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Vertrieb & Kundenservice

Verkaufshilfe

Verkaufshilfen unterstützen im Einzelhandel beim Verkauf, räumen Ware ein, halten die Verkaufsfläche in Ordnung und kassieren. Für den Einstieg ist keine Berufsausbildung nötig.

Das Berufsbild

Was macht eine Verkaufshilfe?

Verkaufshilfen arbeiten in Supermärkten, Drogerien, Discountern, Bäckereifilialen, Textil- und Baumärkten. Ein großer Teil des Tages besteht aus Warenpflege: Lieferungen auspacken, Kartons auf Rollwagen in den Laden fahren, Regale auffüllen, ältere Ware nach vorn räumen und abgelaufene Produkte aussortieren. Dazu kommen Preisschilder anbringen, Sonderangebote aufbauen und leere Verpackungen entsorgen. An der Kasse scannen Verkaufshilfen Artikel, nehmen Bargeld und Kartenzahlungen an, bearbeiten Pfandbons und rechnen am Ende der Schicht die Kasse ab. Kundinnen und Kunden fragen nach Produkten, wollen umtauschen oder beschweren sich; einfache Auskünfte gehören zum Alltag, schwierigere Fälle gehen an die Filialleitung. In Bäckereien oder an Frischetheken kommen das Bedienen, Aufschneiden und Abwiegen hinzu, oft unter Einhaltung strenger Hygieneregeln. Vor Ladenöffnung und nach Ladenschluss wird geputzt, sortiert und für den nächsten Tag vorbereitet.

Wie wird man Verkaufshilfe?

Eine formale Ausbildung gibt es nicht. Die Einarbeitung erfolgt im Betrieb und dauert meist wenige Tage bis Wochen, an der Kasse begleitet anfangs eine erfahrene Kollegin. Arbeitgeber erwarten in der Regel keinen bestimmten Schulabschluss, achten aber auf Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und ausreichende Deutschkenntnisse für Kundengespräche. Wer an Lebensmitteltheken arbeitet, braucht eine Belehrung nach dem Infektionsschutzgesetz, die das Gesundheitsamt oder ein Anbieter durchführt. Der Beruf ist ein häufiger Einstieg für Schülerinnen, Studierende, Menschen nach einer Familienpause und Quereinsteiger. Wer dauerhaft bleiben will, kann im Betrieb eine Ausbildung zur Verkäuferin (zwei Jahre) oder zur Kauffrau im Einzelhandel (drei Jahre) beginnen, teils verkürzt durch die Vorerfahrung.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich anstrengender, als sie von außen wirkt. Verkaufshilfen stehen und gehen fast die ganze Schicht, heben Getränkekisten und Kartons, bücken sich zu unteren Regalen und arbeiten in Kühlbereichen. Rücken- und Fußbeschwerden sind verbreitet. Die Arbeitszeiten richten sich nach den Öffnungszeiten: frühe Schichten ab sechs Uhr zum Einräumen, späte Schichten bis zweiundzwanzig Uhr, regelmäßig samstags, in Bäckereien auch sonntags. Viele Stellen sind Teilzeit- oder Minijobs, Vollzeit ist seltener zu finden. Die Bezahlung liegt nahe am gesetzlichen Mindestlohn. An der Kasse kommen Zeitdruck, lange Schlangen und unfreundliche Kundschaft hinzu, außerdem die Verantwortung für einen korrekten Kassenstand. In vielen Filialen ist die Personaldecke dünn, sodass wenige Beschäftigte viel Fläche betreuen.

Aussichten

Der Einzelhandel sucht ständig Aushilfen, Stellen sind fast überall und kurzfristig zu finden. Zugleich verändern Selbstbedienungskassen, Onlinehandel und Filialschließungen den Bedarf: Kassiertätigkeiten nehmen ab, Warenverräumung und Abholservice für Onlinebestellungen nehmen zu. Eine echte Weiterentwicklung ist ohne Abschluss begrenzt. Wer sich im Betrieb bewährt, wird oft für die Ausbildung zur Verkäuferin oder zur Kauffrau im Einzelhandel angesprochen und kann danach Aufgaben wie Warenbestellung, Abteilungsverantwortung oder später die stellvertretende Filialleitung übernehmen. Ohne diesen Schritt bleibt die Tätigkeit eine Anlern- und Helfertätigkeit mit wenig Spielraum beim Gehalt.

Aufgaben

  • Gelieferte Ware auspacken und in Regale einräumen
  • Mindesthaltbarkeitsdaten prüfen und abgelaufene Ware aussortieren
  • Preisschilder anbringen und Aktionsflächen aufbauen
  • Kunden an der Kasse abrechnen und die Kasse am Schichtende abschließen
  • Einfache Fragen zu Produkten und Standorten beantworten
  • Ware an Frischetheken oder in Bäckereien bedienen und verpacken
  • Verkaufsfläche, Lager und Theken reinigen

Voraussetzungen

  • Kein bestimmter Schulabschluss erforderlich
  • Ausreichende Deutschkenntnisse für den Kundenkontakt
  • Belastbarkeit für langes Stehen und Heben von Kisten
  • Bereitschaft zu Früh-, Spät- und Samstagsschichten
  • Sorgfalt im Umgang mit Bargeld
  • Belehrung nach dem Infektionsschutzgesetz bei Arbeit mit Lebensmitteln

Der Weg in den Beruf

Eine Ausbildung ist nicht vorgeschrieben; die Einarbeitung erfolgt im Betrieb innerhalb weniger Tage bis Wochen. Wer sich weiterentwickeln möchte, kann die zweijährige Ausbildung zur Verkäuferin oder die dreijährige Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel mit IHK-Abschluss anschließen.

Wo man arbeitet

  • Supermärkte und Discounter
  • Drogeriemärkte
  • Bäckerei- und Metzgereifilialen
  • Textil- und Schuhgeschäfte
  • Bau- und Gartenmärkte
  • Tankstellenshops

Was du als Verkaufshilfe verdienst

Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.

Berufseinstieg
2.300 € 2.150 – 2.550 €
Mit Berufserfahrung
2.450 € 2.250 – 2.750 €
Mit langjähriger Erfahrung
2.600 € 2.350 – 2.950 €

Das Gehalt hängt vor allem davon ab, ob der Betrieb nach dem Tarifvertrag des Einzelhandels (regionale Tarifverträge von ver.di und HDE) bezahlt; viele Filialisten und kleine Geschäfte sind nicht tarifgebunden und zahlen nahe am gesetzlichen Mindestlohn. Da viele Stellen Teilzeit oder Minijobs sind, liegt das tatsächliche Monatseinkommen oft deutlich unter den Vollzeitwerten, Spät- und Sonntagszuschläge können es etwas erhöhen.

Gehalt als Verkaufshilfe nach Bundesland → Was dir in der Ausbildung zusteht →

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