Zum Inhalt springen

Handwerk & Produktion

Vorarbeiter für die Reinigung

Vorarbeiterinnen und Vorarbeiter in der Reinigung leiten eine Kolonne von Reinigungskräften in Bürogebäuden, Kliniken, Schulen oder Industrieanlagen. Sie teilen die Arbeit ein, putzen selbst mit und sorgen dafür, dass das Ergebnis den Vorgaben des Kunden entspricht.

Das Berufsbild

Was macht ein Vorarbeiter für die Reinigung?

Der Vorarbeiter steht zwischen den Reinigungskräften vor Ort und der Objektleitung des Reinigungsunternehmens. Zu Schichtbeginn verteilt er die Reviere, erklärt neuen Kolleginnen die Abläufe und gibt Reinigungsmittel, Maschinen und Verbrauchsmaterial aus. Danach arbeitet er meist selbst mit: Böden scheuern, Sanitärräume desinfizieren, Glasflächen reinigen, eine Scheuersaugmaschine fahren. Zwischendurch kontrolliert er die gereinigten Flächen nach Leistungsverzeichnis, lässt nachbessern und dokumentiert die Ergebnisse, oft per App oder Checkliste. Er führt Stundenzettel, meldet Krankheitsausfälle, organisiert Ersatz und bestellt Material nach. Kommt eine Beschwerde des Kunden, ist er der erste Ansprechpartner. Er weist in Arbeitssicherheit und den Umgang mit Chemikalien ein und achtet darauf, dass Hygienepläne eingehalten werden, etwa in Krankenhäusern oder Lebensmittelbetrieben.

Wie wird man Vorarbeiter für die Reinigung?

Eine eigene Ausbildung zum Vorarbeiter gibt es nicht. Der übliche Weg führt über die dreijährige duale Ausbildung zum Gebäudereiniger und anschließende Berufserfahrung. Häufig ist auch der Aufstieg aus der Praxis: Reinigungskräfte ohne Berufsabschluss, die sich über Jahre als zuverlässig erwiesen haben, werden vom Betrieb zum Vorarbeiter ernannt. Viele Unternehmen und die Gebäudereiniger-Innung bieten dafür Lehrgänge an, etwa zu Mitarbeiterführung, Reinigungstechnik, Hygiene und Arbeitsschutz. Für Umsteiger aus anderen Berufen ist der Einstieg zunächst als Reinigungskraft realistisch, mit der Aussicht auf eine Vorarbeiterstelle nach ein bis zwei Jahren.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich anstrengend: viel Gehen und Stehen, Bücken, Tragen von Eimern und Maschinen, Kontakt mit Reinigungschemikalien. Die Arbeitszeiten liegen oft außerhalb der Bürozeiten, also früh am Morgen, am Abend oder nachts, in Kliniken und Industrie auch am Wochenende. Geteilte Dienste mit langer Pause in der Mitte kommen vor. Die Branche leidet unter hoher Fluktuation und Personalmangel; der Vorarbeiter muss ausgefallene Kräfte kurzfristig ersetzen oder deren Arbeit selbst übernehmen. Die Kolonnen sind oft international zusammengesetzt, Verständigung in mehreren Sprachen ist Alltag. Schwierig ist die Zwischenposition: Der Kunde erwartet Qualität, die Firma knappe Zeitvorgaben, die Kolleginnen faire Einteilung. Wer Konflikte scheut, tut sich in dieser Rolle schwer.

Aussichten

Gebäudereinigung ist eine der beschäftigungsstärksten Branchen in Deutschland, Reinigung wird unabhängig von der Konjunktur gebraucht. Zuverlässige Vorarbeiter mit Führungserfahrung sind gesucht, gerade in den Bereichen Krankenhaus-, Reinraum- und Industriereinigung, wo Hygienevorgaben streng sind. Der nächste Schritt ist die Objektleitung, die mehrere Gebäude oder Kolonnen verantwortet und mehr Büro- und Kundenarbeit umfasst. Mit der Meisterprüfung im Gebäudereiniger-Handwerk stehen Betriebsleitung und Selbstständigkeit offen. Auch Weiterbildungen zum Desinfektor oder zur Fachkraft für Reinigungs- und Hygienetechnik bieten Entwicklungsmöglichkeiten.

Aufgaben

  • Reinigungskräfte auf Reviere und Schichten einteilen
  • Neue Mitarbeitende einarbeiten und in Arbeitsschutz unterweisen
  • Böden, Sanitärräume und Glasflächen selbst mitreinigen
  • Gereinigte Flächen kontrollieren und Nacharbeit veranlassen
  • Reinigungsmittel, Maschinen und Verbrauchsmaterial verwalten und nachbestellen
  • Stundenzettel führen und Ausfälle an die Objektleitung melden
  • Reklamationen von Kunden vor Ort aufnehmen und klären

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung als Gebäudereiniger oder mehrjährige Erfahrung in der Reinigung
  • Kenntnisse in Reinigungstechnik, Reinigungschemie und Hygiene
  • Durchsetzungsvermögen und Geschick im Umgang mit Menschen
  • Gute Deutschkenntnisse, weitere Sprachen von Vorteil
  • Körperliche Belastbarkeit für Stehen, Bücken und Tragen
  • Bereitschaft zu frühen, späten oder nächtlichen Arbeitszeiten
  • Häufig Führerschein Klasse B für Fahrten zwischen Objekten

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Gebäudereiniger mit Abschluss vor der Handwerkskammer, gefolgt von einigen Jahren Berufspraxis. Alternativ steigen erfahrene Reinigungskräfte ohne Abschluss über betriebliche oder Innungslehrgänge zum Vorarbeiter auf, meist nach ein bis drei Jahren im Betrieb.

Wo man arbeitet

  • Gebäudereinigungsunternehmen
  • Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen
  • Industrie- und Produktionsbetriebe
  • Bürogebäude und Verwaltungen
  • Schulen und Hochschulen
  • Flughäfen, Bahnhöfe und Verkehrsbetriebe

Was du als Vorarbeiter für die Reinigung verdienst

Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.

Berufseinstieg
2.800 € 2.600 – 3.000 €
Mit Berufserfahrung
3.050 € 2.800 – 3.400 €
Mit langjähriger Erfahrung
3.400 € 3.100 – 3.900 €

Grundlage ist der allgemeinverbindliche Lohntarifvertrag für die gewerblichen Beschäftigten in der Gebäudereinigung, in dem Vorarbeiter höher eingruppiert sind als Reinigungskräfte, sodass die Spanne eng bleibt. Unterschiede entstehen vor allem durch Nacht-, Sonntags- und Feiertagszuschläge sowie durch den Einsatzbereich, etwa Glas- und Fassaden- oder Krankenhausreinigung.

Gehalt als Vorarbeiter für die Reinigung nach Bundesland → Was dir in der Ausbildung zusteht →

Offene Stellen als Vorarbeiter für die Reinigung

Alle Anzeigen zu diesem Beruf →

Alle Stellen in Handwerk & Produktion