Verfahrensmechaniker Asphalttechnik
Verfahrensmechaniker in der Fachrichtung Asphalttechnik steuern und überwachen Asphaltmischanlagen, in denen Gestein, Sand, Füller und Bitumen zu Mischgut für den Straßenbau verarbeitet werden. Sie prüfen die Qualität im Labor und halten die Anlage instand.
Das Berufsbild
Was macht ein Verfahrensmechaniker Asphalttechnik?
Der offizielle Ausbildungsberuf heißt Verfahrensmechaniker in der Steine- und Erdenindustrie, Fachrichtung Asphalttechnik. Gearbeitet wird an Asphaltmischanlagen, die das Mischgut für Straßen, Parkplätze, Radwege und Industrieflächen herstellen. Vom Leitstand aus wird die Anlage angefahren: Gesteinskörnungen werden nach Rezeptur dosiert, in der Trockentrommel erhitzt, gesiebt, gewogen und mit heißem Bitumen und Füller gemischt. Rezepturen werden nach Auftrag eingestellt, Temperaturen und Mengen laufend kontrolliert, die Lkw zur richtigen Zeit beladen, damit der Asphalt heiß auf der Baustelle ankommt. Dazu kommen Proben im Labor: Siebanalysen, Bestimmung des Bindemittelgehalts, Herstellung von Probekörpern. Ein großer Teil der Arbeit ist Wartung und Reparatur, etwa an Förderbändern, Brennern, Filteranlagen und Pumpen, vor allem in den Wintermonaten. Auch der Umgang mit Ausbauasphalt, der wiederaufbereitet und beigemischt wird, gehört dazu.
Wie wird man Verfahrensmechaniker Asphalttechnik?
Die duale Ausbildung dauert drei Jahre und endet mit der Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer. Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben, die meisten Betriebe stellen Bewerber mit Haupt- oder Realschulabschluss ein. Hilfreich sind Mathematik, Physik und Chemie sowie technisches Verständnis. Die Berufsschule findet wegen der geringen Zahl an Auszubildenden oft als Blockunterricht in überregionalen Fachklassen statt, teils mit Internatsunterbringung. Quereinsteiger aus Metall- oder Elektroberufen kommen als angelernte Anlagenfahrer unter, ein Berufsabschluss über die Externenprüfung ist nach entsprechender Berufserfahrung möglich.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit folgt der Bausaison. Von etwa März bis November wird produziert, oft schon ab vier oder fünf Uhr morgens, weil der Asphalt zu Arbeitsbeginn auf der Baustelle sein muss. Lange Tage, Samstagsarbeit und bei Autobahnbaustellen auch Nachtschichten kommen vor. Überstunden werden meist über Arbeitszeitkonten im Winter abgebaut, wenn die Anlagen stillstehen oder gewartet werden. An der Anlage ist es laut, staubig und heiß, Bitumendämpfe und Arbeiten in der Höhe gehören dazu. Bei Reparaturen wird körperlich gearbeitet, auch bei Kälte und Nässe. Am Leitstand ist dagegen Konzentration gefragt: Fehler in der Rezeptur oder Temperatur führen zu unbrauchbarem Mischgut, das teuer entsorgt werden muss. Viele Anlagen liegen außerhalb von Städten, ohne Auto ist der Arbeitsweg kaum zu schaffen.
Aussichten
Der Beruf ist klein, Fachkräfte sind entsprechend gesucht. Der Bedarf an Straßensanierung bleibt hoch, und viele erfahrene Mischmeister gehen in den kommenden Jahren in Rente. Die Anlagen werden zunehmend automatisiert, was mehr Wissen über Steuerungstechnik verlangt, und das Recycling von Altasphalt sowie Verfahren mit abgesenkter Temperatur gewinnen an Bedeutung. Nach einigen Jahren ist der Aufstieg zum Mischmeister oder Anlagenleiter möglich. Weiterbildungen führen zum Industriemeister der Fachrichtung Steine und Erden oder zum staatlich geprüften Techniker. Auch ein Wechsel ins Prüflabor oder in die Qualitätssicherung eines Baukonzerns ist verbreitet.
Aufgaben
- Asphaltmischanlage vom Leitstand aus anfahren und steuern
- Rezepturen nach Auftrag einstellen und Dosierung überwachen
- Temperaturen von Gestein und Bitumen kontrollieren
- Lkw nach Abrufplan der Baustellen beladen
- Proben ziehen und im Labor Sieblinie und Bindemittelgehalt prüfen
- Förderbänder, Brenner, Filter und Pumpen warten und reparieren
- Ausbauasphalt aufbereiten und der Mischung zugeben
- Produktionsdaten und Prüfergebnisse dokumentieren
Voraussetzungen
- Haupt- oder Realschulabschluss, gute Kenntnisse in Mathematik, Physik und Chemie
- Technisches Verständnis für Mechanik, Hydraulik und Steuerungstechnik
- Bereitschaft zu sehr frühem Arbeitsbeginn, Überstunden und Saisonarbeit
- Körperliche Belastbarkeit bei Hitze, Staub, Lärm und Arbeiten in der Höhe
- Sorgfalt und Konzentration bei der Überwachung der Anlage
- Führerschein, da Anlagen oft abgelegen liegen
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Verfahrensmechaniker in der Steine- und Erdenindustrie, Fachrichtung Asphalttechnik, mit Abschlussprüfung vor der IHK. Die Berufsschule findet meist als Blockunterricht in überregionalen Fachklassen statt. Danach sind Weiterbildungen zum Industriemeister oder Techniker möglich.
Wo man arbeitet
- Asphaltmischwerke
- Straßenbauunternehmen mit eigenen Mischanlagen
- Baukonzerne
- Prüflabore für Baustoffe
Was du als Verfahrensmechaniker Asphalttechnik verdienst
Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.
- Berufseinstieg
- 2.950 € 2.700 – 3.200 €
- Mit Berufserfahrung
- 3.400 € 3.100 – 3.800 €
- Mit langjähriger Erfahrung
- 4.000 € 3.600 – 4.600 €
Viele Mischwerke gehören zu Baukonzernen und zahlen nach dem Tarifvertrag des Bauhauptgewerbes oder nach regionalen Tarifverträgen der Steine- und Erden-Industrie, kleinere Betriebe oft ohne Tarifbindung und niedriger. Stark ins Gewicht fallen außerdem Überstunden, Nacht- und Wochenendzuschläge in der Saison sowie die Übernahme der Mischmeisterfunktion.
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