Verkäufer / Quereinsteiger Bäckerei / Backwaren
Verkäuferinnen und Verkäufer in Bäckereien bedienen Kundschaft an der Theke, backen Teiglinge auf, belegen Brötchen und halten Laden und Auslage sauber. Der Einstieg gelingt oft ohne Ausbildung, der Dienst beginnt früh am Morgen und umfasst Wochenenden.
Das Berufsbild
Was macht ein Verkäufer in der Bäckerei?
Der Arbeitstag beginnt meist vor der Ladenöffnung. Tiefgekühlte oder vorgegarte Teiglinge kommen in den Ladenbackofen, Brot und Brötchen werden in die Regale sortiert, die Kuchentheke wird bestückt. Danach steht der Verkauf im Mittelpunkt: Kundschaft bedienen, Brot schneiden, Ware einpacken, kassieren. Viele Filialen bieten zusätzlich Snacks und Kaffee an, also werden Brötchen belegt, Kaffeespezialitäten zubereitet und Tische im Café abgeräumt. Wer Fragen zu Zutaten oder Allergenen beantworten soll, muss das Sortiment kennen. Über den Tag wird nachgebacken, damit die Auslage gefüllt bleibt. Zum Schluss kommen Kassenabrechnung, Bestellung für den nächsten Tag, Erfassen der Retouren und die Reinigung von Theke, Maschinen und Boden.
Wie wird man Verkäufer in der Bäckerei?
Für die Arbeit hinter der Theke ist kein Berufsabschluss vorgeschrieben. Viele Betriebe stellen Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger ein und arbeiten sie einige Wochen in der Filiale ein. Pflicht ist eine Erstbelehrung nach dem Infektionsschutzgesetz, die das Gesundheitsamt oder ein beauftragter Anbieter durchführt. Der formale Weg ist die dreijährige duale Ausbildung zur Fachverkäuferin oder zum Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk mit Schwerpunkt Bäckerei. Erfahrene Kräfte ohne Ausbildung können sich nach einigen Jahren Berufspraxis zur Externenprüfung vor der Handwerkskammer anmelden und den Abschluss nachholen. Das lohnt sich, weil Betriebe mit Tarifbindung Ausgebildete höher eingruppieren.
Was der Beruf verlangt
Die Schichten beginnen häufig um fünf oder sechs Uhr, Spätschichten gehen bis zum Ladenschluss am Abend. Samstage gehören fast immer dazu, in vielen Filialen auch Sonn- und Feiertage, denn gerade dann ist viel los. Die Arbeit findet fast vollständig im Stehen statt, dazu kommen Hitze am Backofen, Bleche und Kisten, die gehoben werden, und zu Stoßzeiten lange Schlangen vor der Theke. Freundlichkeit wird auch dann erwartet, wenn Kundschaft ungeduldig ist. Schnelles Kopfrechnen und Sorgfalt an der Kasse sind nötig, Kassendifferenzen fallen auf. In kleinen Filialen arbeitet man oft allein oder zu zweit, was Verantwortung bedeutet, aber wenig Spielraum für Pausen lässt. Die Bezahlung liegt in vielen Betrieben nahe am gesetzlichen Mindestlohn. Viele Stellen werden als Teilzeit oder Minijob angeboten, was für manche ein Vorteil ist, für andere zu wenig Einkommen bringt.
Aussichten
Bäckereien suchen fast überall Verkaufspersonal, Filialketten wie inhabergeführte Betriebe haben Mühe, Stellen zu besetzen. Der Einstieg ist daher auch nach längerer Pause oder ohne Vorerfahrung realistisch, und Teilzeitmodelle mit festen Früh- oder Spätschichten sind verbreitet. Gleichzeitig schrumpft die Zahl der handwerklichen Betriebe, während Backshops im Lebensmittelhandel und an Tankstellen zunehmen. Aufstiegsmöglichkeiten bestehen innerhalb größerer Filialbetriebe: zunächst stellvertretende Filialleitung, dann Filialleitung mit Personalplanung und Umsatzverantwortung, später Bezirksleitung über mehrere Standorte. Mit abgeschlossener Ausbildung stehen Weiterbildungen zur Verkaufsleitung im Lebensmittelhandwerk oder zur Fachwirtin beziehungsweise zum Fachwirt offen. Ein Wechsel in den Einzelhandel oder die Gastronomie fällt mit der gesammelten Erfahrung leicht.
Aufgaben
- Teiglinge im Ladenbackofen aufbacken und nachbacken
- Kundschaft an der Theke bedienen und beraten
- Brot schneiden, Ware verpacken und kassieren
- Brötchen belegen und Kaffeegetränke zubereiten
- Auslage und Kuchentheke bestücken und auszeichnen
- Waren bestellen und Retouren erfassen
- Kasse abrechnen und Tagesumsatz dokumentieren
- Theke, Geräte und Verkaufsraum nach Hygieneplan reinigen
Voraussetzungen
- Belehrung nach dem Infektionsschutzgesetz
- Bereitschaft zu Frühschichten sowie Wochenend- und Feiertagsarbeit
- Freundlicher Umgang mit Kundschaft auch unter Zeitdruck
- Sicheres Kopfrechnen und Sorgfalt an der Kasse
- Körperliche Belastbarkeit für langes Stehen und Tragen
- Gute Deutschkenntnisse für Beratung zu Zutaten und Allergenen
Der Weg in den Beruf
Viele steigen ohne Ausbildung nach einer Einarbeitung von einigen Wochen ein, nötig ist nur die Belehrung nach dem Infektionsschutzgesetz. Der reguläre Weg ist die dreijährige duale Ausbildung zur Fachverkäuferin oder zum Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk mit Schwerpunkt Bäckerei und Abschlussprüfung vor der Handwerkskammer. Mit ausreichender Berufspraxis lässt sich dieser Abschluss als Externenprüfung nachholen.
Wo man arbeitet
- Filialbäckereien und Bäckereiketten
- Inhabergeführte Handwerksbäckereien
- Konditoreien und Bäckereicafés
- Backshops in Supermärkten
- Verkaufsstände in Bahnhöfen und Einkaufszentren
Was du als Verkäufer / Quereinsteiger Bäckerei / Backwaren verdienst
Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.
- Berufseinstieg
- 2.250 € 2.150 – 2.450 €
- Mit Berufserfahrung
- 2.450 € 2.250 – 2.700 €
- Mit langjähriger Erfahrung
- 2.800 € 2.500 – 3.300 €
In tarifgebundenen Betrieben gelten die regionalen Lohntarifverträge für das Bäckerhandwerk zwischen der Gewerkschaft NGG und den Landesinnungsverbänden, viele Bäckereien sind jedoch nicht tarifgebunden und zahlen nahe am gesetzlichen Mindestlohn. Mehr verdienen vor allem Beschäftigte mit abgeschlossener Ausbildung und Filialleitungen, zusätzlich können Zuschläge für Sonn- und Feiertagsarbeit das Einkommen spürbar erhöhen.
Gehalt als Verkäufer / Quereinsteiger Bäckerei / Backwaren nach Bundesland → Was dir in der Ausbildung zusteht →
Offene Stellen als Verkäufer / Quereinsteiger Bäckerei / Backwaren
Alle Anzeigen zu diesem Beruf →-
Direkteinstieg
-
Direkteinstieg
-
Direkteinstieg