
Der Weg in den Beruf
Meist ein Bachelorstudium in Betriebswirtschaft, Logistik oder Wirtschaftsingenieurwesen über sechs bis sieben Semester, oft ergänzt durch einen Master. Alternativ eine dreijährige kaufmännische Ausbildung, mehrere Jahre Praxis in Disposition oder Einkauf und eine Weiterbildung zum Fachwirt für Logistiksysteme oder Betriebswirt.
Wo man arbeitet
- Industrieunternehmen, etwa Automobil-, Chemie- und Maschinenbau
- Handelsunternehmen und Onlinehandel
- Logistikdienstleister und Speditionen
- Konsumgüter- und Lebensmittelhersteller
- Unternehmensberatungen
Was du als Supply Chain verdienst
Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.
- Berufseinstieg
- 4.200 € 3.500 – 5.000 €
- Mit Berufserfahrung
- 5.300 € 4.500 – 6.500 €
- Mit langjähriger Erfahrung
- 7.200 € 6.000 – 9.500 €
Am stärksten hängt das Gehalt von Branche und Unternehmensgröße ab: In tarifgebundenen Industriebetrieben nach den Tarifverträgen der Metall- und Elektroindustrie (IG Metall) oder der Chemischen Industrie (IG BCE) liegt es deutlich höher als bei kleineren Speditionen und im Handel, wo meist frei verhandelt wird. Führungsverantwortung und internationale Aufgaben bringen die größten Sprünge.
Gehalt als Supply Chain nach Bundesland → Was dir in der Ausbildung zusteht →
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