Vorarbeiter Gussasphalt
Vorarbeiter Gussasphalt führen eine Kolonne, die heißen Gussasphalt in Parkhäusern, auf Brücken, in Industriehallen und als Estrich in Gebäuden einbaut. Sie arbeiten selbst mit und sind auf der Baustelle für Ablauf, Qualität und Sicherheit verantwortlich.
Das Berufsbild
Was macht ein Vorarbeiter Gussasphalt?
Gussasphalt ist ein Gemisch aus Bitumen, Splitt, Sand und Füller, das bei Temperaturen um 230 Grad Celsius flüssig angeliefert und ohne Walzen eingebaut wird. Er kommt in Parkdecks, auf Brückenabdichtungen, in Industrie- und Lagerhallen, als Estrich in Wohn- und Bürogebäuden sowie im Straßenbau zum Einsatz. Der Vorarbeiter leitet eine kleine Kolonne von meist drei bis sechs Leuten und arbeitet selbst mit. Morgens teilt er die Arbeit ein, prüft den Untergrund, legt Randstreifen, Trennlagen und Höhen fest und stimmt mit dem Mischwerk ab, wann die Kocherfahrzeuge kommen. Während des Einbaus verteilt die Kolonne die Masse mit Holzspachteln oder einer Einbaubohle, glättet sie und streut sie mit Sand ab. Der Vorarbeiter achtet auf Temperatur, Schichtdicke und Gefälle, schreibt Bautagesberichte, nimmt Mengen auf und ist Ansprechpartner für Bauleitung und andere Gewerke.
Wie wird man Vorarbeiter Gussasphalt?
Eine eigene Ausbildung mit diesem Titel gibt es nicht. Üblich ist eine dreijährige Ausbildung als Estrichleger, Straßenbauer oder Asphaltbauer, danach mehrere Jahre Praxis in einer Gussasphaltkolonne. Viele Vorarbeiter sind ohne Fachausbildung über langjährige Erfahrung aufgestiegen, was in der Branche verbreitet ist. Die Bauwirtschaft bietet über ihre Bildungszentren eine Fortbildung zum geprüften Vorarbeiter an, die Voraussetzung für die tarifliche Einstufung sein kann. Ein Führerschein der Klasse C oder CE ist oft gefragt, weil Kocherfahrzeuge gefahren werden.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich schwer. Gearbeitet wird gebückt oder kniend, über Stunden, neben einer Masse, die heißer ist als kochendes Öl. Verbrennungen gehören zum Berufsrisiko, ebenso Dämpfe aus erhitztem Bitumen, gegen die Absaugung und Schutzausrüstung nur teilweise helfen. Im Sommer kommt die Außenhitze hinzu, in Parkdecks und Hallen staut sich die Wärme. Die Tage beginnen früh und richten sich nach Mischwerk und Baustellentakt, weil Gussasphalt nicht warten kann. Viele Betriebe arbeiten überregional, dann ist der Vorarbeiter die Woche über auf Montage und schläft in Pensionen. Im Winter ruht ein Teil der Arbeit. Zur Verantwortung gehört auch, Fehler auszubaden: Ein Gefälle, das nicht stimmt, lässt sich nur durch Aufstemmen beheben. Wer eine Kolonne führt, muss Konflikte klären, unter Zeitdruck entscheiden und Leute anleiten, die oft wechseln.
Aussichten
Erfahrene Gussasphaltkräfte sind knapp, weil der Nachwuchs fehlt und viele Kolonnenführer in den nächsten Jahren in Rente gehen. Sanierungen von Brücken und Parkhäusern sorgen für stabile Nachfrage, ebenso der Einsatz als Estrich im Bestand, weil Gussasphalt ohne Trocknungszeit sofort belastbar ist. Der nächste Schritt ist die Fortbildung zum Werkpolier oder geprüften Polier, danach zum Bauleiter oder Meister im Estrich- oder Straßenbauerhandwerk. Wegen der körperlichen Belastung wechseln manche mit den Jahren in die Mischwerksleitung, die Arbeitsvorbereitung oder die Qualitätsprüfung.
Aufgaben
- Kolonne einteilen und den Tagesablauf auf der Baustelle planen
- Untergrund prüfen, Höhen und Gefälle einmessen
- Anlieferung mit dem Mischwerk und den Kocherfahrzeugen abstimmen
- Gussasphalt von Hand oder mit Bohle verteilen, glätten und absanden
- Temperatur und Schichtdicke während des Einbaus kontrollieren
- Bautagesberichte schreiben und Mengen aufmessen
- Arbeitsschutz überwachen und neue Kollegen anleiten
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung im Bau, etwa als Estrichleger oder Straßenbauer, oder langjährige Praxis im Gussasphaltbau
- Mehrjährige Erfahrung in einer Gussasphaltkolonne
- Körperliche Belastbarkeit, Hitzeverträglichkeit und gesunde Knie
- Führerschein Klasse B, häufig auch C oder CE
- Bereitschaft zu Montage und frühen Arbeitszeiten
- Durchsetzungsvermögen und Fähigkeit, eine Kolonne zu führen
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreijährige duale Ausbildung als Estrichleger, Straßenbauer oder Asphaltbauer mit anschließend mehreren Jahren Praxis im Gussasphaltbau. Die Vorarbeiterrolle wird meist durch Erfahrung und eine Fortbildung zum geprüften Vorarbeiter an einem Bildungszentrum der Bauwirtschaft erreicht, die einige Wochen dauert.
Wo man arbeitet
- Gussasphalt- und Estrichbetriebe
- Straßen- und Tiefbauunternehmen
- Bauunternehmen mit Abteilung für Brückenbau
- Baustellen in Parkhäusern, Industriehallen und Gebäuden
Was du als Vorarbeiter Gussasphalt verdienst
Monatsbrutto in Euro, bundesweit, nach Berufserfahrung.
- Berufseinstieg
- 3.900 € 3.500 – 4.300 €
- Mit Berufserfahrung
- 4.200 € 3.800 – 4.700 €
- Mit langjähriger Erfahrung
- 4.700 € 4.200 – 5.400 €
In tarifgebundenen Betrieben gilt der Tarifvertrag zur Regelung der Löhne im Baugewerbe auf Basis des Bundesrahmentarifvertrags Bau, Vorarbeiter werden dort in Lohngruppe 5 eingestuft. Nicht tarifgebundene Kleinbetriebe und Betriebe in Ostdeutschland zahlen oft weniger, dafür steigt das tatsächliche Einkommen durch Auslösung, Erschwerniszuschläge und Überstunden in der Saison deutlich.
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