Verkäufer Gardinen-Abteilung
Verkäuferinnen und Verkäufer in der Gardinen-Abteilung beraten Kundschaft zu Vorhängen, Stores, Rollos und Plissees, berechnen den Stoffbedarf und nehmen Aufträge für maßgefertigte Fensterdekorationen auf. Sie arbeiten in Einrichtungshäusern, Kaufhäusern und Fachgeschäften für Heimtextilien.
Das Berufsbild
Was macht ein Verkäufer in der Gardinen-Abteilung?
Im Mittelpunkt steht die Beratung. Kundinnen und Kunden kommen mit einer Fensterskizze, einem Foto vom Wohnzimmer oder nur einer vagen Vorstellung. Verkäufer klären, ob der Vorhang verdunkeln, Blicke abhalten oder nur dekorieren soll, zeigen Stoffmuster, erklären Unterschiede zwischen Leinen, Polyester und Voile und empfehlen passende Schienen, Stangen oder Gleiter. Danach wird gerechnet: Fensterbreite, Faltenzugabe, Saum und Rapport ergeben den Stoffbedarf. Meterware wird vom Ballen abgemessen und geschnitten, Maßanfertigungen werden als Auftrag an die hauseigene oder externe Näherei weitergegeben. Bei Plissees und Rollos nehmen Verkäufer die Maße auf und bestellen beim Hersteller. Daneben gehören Kassieren, Ware auffüllen, Stoffballen einsortieren, Dekoration der Musterfenster und die Bearbeitung von Reklamationen zum Alltag, etwa wenn ein Vorhang zu kurz geraten ist oder nach dem Waschen eingelaufen ist.
Wie wird man Verkäufer in der Gardinen-Abteilung?
Der übliche Weg ist die zweijährige duale Ausbildung zum Verkäufer oder die dreijährige Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel. Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben, die meisten Betriebe stellen Bewerber mit Hauptschul- oder mittlerem Abschluss ein. Fachwissen über Stoffe, Pflegeeigenschaften und Konfektion wird überwiegend im Betrieb vermittelt. Quereinstieg ist verbreitet, besonders für Menschen mit Erfahrung im Nähen, in der Raumausstattung oder im Textilhandel. Viele Häuser besetzen Stellen auch in Teilzeit, was den Wiedereinstieg nach einer Elternzeit erleichtert.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit findet im Stehen und Gehen statt, oft über acht Stunden. Stoffballen sind schwer und unhandlich, beim Dekorieren wird auf Leitern gearbeitet. Gearbeitet wird zu den Öffnungszeiten des Handels, also regelmäßig samstags und in vielen Häusern bis in den Abend. Fehler beim Aufmaß oder in der Berechnung fallen erst auf, wenn der fertige Vorhang hängt, und führen zu Ärger und Kosten. Das verlangt Sorgfalt und sicheres Rechnen. Beratungsgespräche können lang werden, manche Kundschaft ist unentschlossen oder kommt mehrfach wieder. Hinzu kommen Umsatzvorgaben und in vielen Filialen eine knappe Personaldecke, sodass eine Person die ganze Abteilung allein betreut. Die Bezahlung liegt im unteren Bereich, besonders in Betrieben ohne Tarifbindung.
Aussichten
Der Markt für Gardinen im stationären Handel schrumpft. Kaufhausschließungen und der Online-Handel mit Fertigvorhängen haben viele Abteilungen verkleinert oder aufgelöst. Stabil ist die Nachfrage dort, wo Beratung und Maßanfertigung gefragt sind: in großen Einrichtungshäusern und in Fachgeschäften für Raumausstattung. Wer sich gut mit Sonnenschutz, Plissees und Insektenschutz auskennt, ist breiter einsetzbar. Entwicklungsmöglichkeiten bestehen als Abteilungsleitung, als Fachberater im Außendienst mit Aufmaß beim Kunden oder über eine Weiterbildung zum Handelsfachwirt. Eine Ausbildung zum Raumausstatter eröffnet den Weg ins Handwerk, einschließlich Montage und Polsterarbeiten.
Aufgaben
- Kundschaft zu Stoffen, Lichtschutz und Aufhängesystemen beraten
- Stoffbedarf aus Fenstermaßen, Faltenzugabe und Rapport berechnen
- Meterware vom Ballen abmessen und zuschneiden
- Aufträge für Maßanfertigungen an die Näherei weitergeben
- Maße für Plissees und Rollos aufnehmen und beim Hersteller bestellen
- Musterfenster und Verkaufsfläche dekorieren
- Ware auffüllen, kassieren und Reklamationen bearbeiten
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung als Verkäufer oder Kaufmann im Einzelhandel oder Erfahrung im Textilhandel
- Sicheres Rechnen mit Maßen und Mengen
- Sinn für Farben, Materialien und Raumwirkung
- Geduld und Freundlichkeit in längeren Beratungsgesprächen
- Körperliche Belastbarkeit für langes Stehen, Heben von Stoffballen und Arbeiten auf Leitern
- Bereitschaft zu Samstags- und Spätdiensten
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die zweijährige duale Ausbildung zum Verkäufer oder die dreijährige Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel mit Abschluss vor der Industrie- und Handelskammer. Das Fachwissen zu Gardinen und Konfektion wird im Betrieb erlernt, ein Quereinstieg mit Textil- oder Näherfahrung ist häufig möglich.
Wo man arbeitet
- Einrichtungshäuser
- Warenhäuser und Kaufhäuser
- Fachgeschäfte für Heimtextilien
- Raumausstattungsbetriebe mit Ladengeschäft
- Bau- und Gartenmärkte mit Heimtextilsortiment
Was du als Verkäufer Gardinen-Abteilung verdienst
Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.
- Berufseinstieg
- 2.450 € 2.200 – 2.800 €
- Mit Berufserfahrung
- 2.750 € 2.400 – 3.150 €
- Mit langjähriger Erfahrung
- 3.100 € 2.700 – 3.700 €
Entscheidend ist, ob der Betrieb nach dem regionalen Tarifvertrag für den Einzelhandel (Gehaltstarifvertrag des jeweiligen Landesbezirks) zahlt; das tut nur eine Minderheit der Händler, viele nicht tarifgebundene Häuser zahlen nahe am Mindestlohn. Große Einrichtungshäuser und Warenhausketten zahlen meist besser als kleine Fachgeschäfte, Umsatzprovisionen kommen teilweise hinzu.
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