Verkäufer Sanitär
Verkäufer im Sanitärbereich beraten Handwerksbetriebe und Privatkunden zu Badeinrichtung, Armaturen, Rohren und Installationsmaterial und verkaufen diese Produkte im Fachgroßhandel, in Badausstellungen oder im Baumarkt.
Das Berufsbild
Was macht ein Verkäufer Sanitär?
Verkäufer im Sanitärbereich arbeiten an der Schnittstelle zwischen Hersteller, Handwerk und Endkunde. Im Fachgroßhandel stehen sie meist an der Abholtheke oder am Telefon: Installateure bestellen Fittings, Rohre, Spülkästen oder Ersatzteile, oft unter Zeitdruck und mit knappen Artikelbezeichnungen. Der Verkäufer muss schnell erkennen, welches Teil gemeint ist, die Verfügbarkeit im Warenwirtschaftssystem prüfen und Alternativen vorschlagen. In der Badausstellung geht es eher um Privatkunden, die ein neues Bad planen. Hier werden Waschtische, Duschsysteme, Fliesenkombinationen und Armaturen vorgeführt, Maße aufgenommen, Angebote kalkuliert und Planungen am Rechner erstellt. Dazu kommen Reklamationen, Rücksprachen mit Herstellern, Lieferterminabstimmung und das Pflegen der Ausstellungsfläche.
Wie wird man Verkäufer Sanitär?
Einen eigenen Ausbildungsberuf mit diesem Namen gibt es nicht. Üblich ist eine dreijährige Ausbildung zum Kaufmann im Groß- und Außenhandelsmanagement, oft direkt bei einem Sanitärgroßhändler, oder zum Kaufmann im Einzelhandel beziehungsweise die zweijährige Ausbildung zum Verkäufer. Das Fachwissen über Produkte und Normen kommt vor allem im Betrieb und über Herstellerschulungen. Häufig sind Quereinsteiger aus dem Handwerk, besonders Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, die nach Jahren auf der Baustelle in den Verkauf wechseln. Ihre Praxiserfahrung wird im Großhandel sehr geschätzt.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit verlangt ein breites technisches Verständnis. Ein Sortiment umfasst schnell zehntausende Artikel, und Kunden aus dem Handwerk erwarten, dass der Verkäufer Gewindegrößen, Anschlussarten und Einbaumaße kennt. Morgens vor Arbeitsbeginn der Baustellen herrscht an der Theke oft großer Andrang, der Ton kann rau sein. In der Badausstellung ist Geduld gefragt, weil Privatkunden viele Termine brauchen, bevor sie sich entscheiden, und Budget und Wünsche oft nicht zusammenpassen. Die Arbeit ist überwiegend stehend, im Lager und an der Theke müssen auch schwere Teile wie Rohrbündel oder Keramik bewegt werden. Großhändler öffnen früh, teils ab sechs oder halb sieben Uhr; Ausstellungen haben häufig Samstagsöffnungen und Abendtermine. Umsatzziele und Provisionsanteile erzeugen Druck, besonders im Außendienst.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil bis gut. Der Sanierungsbedarf im Wohnungsbestand, altersgerechte Bäder und die Energiewende in der Haustechnik halten das Geschäft in Gang, auch wenn der Neubau schwankt. Viele Großhändler suchen Fachkräfte mit technischem Hintergrund und finden sie schwer. Entwicklungswege führen in den Außendienst bei Großhändlern oder Herstellern, in die Badplanung mit eigener Kundschaft, in den Einkauf oder in die Leitung einer Niederlassung oder Ausstellung. Weiterbildungen zum Fachwirt im Groß- und Außenhandel oder zum zertifizierten Badplaner verbessern die Chancen auf diese Positionen.
Aufgaben
- Handwerkskunden an der Abholtheke und am Telefon bedienen
- Ersatzteile anhand von Fotos, Typenschildern oder Beschreibungen identifizieren
- Privatkunden in der Badausstellung beraten und Produkte vorführen
- Bäder am Computer planen und Angebote kalkulieren
- Aufträge im Warenwirtschaftssystem erfassen und Liefertermine abstimmen
- Reklamationen bearbeiten und mit Herstellern klären
- Ausstellungsfläche und Warenauslage pflegen
Voraussetzungen
- Abgeschlossene kaufmännische Ausbildung oder Ausbildung im SHK-Handwerk
- Technisches Verständnis für Installationstechnik und Badausstattung
- Sicherer Umgang mit Warenwirtschaftssystemen und Planungssoftware
- Belastbarkeit bei Kundenandrang und Zeitdruck
- Freundliches, aber bestimmtes Auftreten gegenüber Handwerk und Privatkunden
- Körperliche Fitness für Stehen und gelegentliches Heben schwerer Ware
Der Weg in den Beruf
Der übliche Weg ist eine dreijährige Ausbildung zum Kaufmann im Groß- und Außenhandelsmanagement bei einem Sanitärgroßhändler oder eine zwei- bis dreijährige Ausbildung im Einzelhandel. Alternativ wechseln ausgebildete Anlagenmechaniker SHK nach einigen Berufsjahren in den Verkauf und werden dort eingearbeitet. Herstellerschulungen und eine Weiterbildung zum Badplaner ergänzen das Fachwissen.
Wo man arbeitet
- Sanitärfachgroßhandel
- Badausstellungen
- Baumärkte
- Hersteller von Sanitärprodukten
- Online-Händler für Haustechnik
Was du als Verkäufer Sanitär verdienst
Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.
- Berufseinstieg
- 2.700 € 2.400 – 3.000 €
- Mit Berufserfahrung
- 3.200 € 2.800 – 3.700 €
- Mit langjähriger Erfahrung
- 4.000 € 3.400 – 4.800 €
Tarifgebundene Großhändler zahlen nach dem Tarifvertrag für den Groß- und Außenhandel des jeweiligen Bundeslandes, Baumärkte teils nach dem Tarifvertrag des Einzelhandels; viele Betriebe sind jedoch nicht tarifgebunden. Am stärksten steigt das Gehalt durch technische Vorerfahrung aus dem Handwerk und den Wechsel in den Außendienst oder die Badplanung, wo Provisionen hinzukommen.
Gehalt als Verkäufer Sanitär nach Bundesland → Was dir in der Ausbildung zusteht →
Offene Stellen als Verkäufer Sanitär
Alle Anzeigen zu diesem Beruf →-
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