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Vertrieb & Kundenservice

Verkäufer Bodenabteilung

Verkäufer in der Bodenabteilung beraten Kundschaft in Baumärkten, Möbelhäusern und im Fachhandel zu Bodenbelägen wie Laminat, Parkett, Vinyl und Teppich, berechnen Mengen und verkaufen Belag, Zubehör und Verlegeservice.

Das Berufsbild

Was macht ein Verkäufer in der Bodenabteilung?

Die Arbeit besteht zum größten Teil aus Beratung am Regal und am Musterständer. Kundinnen und Kunden kommen mit einem Grundriss, einem Handyfoto oder nur einer Raumgröße und wollen wissen, welcher Belag für Küche, Bad, Kinderzimmer oder eine Fußbodenheizung taugt. Der Verkäufer erklärt Unterschiede zwischen Laminat, Designbelag, Parkett und Teppich, nennt Nutzungsklassen, Trittschalldämmung und Feuchtigkeitsbeständigkeit, berechnet Quadratmeter samt Verschnitt und stellt passendes Zubehör zusammen: Sockelleisten, Übergangsprofile, Dämmunterlage, Kleber. Teppich und PVC werden oft von der Rolle zugeschnitten, was Messen, Schneiden und Aufrollen am Zuschnittplatz bedeutet. Dazu kommen Bestellungen von Sonderware, die Vermittlung von Verlegern, Reklamationen, Kassieren und das Einräumen der Ware. In vielen Märkten gehört auch die Pflege der Musterflächen und der Preisauszeichnung zum Alltag.

Wie wird man Verkäufer in der Bodenabteilung?

Der übliche Weg ist die zweijährige duale Ausbildung zum Verkäufer oder die dreijährige Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel. Die Fachkenntnisse zu Bodenbelägen werden meist im Betrieb vermittelt, durch Schulungen von Herstellern oder interne Produktschulungen. Ein Quereinstieg ist verbreitet, vor allem für Menschen aus dem Handwerk, etwa ehemalige Bodenleger, Raumausstatter oder Tischler, die ihr Wissen über Verlegung und Untergründe in die Beratung einbringen. Baumärkte stellen auch ohne Ausbildung ein, zahlen dann aber meist in einer niedrigeren Gruppe.

Was der Beruf verlangt

Der Beruf ist körperlich anstrengender, als er aussieht. Laminatpakete wiegen oft über 20 Kilogramm, Teppichrollen sind schwer und sperrig, und gestanden wird fast die ganze Schicht. Hubwagen und Rollenhalter helfen, ersetzen aber das Heben nicht ganz. Die Arbeitszeiten folgen den Öffnungszeiten des Handels, also mit Samstagsarbeit und Spätdiensten bis 20 Uhr oder länger. Hinzu kommt der Druck, mit wenig Personal eine große Fläche zu betreuen: Wer gerade eine Familie bei der Planung des Wohnzimmers berät, wird von der nächsten Kundschaft angesprochen. Reklamationen wegen Fugen, Kratzern oder falsch berechneter Mengen landen oft beim Verkauf, auch wenn der Fehler bei der Verlegung lag. Rechnen, räumliches Vorstellungsvermögen und Geduld mit unentschlossener Kundschaft sind dauerhaft gefragt.

Aussichten

Bodenbeläge werden bei Renovierung, Umzug und Neubau immer gebraucht, die Nachfrage ist daher stabil, schwankt aber mit der Bautätigkeit und der Kauflaune. Der Onlinehandel übernimmt einen Teil des Geschäfts, die Beratung vor Ort mit Mustern zum Anfassen bleibt jedoch gefragt, gerade bei hochwertigem Parkett und Sonderwünschen. Händler suchen regelmäßig Personal, besonders mit Fachwissen. Entwicklungswege führen zur Abteilungsleitung, zur stellvertretenden Marktleitung oder über Weiterbildungen zum Handelsfachwirt. Wer handwerklich interessiert ist, kann sich mit einer Ausbildung zum Bodenleger oder Raumausstatter selbst in die Verlegung verlagern oder in den Außendienst eines Herstellers wechseln.

Aufgaben

  • Kundschaft zu Belagsarten, Nutzungsklassen und Eignung für Fußbodenheizung oder Feuchträume beraten
  • Raumflächen mit Verschnitt berechnen und Materiallisten erstellen
  • Teppich und PVC von der Rolle zuschneiden
  • Zubehör wie Sockelleisten, Dämmung und Kleber zusammenstellen
  • Sonderbestellungen aufnehmen und Liefertermine abstimmen
  • Verlegeservice vermitteln und Reklamationen bearbeiten
  • Ware annehmen, einräumen und Preise auszeichnen
  • Musterflächen und Ausstellung pflegen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung als Verkäufer oder Kaufmann im Einzelhandel, alternativ handwerkliche Vorerfahrung
  • Sicheres Rechnen mit Flächen und Mengen
  • Interesse an Materialien und Verlegetechnik
  • Körperliche Belastbarkeit für Heben und langes Stehen
  • Freundlicher, geduldiger Umgang mit Kundschaft
  • Bereitschaft zu Samstags- und Spätdiensten

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die zweijährige duale Ausbildung zum Verkäufer oder die dreijährige Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel mit Abschluss vor der IHK. Das Fachwissen zu Bodenbelägen kommt über Produktschulungen im Betrieb hinzu. Quereinsteiger aus dem Boden- oder Holzhandwerk werden häufig direkt eingestellt.

Wo man arbeitet

  • Baumärkte
  • Möbelhäuser
  • Fachhandel für Bodenbeläge und Parkett
  • Raumausstattungsbetriebe mit Verkaufsfläche
  • Teppichfachgeschäfte

Was du als Verkäufer Bodenabteilung verdienst

Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.

Berufseinstieg
2.500 € 2.300 – 2.750 €
Mit Berufserfahrung
2.850 € 2.600 – 3.200 €
Mit langjähriger Erfahrung
3.400 € 3.000 – 4.000 €

Entscheidend ist, ob der Betrieb nach dem regionalen Tarifvertrag für den Einzel- und Versandhandel zahlt, denn viele Baumärkte und Möbelhäuser sind nicht tarifgebunden und liegen darunter. Im Fachhandel kommen teils Umsatzprovisionen hinzu, die das Einkommen spürbar erhöhen können.

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